Urteil des Sportgerichtes

Trainertätigkeit von Dr. Peter Kehl beendet

ALTKREIS (kd). Mit drastischen Strafen ahndete das Sportgericht des Niedersächsischen Fußballverbandes, Kreis Region Hannover, unter dem Vorsitz des stellvertretenden Vorsitzenden Dennis R.Jlussi Anfang der Woche im Klubheim des Post SV in Hannover die Vorkommnisse rund um die Spiele der C-Juniorenmannschaft der TSV Burgdorf gegen den SV Fuhrberg und gegen den FC Lehrte. Anlass der Verhandlung waren zwei Spiele im September. Die Partie gegen den SV Fuhrberg endete mit einem Spielabbruch. Im Spiel gegen den FC Lehrte sollen zwei 13-jährige Spieler der TSV Burgdorf einen am Boden liegenden Spieler des FC Lehrte gegen den Kopf getreten haben, der daraufhin in das Krankenhaus eingeliefert wurde.
Nach einer Anhörung der Vertreter der Vereine und den beteiligten Burgdorfer Spielern verhängte das Sportgericht folgenden Urteile. Zwei Spieler der TSV Burgdorf wurden jeweils für ein Jahr vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Ein dritter Spieler der TSV Burgdorf wurde für ein halbes Jahr gesperrt. Die beiden Spieler des SV Fuhrberg wurden jeder mit einer Spielsperre von sechs Monaten belegt. Der Spieler des FC Lehrte, der zuvor die Rote Karte gesehen hatte, bevor er dann von den TSV-Jugendlichen zu Boden getreten wurde und ins Krankenhaus eingeliefert wurde, erhielt eine Spielsperre von 4 Wochen.
Der Verein der TSV Burgdorf wurde für die Vergehen der Jugendlichen mit Geldstrafe von insgesamt 500 Euro belegt, die sich aus Strafen von 300 Euro für die Ereignisse im Spiel gegen FC Lehrte und 200 Euro für das Spiel gegen den SV Fuhrberg zusammensetzen. Die C-Junioren- Mannschaft der TSV Burgdorf, die sich aus Kindern von Flüchtlings- und Migrantenfamilien zusammen setzt, wurde seit Jahren von Dr. Peter Kehl, der auch Vorsitzender des Gesamtvereins der TSV Burgdorf mit über 3.000 Mitglieder ist, unentgeltlich trainiert und betreut.
"Ich habe diese ehrenamtliche Tätigkeit als Jugendtrainer nun bereits seit 15 Jahren mit großer Freude ausgeübt, weil ich etwas Gutes für die Integration ausländischer Kinder von Flüchtlingen und Migranten tun wollte. Nun wird mir vom Kreissportgericht vorgeworfen, dass ich die Tritte und Schläge unserer Spieler nicht verhindert habe und belegt mich als Trainer ebenfalls mit einer Sperre von sechs Monaten. Das verstehe, wer will. Ich jedenfalls nicht. Ich werde nicht in die Berufung gehen, weil ich mit dem heutigen Tage auch meine Tätigkeit als ehrenamtlicher Trainer beende", sagte ein irritierter Dr. Peter Kehl, der weiter ausführte.
"Meine Enttäuschung über das Urteil ist riesengroß. Ich hätte es für besser gefunden, wenn die Ermittlungsergebnisse der Polizei in die Urteilsfindung mit berücksichtigt worden wären. Doch ist das nicht geschehen. Ich für meinen Teil habe mich immer bemüht, die Jugendlichen dahingehend zu schulen, neben der fußballerischen Ausbildung auch verstärkt Verantwortungsübernahme und das gemeinsame Miteinander zu fördern. Dies sollte dazu beitragen, dass sich die Jugendlichen mit unserem Verein identifizieren und weiterhin dem Fußballverein erhalten bleiben. Leider ist das Projekt gescheitert, weshalb wir die Mannschaft auch vom Spielbetrieb abgemeldet haben."