Fachkräfte für die Kitas

Region bietet mehr Ausbildungsplätze

Region (r/gg). Der Bedarf an Sozialpädagogischen Fachkräften ist ungebrochen hoch und wird in den nächsten Jahren weiter anziehen. Kitaplatz-Ausbau, demografischer Wandel und eine höhere Versorgungsquote verschärfen die Situation. In der Region Hannover sind mehrere Hundert Kita-Stellen unbesetzt.
Die Regionsverwaltung weitet jetzt das Berufsschulangebot aus: Zum nächsten Schuljahr bietet die Alice-Salomon-Schule in Hannover einhundert zusätzliche Ausbildungsplätze für sozialpädagogische Assistentinnen und Assistenten sowie Erzieherinnen und Erzieher an. 
„Wir setzen unsere Ausbildungsoffensive konsequent fort und bauen sowohl das Ausbildungsangebot in Vollzeit als auch die berufsbegleitende Ausbildung in Teilzeit aus. Damit ermöglichen wir noch mehr sozialpädagogischen Assistentinnen und Assistenten den Quereinstieg“, berichtete Bildungsdezernent Ulf-Birger Franz im Schulausschuss. Die Region erhofft sich dadurch einen spürbaren Zuwachs an Erst- und Zweitkräften in der Sozialpädagogik.
Im Vollzeitbereich der Alice-Salomon-Schule in Kleefeld entstehen zwei neue Klassen für je 25 angehende sozialpädagogische Assistentinnen und Assistenten beziehungsweise Erzieherinnen und Erzieher. Die Fachschule für Sozialpädagogik richtet im Teilzeitbereich zwei weitere Klassen für je 25 Schüler ein, die eine dreijährige berufsbegleitenden Ausbildung absolvieren wollen. Möglich wird das, weil die BBSen Hannah Arendt und Cora Berliner an ihren Standorten jeweils vier Räume für andere Ausbildungsgänge der Alice-Salomon-Schule zur Verfügung stellen.
Die Ausbildungsoffensive der Region baut auf zwei Säulen: Mehr jungen Menschen einen Zugang zum Beruf zu ermöglichen und die vorhandenen Ausbildungskapazitäten auszubauen. So sind in den vergangenen Jahren berufsbegleitende Ausbildungsangebote in Teilzeit entwickelt und Möglichkeiten zum Quereinstieg geschaffen worden. An der Alice-Salomon-Schule gibt es derzeit insgesamt vier Klassen mit 84 Schülern, die die Klasse zwei der Berufsfachschule für Sozialpädagogische Assistenz berufsbegleitend über anderthalb Jahre absolvieren. In der Erzieherausbildung nutzen aktuell 22 Schüler das berufsbegleitende Angebot über drei Jahre. Hier erhofft sich die Region einen Zuwachs von 50 Schülern.
Aktuell durchlaufen an den vier sozialpädagogischen Berufsfachschulen (Alice-Salomon-Schule, Anna-Siemsen-Schule, BBS Neustadt a. Rbge. und BBS Springe) insgesamt 546 junge Menschen die Berufsfachschule für Sozialpädagogische Assistenz, 220 angehende Erzieherinnen und Erzieher sind an der Alice-Salomon-Schule, in Neustadt am Rübenberge und an der BBS Springe für die Fachschule Sozialpädagogik eingeschrieben.
Die Anna-Siemsen-Schule bietet seit Februar, die Alice-Salomon-Schule seit August eine einjährige Qualifizierung für den Einstieg in die zweite Klasse der Berufsfachschule für sozialpädagogische Assistenz an. Jeweils 22 Teilnehmer nutzen an jeder Schule diese Möglichkeit.
Auch die BBS Springe bietet wegen der hohen Nachfrage inzwischen eine zusätzliche erste Klasse für sozialpädagogische Assistentinnen und Assistenten an. Das Ziel: eine stabile Zweizügigkeit am Standort Springe aufzubauen. Die für die BBS Neustadt geplante Außenstelle am Standort Langenhagen soll bis 2023 realisiert werden. „Wir sind weiterhin mit der Stadtverwaltung und der Schulleitung im Gespräch und suchen nach räumlichen Möglichkeiten, um einen weiteren Standort aufbauen und in die Teilzeitausbildung einsteigen zu können“, so Bildungsdezernent Ulf-Birger Franz.