Steckbriefe für Kommunen erstellt

Christine Karasch (von links), Dezernentin für Umwelt, Planung und Bauen, Regionspräsident Hauke Jagau und Andrea Hanke, Dezernentin für Soziale Infrastruktur, stellen gemeinsam das Regionale Wohnraumversorgungskonzept vor. (Foto: Region Hannover / S. Wendt)

Regionsverwaltung will Wohnungsbau steuern

REGION (r/gg). Wird günstiger Wohnraum immer knapper? Die Wohnungsbedarfsprognose der Region geht davon aus, dass im Zeitraum von 2016 bis 2025 insgesamt rund 28.300 Wohnungen in den regionsangehörigen Kommunen zusätzlich geschaffen werden müssen, knapp 5.300 Wohnungen sind bereits fertiggestellt (Stand Ende 2017). Jetzt legt die Regionsverwaltung das Regionale Wohnraumversorgungskonzept vor, das die Planungs- und Steuerungsgrundlage für den künftigen Wohnungsbau bildet. Wo genau fehlt es an welchem Wohnraum? Wie ist der Bedarf in den einzelnen Städten und Gemeinden, wo können Flächen erschlossen werden? Antworten liefern die kommunalen Steckbriefe, die begleitend zum Konzept für alle 21 Kommunen erstellt worden sind.
„Mit dem Wohnraumversorgungskonzept können die Kommunen jetzt noch konkreter in die Umsetzung gehen. Das Konzept ist mit den Städten und Gemeinden abgestimmt und ebnet den Weg für einen gemeinsamen koordinierten Wohnungsbau“, so Regionspräsident Hauke Jagau. „Die regionale Dimension des Konzeptes ist bisher einmalig – alle Kommunen bekommen zudem mit den individuellen Steckbriefen klare lokale Handlungsempfehlungen an die Hand.“ Andrea Hanke, Dezernentin für Soziale Infrastruktur der Region Hannover, sagt: „Das Wohnraumversorgungskonzept ist die grundsätzliche Voraussetzung für die Wohnungsneubauförderung durch das Land Niedersachsen und die Region Hannover. Wir werden die Ergebnisse des Konzeptes und die Änderungen in der Landesförderung nutzen, auch unsere Förderrichtlinien zu optimieren – um den sozialen Wohnungsbau weiter zu stärken.“
„Es werden aktuell noch rund 23.000 zusätzliche Wohnungen bis 2025 gebraucht. Die kommunalen Steckbriefe sowie das Konzept zeigen, wo und wie Schwerpunkte der Wohnungsbau- und Siedlungsentwicklung gesetzt werden sollten. Es gibt Orientierung zu Flächen, Bebauungsdichten und Verteilung und insgesamt zu Orten, wo der Wohnungsbau verträglich wachsen kann“, ergänzt Christine Karasch, Dezernentin für Umwelt, Planung und Bauen.
Kompakt, sozial und regional – die Leitlinien des Wohnraumversorgungskonzepts fassen die Ausrichtung der regionalen Wohnbaustrategie zusammen: So sollen Wohnungsbau- und Siedlungsentwicklung konzentriert und qualitätsvoll verdichtet werden. Es soll preiswerter Wohnraum geschaffen werden, wobei die soziale und städtebauliche Mischung erhalten und gestärkt werden muss. Der regionale Ansatz ist dabei, die Wohnraumversorgung als gemeinschaftliche Aufgabe wahrzunehmen und kooperativ daran zu arbeiten, den Wohnungsbau voran zu bringen. Das Regionale Wohnraumversorgungskonzept ist zentraler Bestandteil der WohnBauInitiative, die 2016 an den Start ging – mit Fokus darauf, dass ausreichend Bauland (Fläche) zur Verfügung steht sowie bezahlbare Mietwohnungen für Haushalte mit geringem Einkommen (Förderung) geschaffen werden.
Die Ergebnisse des Konzeptes zeigen, dass – ausgehend von rund insgesamt 28.300 fehlenden Wohnungen im Zeitraum von 2016 bis 2025 – rund 18.500 Wohnungen im Mehrfamilienhaussegment benötigt werden, rund 9.800 Wohnungen sollen im Ein- und Zweifamilienhaus-Segment entstehen. Der auf die Kommunen umgelegte Bedarf reicht von 200 Wohnungen in Wennigsen bis hin zu 16.000 Wohnungen in der Landeshauptstadt Hannover. Dafür werden insgesamt rund 660 Hektar Wohnungsbaufläche benötigt. Laut Ergebnissen des Wohnbauflächenkatasters der Region Hannover bestehen derzeit Wohnbauflächenreserven von rund 800 Hektar, die es zu aktivieren gilt. Der Sozialwohnungsbedarf von 12.400 Wohnungen bis 2025 ist ein weiterer Schwerpunkt des Konzeptes, nach dem rund 6.800 Wohnungen durch geförderten Wohnungsneubau entstehen sollen. Etwa 5.600 Wohnungen sollen durch Wohnraumfördermaßnahmen im Wohnungsbestand umgesetzt werden.
Neben der Analyse des gesamtregionalen Wohnungsbedarfes und dessen anteilige Umsetzungsmöglichkeiten vor Ort sind die kommunalen Steckbriefe für alle regionsangehörigen Städte und Gemeinden wichtiger Baustein des Konzeptes. Sie liefern den Kommunen wesentliche Nachweise für die Neubauförderung des Landes und der Region Hannover und lokale Informationen: So finden sich in jedem rund 25-seitigen Steckbrief unter anderem Daten zur Bevölkerungsentwicklung, Altersstruktur, zum Wohnungsmarkt, Wohnungsbestand, Baustruktur, Miet- und Kaufpreisentwicklung, zu Haushalten mit geringem Einkommen, zu Wohnbaupotenzialen und -bedarfen.
Das Regionale Wohnraumversorgungskonzept sowie die kommunalen Steckbriefe stehen im Internet auf http://regions-sitzungsinfo.hannit.de/bi/vo020.asp... zur Verfügung.

Instrumente der WohnBauInitiative
Die Region Hannover setzt im Rahmen der WohnBauInitiative auf zwei Kernelemente: Fläche und Förderung. Den Kernelementen sind neben dem Regionalen Wohnraumversorgungskonzept im Bereich Förderung unterschiedliche Instrumente zugeordnet: Das digitale Wohnbauflächenkataster erfasst sämtliche Daten über aktuelle und geplante Bauflächen und gibt eine regionsweite Übersicht über Wohnbaulandpotenziale. Die geplante Koordinierungsstelle Wohnungsbau soll Kommunen und Investoren zu Planungsfragen beraten und unterstützen. Eine weitere Aufgabe ist die Koordination des Flächendialogs mit den Kommunen zu stadtplanerischen und städtebaulichen Fragestellungen. Das Wohnraumförderprogramm der Region Hannover unterstützt die Schaffung und Modernisierung von Mietwohnraum im Regionsgebiet sowie den Erwerb von Belegungsrechten. Mit der WohnBauPrämie unterstützt die Region die Kommunen beim Wohnungsbau mit einer Förderpauschale pro gebaute Wohnung.