Kliniken nicht ausgelastet

KRH rechnet mit 35 Millionen Euro Defizit

Region (r/gg). In der Beschreibung der Wirtschaftlichkeit der KRH-Kliniken betont die Regionsverwaltung in einer aktuellen Mitteilung zunächst die enormen Leistungen der Beschäftigten bei der Patientenversorgung. Die Einhaltung der Hygiene und Schutzmaßnahmen hätten die gesamten Behandlungsabläufe deutlich erschwert. Der Aufbau, die Vorhaltung von zusätzlich benötigten Versorgungsressourcen und die Behandlung der Covid-Erkrankten hätten enorme Anstrengungen erfordert. Hier sei es den KRH-Mitarbeitern in den zurückliegenden zwei Jahre gelungen fast 60 Prozent der Versorgungsleistung in diesem Bereich zu erbringen, was deutlich über dem Marktanteil über alle Krankenhausleistungen von etwa 40 Prozent liege.
Auf der anderen Seite stünden die ökonomischen Auswirkungen der Pandemie. In den zurückliegenden zwei Jahren hat es in Summe einen deutlichen Leistungsrückgang gegeben. Gemessen an den "Bewertungsrelationen des DRG-Systems", die Vergütungsvorgaben der Krankenkassen, lagen die Leistungen in 2021 zwölf Prozentpunkte unter dem Vergleichsjahr 2019. Auch für das Jahr 2022 geht das Unternehmen nur von einer moderaten Erholung aus und rechnet immer noch mit einer Fallzahlminderung von über sieben Prozent im Vergleich zu 2019. Gleichzeitig blieben die Kosten für die auf höhere Fallzahlenauslastung ausgelegte Infrastruktur und Personalausstattung bestehen.
"Für das Jahr 2022 bedeutet dies ein prognostiziertes Minus von fast 35 Millionen Euro. Davon entfallen etwa 20 Millionen auf das operative Ergebnis. Etwa 15 Millionen Euro des Defizits sind zurückzuführen auf die Investitionsbelastungen der Vergangenheit und Gegenwart, die nicht vom Land gegenfinanziert wurden", so die Mitteilung der Regionsverwaltung.
Der aktuelle Wirtschaftsplan für das Jahr 2022 ist bereits vom KRH-Aufsichtsrat verabschiedet worden. 
„Rund 80 Prozent der Kliniken können ihrer Kosten nicht mehr aus eigener Kraft decken. Das KRH macht da keine Ausnahme“, sagt Regionspräsident Steffen Krach, gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Klinikum Region Hannover. „Die Corona-Pandemie bringt die Kliniken auch wirtschaftlich an ihr Limit. Wir müssen in der Region Hannover genau hingucken, wo wir unser Profil als Gesundheitsregion weiter stärken können. Als Kommunen können wir aber diese Schieflage nicht alleine abfedern. Hier muss der Bund aktiv werden. Wir brauchen einen Schutzschirm für Krankenhäuser, damit unser Gesundheitssystem wirtschaftlich entlastet wird und weiterhin seine Leistungsfähigkeit behält.“