Nur eine Spitzenleistung führt zu einem Heimsieg

Pavel Atman ist wieder im Kader der Recken, seine Leistungsfähigkeit ist nach langer Verletzungspause aber noch nicht wieder voll hergestellt. (Foto: Holger Staab)
 
Recken-Coach Carlos Ortega erklärt TSV-Talent Vincent Büchner eine Spielsituation. (Foto: Holger Staab)

TSV Hannover-Burgdorf hat die Rhein-Neckar Löwen zu Gast

BURGDORF (st). Hält sich die TSV Hannover-Burgdorf am Gründonnerstag zurück oder gehen die Spieler mit Volldampf in das DKB Handball-Bundesligaspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen. Drei Tage später steht das Viertelfinalspiel im EHF-Pokal in eigener Halle gegen die Füchse Berlin auf dem Programm der Recken und damit der zweite Höhepunkt der Saison 2018/2019. Im Vorfeld des DHB-Pokal Final Four in Hamburg hatte Trainer Carlos Ortega seine Spieler in der Partie gegen HSG Wetzlar geschont und die Mannschaft kassierte prompt eine bittere 23:25-Heimniederlage. Gegen die Spitzenmannschaft der Löwen könnte das noch erheblich größere Auswirkungen haben.
Die Belastungen der TSV Hannover-Burgdorf sind groß. Der Kampf an drei Fronten, im DHB-Pokal in der Punktrunde und im EHF-Pokal hinterlässt Spuren. Aber die Spieler um Kai Häfner zeigen in dieser Saison neben einer nicht gerade erfolgreichen Spielzeit in den zusätzlichen Wettbewerben Charakter und wollen auch im internationalen Wettbewerb den Einzug in das Final Four, das in diesem Jahr in Kiel ausgetragen wird, einziehen.
In Hamburg konnten sie das Halbfinale gegen SC Magdeburg nur knapp nicht überstehen, nahmen aber zum zweiten Mal hintereinander an der Endrunde teil und verschafften sich dadurch in Handballkreisen viel Respekt. Jetzt soll in den Europapokalspielen der Erfolg gelingen. Davor kommen aber die Pflichtaufgaben und die nächste Aufgabe heißt am morgigen Donnerstag, 18. April, ab 19 Uhr Rhein-Neckar Löwen. Gespielt wird in der TUI-Arena und die Halle wird vor dem Feiertag gut gefüllt sein. Die Zuschauer hoffen nicht nur auf eine Überraschung der TSV sondern wollen auch die Weltklassespieler, wie Andy Schmid, Alexander Petersson, Patrick Groetzki, Mads Mensah Larsen oder Mikael Appelgren bestaunen.
Die Löwen haben ein erstklassiges Team und Trainer Nikolaj Jacobsen, der den Verein nach der Saison verlassen wird, hat viele Erfolge, unter anderem 2016 und 2017 die deutsche Meisterschaft mit den Löwen feiern können. In der laufenden Serie ist der Erfolg verpufft. Im Pokal und in der Champions-League ist der Burgdorfer Gast früh ausgeschieden und auch der Traum von der Meisterschaft ist spätestens nach der deklassierenden 23:28-Niederlage beim Altmeister und Abstiegskandidaten VfL Gummersbach ausgeträumt, denn acht Punkte Rückstand zum Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt sind wohl nicht mehr aufzuholen.
Aber die Löwen sind extrem stark im Positionsangriff und haben mit den Torwarten Andreas Palicka und Mikael Appelgren eines der besten Torwartduos in der Bundesliga. Die Recken werden es schwer haben, an den Keepern vorbei zu Treffern zu kommen. Trainer Carlos Ortega will die Chance aber nutzen und die hannoverschen Fans sollen eine kämpferische Einstellung zu sehen bekommen. Die Abwehr soll wieder Kompaktheit ausstrahlen und die Gästespieler um Vladan Lipovina zu Fehlern zwingen. Gelingen dann noch schnelle Gegenstöße und die Treffsicherheit ist wieder da, dann ist alles möglich. Vielleicht können die TSVer ja, wie Gummersbach, überraschen und einen Sieg feiern. Im Hinspiel gewannen die Löwen in Mannheim noch sicher mit 29:23-Toren. Zumindest das soll morgen nicht wieder passieren. Die TSV ist um eine Ergebnisverbesserung bemüht, muss aber voraussichtlich noch auf die Hilfe von Mait Patrail, Ilija Brozovic und Lars Lehnhoff verzichten. Die verletzten Spieler werden ihr Team nicht unterstützen können und eventuell auch im EHF-Cup-Spiel am Sonntag ausfallen.