Sportbetrieb mit Auflagen möglich

Öffentliche und private Anlagen bald geöffnet,
Hygieneregeln und Namenslisten angeordnet

REGION (gg). Es gibt eine neue "Niedersächsische Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Corona-Virus". Demnach sind "alle öffentlichen und privaten Sportanlagen im Freien ab Mittwoch, 6. Mai, für den kontaktlosen Sport geöffnet". Die Umkleiden und Duschen sowie Vereinsheime und Gastronomie sollen weiterhin geschlossen sein. Zu beachten sind jetzt allerdings ordnungsbehördliche Maßnahmen, die in den Städten und Gemeinden individuell gefasst werden. Ein Beispiel bietet die Stadt Sehnde, die am 6. Mai zwar die städtischen Spiel- und Bolzplätze zur Nutzung frei gegeben hat, die Sportplätze der Vereine jedoch noch geschlossen halten wollte - eigentlich bis zum 11. Mai. Sehndes Bürgermeister Olaf Kruse begründet dies mit Handlungsanweisungen für die Nutzer und für die Ehrenamtlichen, Trainer oder Anlagenwarte, die erst noch erstellt werden müssten. "Wir wollen nicht gängeln, aber wir wollen konkretisieren", erklärt er dazu. Gehandelt wurde dann sehr schnell: Bereits am Nachmittag des 6. Mai wurde die Nutzung der Sportplätze frei gegeben, allerdings mit einem betonten Aspekt: "Für begleitende Personen gelten die üblichen Kontaktbeschränkungen."
Den Öffnungstermin am Montag, 11. Mai, und dass es auch um rechtliche Belange gehe, bestätigt Ulf Meldau, sowohl Vorsitzender des SV 06 Lehrte als auch stellvertretender Vorsitzender des Regionssportbundes, auf Marktspiegel-Nachfrage. Demnach müssen Übungsleiter Namenslisten der Sportler auf den Sportplätzen erstellen, damit im Sinn des Infektionsschutzes nachgeforscht werden kann, wer mit wem Kontakt hatte. Auf die Einhaltung der Hygieneregeln sollen Übungsleiter und Trainer achten, und sie müssten entsprechende Handlungsanweisungen auch persönlich unterschreiben.
Sogenannte Leitplanken gibt die Landesregierung zur sportlichen Betätigung auf Freiluft-Sportanlagen:
• einen ausreichend großen Personenabstand (zwei Meter)
• kontaktfreie Durchführung
• konsequente Einhaltung von Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen
• Umkleidekabinen und Gastronomiebereiche bleiben geschlossen
• Bekleidungswechsel und Körperpflege zu Hause
• Steuerung des Zutritts zu den Sportanlagen unter Vermeidung von Warteschlangen
• Nutzung von Gesellschafts- und sonstigen Gemeinschaftsräumen bleibt untersagt
• keine Zuschauer

Grundsätzlich gibt es keine Beschränkung von Sportarten, allerdings werden die Voraussetzungen für eine zulässige sportliche Betätigung im Freien in der Regel leichter bei der Ausübung von Individualsportarten erfüllt sein. Auch die Zahl der Trainierenden ist nicht vorgegeben. Entscheidend ist der Abstand zwischen den einzelnen Personen (zwei Meter). Hier geben die sportartspezifischen Konzepte des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Sportfachverbände Orientierungshilfen.
Ulf Meldau sagt dazu: " Wir freuen uns über die Öffnung, auch wenn der bürokratische Aufwand groß ist. Die Schließung in den vorigen Wochen hat uns finanziell weh getan, das ist nicht von der Hand zu weisen."