Sehnde swingt, Uetze und Burgdorf lassen die Geschichte leben …

Bereits eine Woche vor dem 24. Entdeckertag der Region Hannover ermöglicht der Modelleisenbahnverein Lehrte, wie immer am 4. Sonntag im Monat, am 28. August den Besuch im Museumsstellwerk, das wie der gesamte Lehrter Bahnhof um 1960 – als Modell (Foto Mitte) auch auf der Modelleisenbahnlage in seinem Erdgeschoss nachgebaut ist. (Foto: MEV Lehrte/Schiweck)

Auch Museumsstellwerk Lehrte Ausflugsziel beim Regionsentdeckertag

REGION HANNOVER/ALTKREIS BURGDORF (r/kl). Seit zehn Jahren bilden der ehemalige Landkreis und der Kommunalverband Großraum Hannover eine Einheit: die Region Hannover. Die Gebietskörperschaft mit Modellcharakter umfasst die Landeshauptstadt Hannover sowie 20 weitere Städte und Gemeinden mit zusammen 1,1 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern. Grund genug für eine große, gemeinsame Party auf knapp 2.300 Quadratkilometern: Am Sonntag, 4. September, wird mit dem 24. Regionsentdeckertag der erste runde Geburtstag der Region Hannover gefeiert. An 34 Ausflugszielen in und rund um Hannover – aber auch in den benachbarten Landkreisen – freut man sich auf neugierige Ausflügler.
Nicht fehlen darf dabei das zentrale Fest in der Landeshauptstadt, das um 10.00 Uhr mit einem prallen Show-, Info- und Musikprogramm auf dem Opernplatz beginnt. Der Höhepunkt findet am Abend statt, wenn sich Heinz Rudolf Kunze auf der Bühne der Region die Ehre gibt. Selbstverständlich gilt am Entdeckersonntag wieder ein besonderer Spartarif im Großraum-Verkehr Hannover (GVH) – so sind alle Ziele zum kleinen Preis mit Bus und Bahn zu erreichen. Die Region macht’s möglich.
Voll auf Historie getrimmt ist Burgdorf, das am Entdeckertag im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte schreiben wird. Zwischen 13.00 und 18.00 Uhr ist der Thementag in der City von vielen Höhenpunkten geprägt: Zu ihnen zählen ein Open-Air-Theater, das besondere Episoden aus der Stadtgeschichte aufführt, Auftritte der Darstellungsgruppen „Filii Leonis“, die das Mittelalter zum Leben erwecken, und des Herzoglich Braunschweigischen Feldcorps, deren Mitglieder sich in Soldaten des 19. Jahrhunderts verwandeln.
Musikalischer Anziehungspunkt ist die Sparkasse Hannover, vor der Andy Lee um 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr eine packende Rock'n' Roll-Show im Stil der 50er Jahre präsentiert. Zur Kaffeetafel im historischen Ambiente können sich die Besucher auf der Marktstraße niederlassen. Auch für Kinder hat sich Burgdorf einiges einfallen lassen – unter anderem mittelalterliche Mitmachaktionen und eine Zeitreise zu den Indianern. Eine Oldtimer-Ausstellung sowie Ausstellungen im Stadtmuseum („Wer ist Theodor? - Burgdorfer Straßennamen“), in der KulturWerkStadt („Mobile Kinderwelten“), in der Stadtsparkasse (Werke von Doris Kissel), im Rathaus I und in der Magdalenenkapelle (Werke von Eugen Kunkel) runden das Angebot ab.
Eine Eisenbahnwelt in Miniaturformat gibt es im Bahnhof Lehrte zu bestaunen. Zwischen 10.00 und 17.00 Uhr eröffnet hier der Modelleisenbahnverein Lehrte einen spannenden Blick hinter die Kulissen des Stellwerks Lpf, seit 25 Jahren außer Betrieb. Im Erdgeschoss gibt es das detailgetreue H0-Modell des Lehrter Personenbahnhofs um 1960 zu sehen, gleichzeitig erleben Besucher den rangierenden Zugverkehr von damals – digital mit einem Computer gesteuert.
Zum Mitmachen stehen ein H0-Rangierspiel und eine Holzeisenbahn betriebsbereit. Eine noch heute funktionsfähige mechanische Stellwerktechnik aus dem Jahr 1986 gibt es im Obergeschoss zu bestaunen. Selber Hand anlegen können Gäste im Museum, wo sie unter fachkundiger Anleitung einmal in die Rolle eines Weichenwärters oder Fahrdienstleiters schlüpfen. Auf dem Außengelände dreht die LGB Gartenbahn im Maßstab 1:22,5 ihre Runden. Die jüngeren Besucher können sich auf der Hüpfburg austoben. Der Eintritt kostet zwei Euro für Erwachsene, ein Euro für Kinder und vier Euro für Familien.
Lässiger Swing liegt im Park des Klinikums Wahrendorff in Ilten in der Luft. Hier spielt von 11.00 bis 14.00 Uhr das „Old Fashion Swingtett“. Von Swing über Boogie und Blues bis zu Oldtime Jazz reicht die Bandbreite der Burgdorfer Combo. In den Spielpausen gibt es zur Stärkung Leckereien vom Grill, Kinder kommen unter anderem beim Kinderschminken oder Torwandschießen auf ihre Kosten.
Nach dem Frühschoppen im Park geht es weiter zum Schulzentrum Sehnde, wo auf die Entdeckertagsbesucher historische Omnibusse warten, die sie auf einer Sightseeing-Tour bis vor die Tore des Wehminger Straßenbahnmuseums fahren. Hier stellen Modelltram-Freunde aus ganz Norddeutschland auf 140 Metern Gleislänge und zwei Betriebshöfen zahlreiche Miniatur-Modelle zur Schau. Selbstverständlich können Besucher auch die historischen Straßenbahnen besichtigen oder den einzigen, öffentlich zugänglichen Fahrsimulator der Welt ausprobieren, der die Bedienung historischer, zweiachsiger Straßenbahnwagen, annähernd realistisch darstellt. Der Eintritt kostet 5 Euro.
Der Steinbruch von Sehnde-Höver gewährt von 10.00 bis 16.00 Uhr einen Einblick in vor langer Zeit entstandene Meeresablagerungen. In einem warmen Flachmeer bildeten sich hier während der oberen Kreidezeit vor ca. 80 Millionen Jahren Kalk-Ton-Schlämme. Nach der Ablagerung entstand durch Verfestigung der heute als Rohstoff für die Zementindustrie abgebaute Kalkmergelstein. Besucher können sich im Steinbruch auf Spurensuche begeben und im Boden nach den Resten der einstigen Meeresbewohner kratzen.
Vom Seeigel über Fische bis zu Ammoniten – wer fündig geworden ist, darf die Fossilien mit nach Hause nehmen. Am Imbiss gibt es für Hobbyforscher Bratwurst und kalte Getränke. Zutritt nur mit festem Schuhwerk und auf eigene Gefahr, der Eintritt ist frei.
Eine Bahnstrecke mit historischem Wert präsentiert der Verein Kleinbahn Wathlingen-Ehlershausen: Seit einigen Jahren arbeiten die Vereinsmitglieder an der Reaktivierung der alten Strecken der Grubenanschlussbahn der Kali und Salz AG. Früher war die Kalibahn ein wichtiges Transportmittel der Kalisalze, die in Hänigsen/Riedel gefördert wurden, heute ist diese alte Strecke wieder befahrbar. Auf Handhebeldraisinen – oder etwas weniger sportlich, einer Motordraisine – fahren Besucher an den an der Strecke liegenden Sehenswürdigkeiten vorbei, zum Beispiel dem alten Steinsalzwerk in Riedel, an der ehemaligen Munitionsanstalt Waldlager oder der Abraumhalde des Kaliwerkes in Wathlingen. Bei einem Abstecher zu den „Hänser Teerkuhlen“ gibt es außerdem einen interessanten Einblick in die frühe Erdölförderung Hänigsens. Die Fahrten, die für Erwachsene zwei Euro und für Kinder 1,50 Euro kosten, sind den ganzen Tag über möglich.
Alle 34 Tourenziele, innerhalb wie auch außerhalb der Region, können mit Bussen und Bahnen zum GVH-Spartarif erreicht werden. Für nur 4,30 € (GVH-TagesEinzelTicket) oder 8,40 € (GVH-TagesGruppenTicket für bis zu fünf Personen) können Entdecker den ganzen Tag fahren. Alle Busse, Bahnen und die Züge des Nahverkehrs stehen am 4. September zur Verfügung (keine IC-Züge). Nur an diesem Tag gelten die TagesTickets zum Ein-Zonen-Preis im gesamten GVH-Verkehrsgebiet, aber auch darüber hinaus: Ticketinhaber können die Nahverkehrszüge der Deutschen Bahn (RegionalBahn, RegionalExpress, S-Bahn – keine Inter-City!), des metronom und der Eurobahn auf den Strecken von Hannover nach Alfeld, Bad Münder, Bad Pyrmont, Bückeburg, Celle, Eschede, Hameln, Hildesheim, Peine und Schwarmstedt sowie auf allen Buslinien des Stadt- und Regionalverkehrs Hildesheim und den Bussen des Nahverkehrs Hameln-Pyrmont im Citybereich Hameln nutzen.
Die TagesTickets gibt es bei allen GVH-Fahrkarten-Verkaufsstellen, bei den Fahrkartenausgaben der DB im GVH-Verkehrsgebiet, bei den Fahrern der Busse der RegioBus und üstra sowie aus den Fahrkartenautomaten der DB und üstra. Weitere Informationen unter www.gvh.de.
Kein Entdeckertag ohne eine große Feier in Hannovers Innenstadt! Das zentrale Fest auf dem Opernplatz ist nicht nur Start und Ziel für alle Touren. Auch in diesem Jahr ist wieder „Showtime“ für regionale und internationale Künstler, Sportgruppen und Akrobaten. Insgesamt sechs Bühnen zwischen Hauptbahnhof und Aegi bieten ein pickepackevolles Programm, das an Abwechslung kaum zu überbieten ist. Die Region Hannover gibt im Regionszelt mitten auf dem Opernplatz einen Einblick, wo sie überall mitmischt. Organisationen, Vereine und Kommunen informieren über ihre Aufgaben und Angebote informieren. Das Motto lautet zwischen 10 und 19 Uhr: mitmachen, mitfeiern, mitfreuen! Extra-Bonus: Die Geschäfte in der City sind an diesem Sonntag zwischen 13 und 18 Uhr geöffnet.
Die Hauptbühne – die Bühne der Region auf dem Opernplatz – ist wie in den Vorjahren in den festen Händen des Moderatoren-Duos Kerstin Werner und Andreas Kuhnt. Das Tagesprogramm ist bunt gemischt – von choraler Seemannsmusik, über Show- und Westerntanz bis zu südamerikanischen Klängen von der Gruppe Labiba aus Laatzen. Ein echtes Highlight, nicht nur für Musicalfans, zeigt das Theater für Niedersachsen mit Ausschnitten aus dem aktuellen Programm „Musicalfieber“. Außerdem begrüßt Regionspräsident Hauke Jagau interessante Talk-Gäste, um über die Bilanz der ersten zehn Jahre Region Hannover zu sprechen. Atemberaubend schöne Handstand-Equilibristik zeigt der GOP-Star Iryna Verezubova aus der Ukraine. Der Höhepunkt setzt dann ab 17 Uhr Heinz Rudolf Kunze - eine lebende deutsche Pop-Rock-Legende. Zwischendurch heißt es Daumen drücken: Um 18 Uhr werden die Gewinner des Entdeckertaggewinnspiels gezogen.
Beswingt geht es auf der Jazzbühne am Ernst-August-Platz zu. Hannovers Bürgermeister Bernd Strauch und sein Mitstreiter Nicolas Sempff führen durch einen lässigen Jazz-Tag, der zum Mitwippen und Mitschnippen verführt. Dazu animieren unter anderem die Lutz Krajenski Group feat. Juliano Rossi, das polnische Super Duo und die Jazzkantine – die Echo-gekrönte Combo aus Braunschweig.
Sportliche und tänzerische Glanzpunkte setzen diverse regionale Gruppen und Vereine auf der Sport-Bühne auf dem Georgsplatz West. Hier begrüßt Moderator Björn Stack unter anderem Show- und Linedancer, Ballett-Virtuosen, Turner und Kunstradsportler, Meister des Karate und brasilianische Capoeira-Kampftänzer. Ab 18 Uhr greifen Emile Moise von der Dance Academy Salsa del alma und seine Freunde ins Geschehen ein – ein echter Augenschmaus mit leidenschaftlichen Hüftschwüngen, lateinamerikanischem Temperament und eleganten Bewegungen.
Rockiger geht es auf der Bühne von Rupp-Bräu auf der gegenüberliegenden Seite des Georgsplatzes zu, wo Freddy Weiß in bewährter Manier kernigen Rock’n’Roll präsentiert – zum Beispiel mit Straight On, Crazy Horse oder der kanadischen Sängerin Melanie Dekker.
Einen bunten Mix aus allen musikalischen Stilrichtungen präsentiert der Sender LeineHertz 106einhalb auf seiner Bühne. Die Moderatoren Christian Schmidt und Gerald Kaiser freuen sich auf regionale Musikgäste, wie Spiritu-One, In Secrecy und Jeremy Rian. Für Lacher sorgt das Amateur-Theater Südstädter Komöd’chen.
Die jüngsten Besucher sind am Kröpcke richtig: Dort gibt es Mitmachaktionen, Spiel und Spaß für Kinder.
Übrigens: Wer schon früher Entdeckertagsluft schnuppern will, ist beim Warming-up am Sonnabend, 3. September, von 11 bis 18 Uhr auf dem Ernst-August-Platz am Hauptbahnhof willkommen.
Weitere Informationen über den 24. Entdeckertag der Region stehen im Internet unter www.entdeckertag.de sowie im Programmheft, das kostenlos in allen beteiligten Städten und Gemeinden, in den GVH-Servicestellen oder direkt bei der Region Hannover, Bürgerbüro, Hildesheimer Straße 20, 30169 Hannover, erhältlich ist.