Hummelschutz braucht Helfer

Die Mooshummel ist gut von anderen Hummelarten zu unterscheiden. Helfer, die als Hummelbeobachter für das NABU-Projekt arbeiten, können über eine App ihre Beobachtung einbringen. (Foto: NABU/Michael Steven)

NABU-Projekt fördert Ansiedlung seltener Arten

Region (r/gg). Der Insektenschwund ist heute in aller Munde, in Fachkreisen ist der extreme Rückgang von Hummelarten bereits länger bekannt. Darum hat der NABUim Jahr 2013 das Projekt „Hummelschutz in Niedersachsen“ in das Leben gerufen. Mit Unterstützung vieler engagierter Ehrenamtlicher konnten wertvolle Erkenntnisse zur Verbreitung der Hummelarten gesammelt und Lebensräume optimiert werden. Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung (NBU), die das Projekt damals gefördert hat, zeigt sich von den Ergebnissen so überzeugt, dass sie jetzt mit 188.000 Euro zur Finanzierung eines weiteren Hummelprojekts beiträgt, an dem sich alle Bürger beteiligen können.
In dem Folgeprojekt „Bestandsschutz für seltene Hummelarten in Niedersachsen“ geht es diesmal zentral um eine Wiederansiedlung seltener Hummelarten. „Ein solches Vorhaben hat es in Deutschland bisher noch nicht gegeben. Weltweit ist nur ein großangelegtes Projekt dazu aus England bekannt. Daher wird es zuerst eine Machbarkeitsstudie geben, für die sich der NABU unter anderem die Expertise aus der britischen Fachwelt einholt“, erklärt Projektleiterin Nicole Feige. Zunächst geht es um die Zielart Mooshummel (Bombus muscorum), einer bundesweit stark gefährdeten Art. „Erweisen sich die Bedingungen als gut und ist die langfristige Ansiedelung der Hummeln durch dementsprechend optimierte Flächen gesichert, werden aus Spenderpopulationen Nachkommen gezüchtet, die schließlich an neuen Standorten ausgesetzt werden.“
Unterstützt wird das NABU-Projektteam dabei wieder von vielen ehrenamtlich engagierten Hummelfreunden. „Die zahlreichen auf ganz Niedersachsen verteilten Hummel-Beobachter gewährleisten, dass Veränderungen im Bestand einzelner Hummelarten frühzeitig erkannt werden“, sagt NBU-Geschäftsführer Karsten Behr. Die Schulungen zur Ökologie und Bestimmung von Hummeln aus dem ersten Projekt und gemeinsame Netzwerktreffen gehen weiter – neue Hummelfreunde sind dabei herzlich willkommen.
Im Laufe des Projektes wird ein digitaler Bestimmungsschlüssel freigeschaltet, den sich jeder als leicht zu bedienende App auf sein Smartphone laden kann. Die App wird um ein Modul erweitert, mit dem Beobachtungen von Hummeln direkt aus dem Gelände in eine digitale Datenbank gemeldet werden können. So entsteht eine Karte mit den Hummelvorkommen in Niedersachsen, die im Internet eingesehen werden kann.
Wer Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit hat oder Hummelschutzflächen zur Verfügung stellen möchte, kann sich ab sofort an die Projektleitung auf der Internetseite www.NABU-Niedersachsen.de/Hummelbestandsschutz wenden.