Hilfe für Frauen in Not

Zuständig für den Ausbau der Frauenberatungsstellen: Mitarbeiter der Region und der Umlandkommunen. (Foto: Terzka/Region Hannover)

Ausbau der Beratungsstellen

REGION (r/gg).Künftig sollen Frauen, die von Gewalt bedroht oder betroffen sind, in der Region Hannover möglichst wohnortnah Hilfe finden. Regionspräsident Hauke Jagau hat entsprechende Verträge mit 16 Kommunen und 16 Beratungsstellen unterzeichnet - der Abschluss eines zwei Jahre dauernden Prozesses zur Neuordnung der Frauenberatungsstellen und ihrer Förderung. Für Petra Mundt, Gleichstellungsbeauftragte in der Region, ein starkes Signal in der Arbeit gegen Gewalt gegen Frauen: „Eine flächendeckende Versorgung mit Frauenberatungsstellen in der Region Hannover ist mir ein jahrelanges Anliegen. Die Fallzahlen über Gewalt an Frauen sind weiterhin alarmierend hoch. Es geht nicht an, dass Frauen, nur weil sie am falschen Ort wohnen, keine Hilfe in Anspruch nehmen können.“
Die Neuausrichtung sieht eine Einteilung der Region Hannover in sechs Teilregionen vor, in denen jeweils mindestens eine Frauenberatungsstelle Anlaufpunkt für Frauen in Not ist. Die Region Hannover steckt künftig mehr Geld in die Hilfe für Frauen in Krisen und Notlagen. Das Beratungsangebot wird erhöht, insbesondere im Umland wird es zusätzliche Sprechzeiten vor Ort geben. Im Südwesten der Region entstehen in Barsinghausen und Springe ganz neue Angebote. Auch Präventionsangebote werden ausgeweitet, beispielsweise in Schulen und Jugendzentren.
Diese neuen zusätzlichen Angebote hat die Gleichstellungsbeauftragte Petra Mundt in einem breit angelegten Beteiligungsprozess mit den Frauenberatungsstellen und den 21 Städten und Gemeinden abgestimmt – mit Erfolg: Die Kommunen stocken im Ergebnis ihre Förderungen auf. Die historisch gewachsene Förderung ist grundlegend überarbeitet worden. Ab dem kommenden Jahr sind die Einwohnerzahlen Grundlage für die Berechnung der Zuschüsse. Somit erhalten 16 Beratungsstellen über neue Zuwendungsverträge mit der Regionsverwaltung für die nächsten Jahre Sicherheit für ihre wichtige Arbeit für die nächsten Jahre. Die Region fördert das Angebot mit insgesamt knapp 1 Million Euro pro Jahr – so der Beschluss der Regionsversammlung, die in ihrer Sitzung am 17. Dezember grünes Licht gab.
Regionspräsident Jagau unterstreicht die Bedeutung der Beratungsstellen: „In den 20 Umlandkommunen der Region Hannover wurden 1.643 Fälle häuslicher Gewalt bekannt. In der Stadt Hannover lag die Zahl der Fälle mit mehr 3.000 noch deutlich höher. Mehr als 80 Prozent der Opfer sind Frauen. Deshalb brauchen sie ein besonderes Angebot. Frauenberatungsstellen bieten Beratung für Betroffene, unterstützen Frauen in Krisen und Notlagen, begleiten sie bei der Verhinderung und der Überwindung von Gewalt. Sie stärken Frauen in der Durchsetzung ihrer Rechte, treten in der Öffentlichkeit für die Überwindung und Ächtung von Gewalt gegen Frauen ein – und sie arbeiten vor allem auch präventiv.“
Uetzes Bürgermeister Werner Backeberg, einer der Sprecher der Hauptverwaltungsbeamten in der Region Hannover, lobt den konstruktiven Prozess: „Die Region Hannover hat von Anfang an die Kommunen mitgedacht und einbezogen. Im Ergebnis sind die fachlichen Argumente für eine bessere Ausstattung der Frauenberatungsstellen bei uns in den Städten und Gemeinden und auch in unseren Räten auf offene Ohren gestoßen. So tragen wir alle dazu bei, dass Frauen in der Region Hannover Hilfe finden, wenn sie sie benötigen.“
Die Beratungen kostenfrei, auf Wunsch anonym und parteilich. Die Beratungsstellen sind in ihrem Angebot und Engagement ausschließlich für die Frauen und für deren Schutz da.