Bäume sind im Stress

Trockener Boden, nicht nur in den Wäldern

Region (r/gg). Seit 70 Jahren wird in Deutschland der Tag des Baumes (25. April) begangen. Aus diesem Anlass machte die Umweltdezernentin der Region Hannover, Christine Karasch, auf die Bedeutung von Bäumen und Wäldern für eine hohe Lebensqualität in der Region aufmerksam: „Ihr Laub filtert Feinstäube aus der Luft und sie binden Kohlenstoffdioxid. Bäume speichern Feuchtigkeit, kühlen, spenden Schatten und sind wichtig für die Frischluftbildung“, sagte sie zu den ökologischen Leistungen. „In einer Großstadt wie Hannover wirkt sich die Eilenriede oder auch die vielen baumbestandenen Parks positiv auf das lokale Klima aus. Die wohltuende Wirkung waldreicher Naherholungsräume in und um die Landeshauptstadt wird von allen Menschen geschätzt“, so die Umweltdezernentin weiter. „In der Region sorgen wir vor, um unsere grünen Lungen zu erhalten und zu stärken“, sagte Karasch.
Die Trockenheit der Jahre 2018 bis 2020, in denen die Temperaturen überdurchschnittlich hoch und die Niederschläge extrem niedrig waren, hat auch den Bäumen in der Region stark zugesetzt. „Durch diesen Stress und durch die Zunahme von Wetterextremen werden die Bäume anfälliger für Krankheiten, Pilze und Schädlinge. Demzufolge sinkt vor allem bei Straßenbäumen die Lebenserwartung. Bedingt durch den Klimawandel können eingewanderte Schädlingsarten wie Eschenprachtkäfer, Kastanienminiermotten oder Eichenprozessionsspinner hier überwintern und sich immer stärker vermehren“, erläuterte Sonja Papenfuß, die Leiterin des Fachbereichs Umwelt in der Regionsverwaltung. 
Zunehmend werden daher in der Region an besonders belasteten Standorten Baumarten gepflanzt, die Hitze und Trockenheit besser tolerieren: Flatterulmen, Silberlinden, Ginkgo-Bäume, Japanische Schnurbäume, Amberbäume oder Blaseneschen. „Unter den klimaresistenten Gehölzen gibt es auch heimische Arten, die bei Ersatzpflanzungen bevorzugt werden sollten, wenn es der Standort zulässt. Sie haben ihren angestammten Platz im Naturhaushalt und bieten einer großen Zahl heimischer Tierarten Lebensraum und Nahrung“, erklärt Sonja Papenfuß. Jedoch lassen die veränderten klimatischen Verhältnisse in Ortschaften an Straßen oder in urbanen Zonen auch punktuell die Anpflanzung nichtheimischer Gehölze sinnvoll erscheinen.
Unter dem Arbeitstitel „Zukunftswald 2030“ unterstützt die Region Hannover den klimafreundlichen Waldumbau in einem mehrstufigen Kooperations-Projekt mit Privatwaldeigentümern. Das Arbeitsprogramm beinhaltet Referenzflächen für eine dauerhaft natürliche Waldentwicklung, die Erprobung klimaangepasster Pionierlaubbäume, die Entwicklung von Bürgerbaum- oder Bürgerwaldstiftungen sowie ein Waldinfozentrum als Lern- und Entwicklungsort. Für das Projekt sollen Förderprogramme auf Bundes-, Landes- oder EU-Ebene in Anspruch genommen werden.
Um für die Auswirkungen des Klimawandels optimal vorbereitet zu sein und hohe Lebensqualität in der Region Hannover zu erhalten, hat die Regionsverwaltung eine umfassende regionale Anpassungsstrategie erarbeitet – das Klimaanpassungskonzept (KLAK). Das Thema klimaangepasste Stadtbäume und Waldbewirtschaftung beschäftigt die Regionsverwaltung und die Kommunen schon deutlich länger. Mehr Informationen unter www.hannover.de