Einsatzbilanz der Polizei zum Montagabend

Infektionsschutzgesetz erfordert Großaufgebot

Region (r/gg). Am Montag gab es in der Region und in Hannover mehrere angezeigte und nicht angezeigte Versammlungen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort und ahndete Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz.
Im Zuständigkeitsgebiet der Polizeiinspektion Burgdorf stellte die Polizei an drei Standorten nicht angezeigte Versammlungen fest. In Großburgwedel waren 15 Personen in mehreren Kleingruppen unterwegs. Die Einsatzkräfte ahndeten drei Verstöße wegen fehlenden Mund-Nase-Schutzes. In Sehnde wurden 40 Personen festgestellt und in Burgdorf waren fast 70 Personen unterwegs. In beiden Fällen musste die Polizei keine Ordnungswidrigkeitenverfahren einleiten.
Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Garbsen stellten die Einsatzkräfte ebenfalls mehrere angezeigte und nicht angezeigte Versammlungen an den Standorten Ronnenberg, Springe, Wunstorf, Barsinghausen, Neustadt am Rübenberge und Garbsen fest. Insgesamt nahmen rund 450 Personen an den Versammlungen teil, die überwiegend friedlich verliefen. Lediglich in Seelze kam es zu einem Zwischenfall zwischen den eingesetzten Polizeikräften und den Versammlungsteilnehmern. Während der polizeilichen Maßnahmen wurden die Beamten angefeindet. Doch die Lage konnte schnell unter Kontrolle gebracht werden. Die Beamten ahndeten acht Ordnungswidrigkeiten und leiteten ein Verfahren wegen einer Beleidigung ein.
In Hannover fand gegen 17.30 Uhr am Kröpcke eine angezeigte stationäre Versammlung mit circa 40 Teilnehmern der Organisation "Omas gegen Rechts" statt. Die Versammlung verlief ohne besondere Vorkommnisse und wurde gegen 18.30 Uhr beendet.
Mehr als einhundert Personen zogen gegen 17.45 Uhr im Rahmen einer angezeigten Versammlung unter dem Motto "Gemeinsam in die Offensive - gegen Verschwörungstheorien" vom Weißekreuzplatz über die Lister Meile zum Opernplatz. Der Aufzug verlief zunächst störungsfrei. Nach der Beendigung der Kundgebung griff jedoch ein ehemaliger Versammlungsteilnehmer eine Person vom Informationsstand der Organisation "Die Basis", der am Kröpcke aufgebaut war, an. Die Polizeikräfte nahmen den Angreifer, der erheblich Widerstand leistete, fest. Während der polizeilichen Maßnahme kam es zu einer Solidarisierung unter den ehemaligen Versammlungsteilnehmern. Um die polizeilichen Maßnahmen abzusichern, bildeten die Einsatzkräfte eine Polizeikette. Die ehemaligen Versammlungsteilnehmer gingen die Beamten verbal an und versuchten die Polizeikette zu durchbrechen. Daraufhin wurden einige der Personen durch die Einsatzkräfte zurückgedrängt. Dabei griff ein Mann einen Polizeibeamten an und verletzte ihn leicht. Die Polizei nahm den Angreifer fest und brachte ihn in das Polizeigewahrsam. Im weiteren Verlauf kam es zu einer wechselseitigen körperlichen Auseinandersetzung zwischen einer weiteren Person aus der ehemaligen Versammlung und einer Person, die den Kritikern der Corona-Maßnahmen zugeordnet werden konnte. Beide Personen wurden festgenommen. Nach erfolgter Identitätsfeststellung wurde beiden ein Platzverweis ausgesprochen und jeweils ein Strafverfahren wegen Körperverletzung eröffnet.
Mehrmals am Abend musste die Polizei außerdem bei nicht angezeigten Versammlungen im Bereich Bertha-von-Suttner-Platz und Sallstraße sowie Podbielskistraße und Sutelstraße eingreifen. Dort trafen sich jeweils bis zu einhundert Corona-Maßnahmen-Skeptiker. Beim Erblicken der ersten Polizeikräfte entfernten sich die Personen in unterschiedliche Richtungen.
Insgesamt führte die Polizei an diesem Abend elf Identitätsfeststellungen durch, eine Person musste durchsucht werden, elf Platzverweise wurden erteilt und drei vorläufige Festnahmen durchgeführt. Ein Ermittlungsverfahren wegen tätlichen Angriffs und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und drei Verfahren wegen Körperverletzung wurden eingeleitet. Zudem leitete die Polizei acht Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz ein.