Region Hannover legt Sperrbezirke gegen Faulbrut bei Bienen fest

Tierseuche in Hänigsen, Dachtmissen und Röddensen ausgebrochen

LEHRTE/BURGDORF/UETZE (r/kl). In den Ortschaften Hänigsen, Dachtmissen und Röddensen ist bereits am 11. Mai der Ausbruch der amerikanischen Faulbrut in Bienenvölkern von Imkern amtlich festgestellt worden. Verbraucherschutz und Veterinäramt der Region Hannover haben nun seit dieser Woche um die Seuchenstände in Lehrte, Burgdorf und Uetze jeweils ein Gebiet mit einem Radius von mindestens einem Kilometer als Sperrbezirk festgelegt, über den hinaus Bienenvölker nicht umgesetzt werden dürfen. Die Bienen müssen neue Wabenstöcke erhalten, die bisherigen Wachswaben müssen ausgeschmolzen werden. Erst dann sind die – für Menschen auch beim Verzehr von Honig ungefährlichen – Faulbrut-Sporen vernichtet.
Für die Sperrbezirke gelten folgende Grenzen:
Sperrbezirk Hänigsen: begrenzt im Norden durch die Kreisgrenze zum Landkreis Celle, im Osten durch die Kreisgrenze, ab Wathlinger Straße in südlicher Richtung bis zum Waldrand - Einmündung Klientweg, im Süden durch den Klientweg und den Riedelweg bis zum Celler Weg, im Westen durch den Celler Weg bis zur Einmündung Drachwiesenweg, in westlicher Richtung bis zur Straße Osterwiesen und durch die Straße Osterwiesen
Sperrbezirk Dachtmissen - Hänigsen: begrenzt im Norden durch die Windmühlenstraße bis zur Einmündung Fridtjofsweg, östlich in einer gedachten Linie vom Fridtjofsweg bis zur Verlängerung der Straße Am Mittelfeld, südlich durch die Straße Am Mittelfeld bis zum Friedhof an der Hauptstraße, westlich durch den Feldweg vom Friedhof aus nach Norden über die Obershagener Straße bis zur Einmündung in die Windmühlenstraße
Sperrbezirk Röddensen: begrenzt im Norden in einer gedachten Linie parallel zur K 122 (Kolshorner Straße) in Höhe des Höpenweg, im Osten durch die Bahnlinie Lehrte-Burgdorf, im Süden durch die Ortsbebauung Aligse (Peiner Heerstraße – Aligser Torfweg), im Westen in einer gedachten Linie von der Verlängerung des Aligser Torfweges senkrecht nach Norden in Richtung Kalmiaweg bis zur Straße Unter den Linden und Bürgermeister-Fuge-Straße
Alle Bienenvölker und Bienenstände in den Sperrbezirken sind unverzüglich auf Amerikanische Faulbrut amtstierärztlich zu untersuchen. Die Besitzer der Bienenvölker im Sperrbezirke haben umgehend ihre Bienenvölker bei der Region Hannover, Fachdienst Verbraucherschutz und Veterinärwesen, Hildesheimer Straße 20, 30169, Hannover, Telefon (0511) 6 16 - 2 20 95 oder 6 16 - 2 28 24, zu melden, um die erforderlichen amtstierärztlichen Untersuchungen durchführen zu können. Der genaue Standort der Völker ist anzugeben.
Bewegliche Bienenstände dürfen von ihren Standorten nicht entfernt werden. Bienenvölker, lebende oder tote Bienen, Waben, Wabenteile, Wabenabfälle, Wachs, Honig, Futtervorräte, Bienenwohnungen und benutzte Gerätschaften dürfen nicht aus den Bienenständen entfernt werden.
Bienenvölker oder Bienen dürfen nicht neu in den Sperrbezirk verbracht werden.
Diese Vorschriften finden keine Anwendung auf Wachs, Waben, Wabenteile und Wabenabfälle, wenn sie an wachsverarbeitende Betriebe, die über die erforderliche Einrichtung zur Entseuchung des Wachses verfügen, unter der Kennzeichnung „Seuchenwachs“ abgegeben werden, und Honig, der nicht zur Verfütterung an Bienen bestimmt ist.
Ausnahmen können von der Region Hannover, Fachdienst Verbraucherschutz und Veterinärwesen, zugelassen werden für Bienenvölker, Bienen, Bienenwohnungen und Gerätschaften sowie Futtervorräte, wenn eine Verschleppung der Seuche nicht
Ist die Amerikanische Faulbrut in einem Bienenstand amtlich festgestellt, erklärt die zuständige Behörde das Gebiet in einem Umkreis von mindestens einem Kilometer um den Bienenstand zum Sperrbezirk. Hierbei berücksichtigt sie die Ergebnisse durchgeführter epidemiologischer Untersuchungen sowie natürliche Grenzen und Überwachungsmöglichkeiten.
Für die sofortige Vollziehung sieht die Region ein besonderes öffentliches Interesse gegeben, da die Ausbreitung der Amerikanischen Faulbrut und somit die Gefahr von tiergesundheitlichen wie auch wirtschaftlichen Folgen sofort unterbunden werden muss. „Die Gefahr der Weiterverbreitung der Seuche und der damit verbundene wirtschaftliche Schaden sind höher einzuschätzen als persönliche Interessen an der aufschiebenden Wirkung als Folge eines eingelegten Rechtsbehelfs,“ so das Verterinäramt in seiner Verfügung.