Blaue und grüne Infrastruktur geplant

Klimawende soll aus Summe kleiner Bausteine entstehen

Region (r/gg). In einer „gefährdeten Infrastruktur“ lebten die Bürger jetzt, so die Formulierung der Regionsversammlung zur Freigabe von Fördermitteln, die zur „Anpassung an den Klimawandel“ verwendet werden sollen. Rechnerisch stehen jeder der 20 Regionskommunen jetzt rund 5.000 Euro pro Jahr als Zuschuss für sogenannte Anpassungsstrategien zur Verfügung, um den Folgen der Wetterextreme, wie überschwemmte Straßen nach Starkregen, vom Sturm umgeknickte Bäume auf der Fahrbahn oder ausgetrocknete Grünflächen durch Hitze abzuwenden. „Den Städten und Gemeinden kommt beim Umgang mit den Folgen des Klimawandels eine wichtige Rolle zu. Mit der neuen Förderrichtlinie wollen wir sie dabei unterstützen, sich systematisch mit den notwendigen Lösungen zu befassen und die Überlegungen in die Entwicklung der örtlichen Infrastruktur einzubinden“, sagt Regionsdezernentin Christine Karasch. Bezuschusst werden sowohl die Erstellung kommunaler Konzepte als auch die Umsetzung von Maßnahmen. Ziel sei es, sogenannte blaue und grüne Infrastruktur zu schaffen, zum Beispiel Retentionsräume für Niederschlagswasser zu planen, bei Neupflanzungen neue Pflanz- und Bewässerungssysteme zu berücksichtigen oder Bebauung so zu gestalten, dass Hitzeinseln verschwinden.
Auf Nachfrage bei Bernward Schlosswarek, Lehrter Abgeordneter in der Regionsversammlung, zur kritischen Einschätzung der angesichts der Aufgaben relativ bescheiden anmutenden Fördersumme, gibt es Hinweise auf weitere Maßnahmen, die in der Summe etwas bewirken sollen. Er schreibt: „Wir haben einen Zehn-Punkte-Plan zur Verbesserung des Klimaschutzes erarbeitet. Dazu gehört die Förderung von Ladesäulen für E-Autos, der Moorschutz, Konzepte für den Waldbau, ein detailliertes Berichtswesen zu Veränderungen in klimarelevanten Sektoren und Maßnahmen im öffentlichen Nahverkehr.“ Dies sei alles in Eigenregie abzuarbeiten. Die Zuständigkeit liege bei der Regionsverwaltung. Bernward Schlossarek erklärt: „Gerade bei Klimaschutzthemen ist dies wichtig, da viele Maßnahmen zur Verbesserung des Klimas nur durch Bundes- oder Europagesetze gesteuert werden können. Damit unser Klimaschutzpaket ein Baustein zur Klimawende werden kann, stellen wir 15 Millionen zur Umsetzung zur Verfügung. Zurzeit erarbeitet die Regionsverwaltung ein Konzept zur Umsetzung und zum effektiven Mitteleinsatz, damit eine größtmögliche Wirkung erzielt wird.“ Ein Abwägen der Möglichkeiten und mancher Kompromiss sei auch in Zunkunft nötig, so der CDU-Abgeordnete, es wäre aber falsch, keinen Kompromiss zu suchen.