„Wo man singt, da lass dich ruhig nieder...“

Die Sänger vom Kirchhorster Chor „Heidröschen“ im verwegenen Outfit mit Trenchcoat und Schlapphut für den „Kriminaltango“. (Foto: Renate Tiffe)
 
Eine Open-air-Veranstaltung von Isernhagener Bürgern für Isernhagener Bürger. (Foto: Renate Tiffe)

Non-stop-Musikprogramm beim „Jahrmarkt der Chöre“

ISERNHAGEN FB (ti). Die Idee stammt von Anne Drechsel, Leiterin von sechs Chören, deren alljährlicher gemeinsamer Auftritt im Isernhagenhof schon an sich ein Musik-Ereignis in Isernhagen war. Der von ihr in diesem Jahr initiierte „Jahrmarkt der Chöre“ hat dieses Ereignis noch weit übertroffen. 17 Chöre und 320 Sängerinnen und Sänger wetteiferten um die Aufmerksamkeit des Publikums, das vom Vormittag bis zum späteren Nachmittag den Innenhof des Veranstaltungszentrums füllte.
Zwei sich gegenüberliegende Bühnen waren aufgebaut für das Non-stop- Musikprogramm. Der Kinderchor der Musikschule unterhielt die Zuschauer und Zuhörer noch mit Rap-Huhn und Katzentanz als auf der anderen Bühne schon die Sänger vom Kirchhorster Chor „Heidröschen“ im verwegenen Outfit mit Trenchcoat und Schlapphut für den „Kriminaltango“ Aufstellung nahmen. Auch der Wechsel zur normalen blau-schwarzen Sängeruniform klappte reibungslos. Die Damen vom Isernhagen-Chor 50plus – rote Rose am weißen Jackett - waren voller Bewunderung und sahen schon mit Spannung ihrem eigenen Auftritt entgegen. Sie alle gaben ihr bestes, der Shanty-Chor Isernhagen HB, wie die Sänger von „Cantamus“, die Ensemble-Spatzen & Young Vocals wie der Gospel-Chor „Good News“ und der Farster Chor. Die Vielseitigkeit und die Gegensätzlichkeit ihrer Darbietungen machte den Reiz des Tages aus. Es sei ein Tag der Überraschungen meinte Christa Reschke, die Ortsbürgermeisterin von HB, und sinnierte über den Spruch „Wo man singt, da lass dich ruhig nieder...“. Kirchhorsts Ortsbürgermeisterin Dr. Renate Vogelgesang hob das Miteinander und die gute Laune hervor, sowie die große Resonanz des Publikums an einem Tag, an dem auch sonst viel in Isernhagen los war. Knapp 1000 Besucher hatten sich eingefunden.
Mit fortschreitender Uhrzeit ließen auch die Wetterlaunen nach, sodass der Musikgenuss des Publikums ungetrübt war. Dass es sich nebenbei an mehreren Ortes des Hofes und in der Scheune auch mit Getränken und gastronomischen Genüssen versorgen konnte, verlängerte die Verweildauer vieler nicht unbeträchtlich und machte das Musikerlebnis erst richtig rund. Wie schon immer bei den Drechsel-Chören stand der gemeinsame Gesang aller Chöre am Anfang des Programms, das mit dem Lied „Ein schöner Tag“ endete. Es war eine imponierende Präsentation von Isernhagen als musikalischem Standort - und eine Herausforderung für Markus Matschkowski, der die Chöre am Master-Keyboard begleitete. Für das offene Singen danach waren im Programmheft die Texte abgedruckt, sodass das Publikum kräftig mit einstimmen konnte.
Die Open-air-Veranstaltung sei von Isernhagener Bürgern für Isernhagener Bürger gedacht gewesen, sagte Anne Drechsel. Ihr sei es auch darauf angekommen, dass die Chöre sich untereinander besser kennenlernen. Genügend Gelegenheit zur Eigendarstellung war zudem außerhalb der Bühnen an den Ständen im Foyer des Isernhagenhofes gegeben. Nicht selten ging es dabei darum, weitere Sänger zu werben.
Ob eine Wiederholung in einem der kommenden Jahre in Erwägung gezogen werden kann, hängt nicht unwesentlich von den eingenommenen Geldern ab. Neben der immensen Organisation sind auch hohe Kosten für das Festival entstanden. Statt Eintritt wurde nur ein „Wegezoll“ von einem Euro kassiert, in der Hoffnung, dass die „stets hungrige Sparsau“ vom Publikum reichlich gefüllt werde. An die Gemeinde wurde ein Antrag auf Kostenbeteiligung gestellt.
Eine Frage an die Initiatorin blieb noch. Warum ihr Auftritt im Clownskostüm? Die Antwort war ganz einfach. „Was wäre ein Jahrmarkt ohne Clown?