Vereinzelt aggressiv nur in Hannover

Polizei-Bilanz vom Montagabend: friedliche Corona-Versammlungen im Altkreis

Region (r/gg). Die Routine der Corona-Maßnahmen-Kritiker, die immer am Montagabend mit Spaziergängen auf sich aufmerksam machen, begleitet und beobachtet die Polizei. Hier der Bericht vom jüngsten Einsatz: Nicht angemeldeten Gruppierungen in den Städten Burgdorf, Großburgwedel, Mellendorf und Uetze wurden von Polizisten angesprochen und als Versammlungen deklariert. In Sehnde nahmen 250 Personen an einer angemeldeten Menschenkette teil, die gegen Corona-Maßnahmen-Kritiker demonstrierten. "Im Umfeld erschienen immer wieder kleinere Gruppen, die jedoch beim Erblicken von Einsatzkräften flüchteten", so der Polizei-Bericht. Insgesamt seien 18 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung gefertigt worden. Zudem habe die Polizei gegen zwei Personen Ordnungswidrigkeiten-Verfahren eingeleitet, da sie sich geweigert hätten, ihre Personalien anzugeben. "Die Versammlungen verliefen alle friedlich und störungsfrei", so die Meldung der Polizeiinspektion Burgdorf.
Für Hannover zeigt die Polizeidirektion einen sehr viel größeren Aufwand für die Einsatzkräfte auf. An mehreren Stellen im Stadtgebiet habe es Ansammlungen von Corona-Maßnahmen-Kritikern gegeben, beispielsweise 30 Teilnehmer am Trammplatz. Es habe einen vorab angezeigten "Autokorso von Querdenkern" gegeben, mit zehn Autos und zwei Fahrrädern über eine zuvor festgelegte Route durch die Stadt ohne Zwischenfälle. Aufgrund eines gefälschten Attests zur Befreiung von der Tragepflicht einer Mund-Nase-Bedeckung hat die Polizei Strafverfahren gegen den Leiter der Versammlung und den ausstellenden Arzt eingeleitet.
In Bezug auf das Nicht-Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen verfolge die Polizei konsequent, leite Ordnungswidrigkeiten-Verfahren ein, erteile bei Notwendigkeit Platzverweise oder nehme Widersetzliche in Gewahrsam. Einen körperlichen Übergriff habe es von einem Versammlungsteilnehmer gegen einen Polizisten gegeben, gegen ihn wird nun strafrechtlich ermittelt. "Ein Außenstehender schlug einen Versammlungsteilnehmer mit der Faust und verletzte ihn leicht. Der Angreifer wurde durch die Polizei verfolgt und identifiziert. Ihn erwartet ebenfalls ein Strafverfahren", so der Wortlaut des Polizeiberichts. Ein aggressiver Man sei von den Beamten zu Boden gebracht worden. Ein Strafverfahren wegen Widerstands gegen Polizeivollzugsbeamte, eines wegen eines tätlichen Angriffs auf Polizeivollzugsbeamte, eines wegen Körperverletzung und je eines wegen des Ausstellens und des Gebrauches unrichtiger Gesundheitszeugnisse sei eingeleitet worden.
Die Polizei begleitete mehrere teils nicht angezeigte Versammlungen auch im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Garbsen in Neustadt am Rübenberge, Springe, Ronnenberg, Wennigsen, Wunstorf, Barsinghausen und Garbsen. Bis zu 400 Personen nahmen an angemeldeten friedlichen Versammlungen teil. Dem gegenüber stehen knapp 600 Teilnehmer an den Corona kritischen, nicht angezeigten Versammlungen. Hier ermittelt die Polizei gegen zwei Personen wegen je eines mutmaßlich gefälschten Attestes, das sie von der Tragepflicht einer FFP2-Maske befreien sollte. Hinzu kamen zwei Ordnungswidrigkeitsanzeigen wegen nicht getragener Mund-Nase-Bedeckungen. Ein Teilnehmer musste die Versammlung verlassen, nachdem er von dieser ausgeschlossen wurde und einen Platzverweis erhielt. In der Summe für Hannover-Stadt und alle Umland-Kommunen zählt die Polizei insgesamt knapp 1.500 Teilnehmer.