„Weihnachtsreiter“ begeistern auch mit Steckenpferden

Sportlich überraschend und mit besonders pflegeleichten Partnern präsentierten sich die Reitschüler. (Foto: Svenja Steinseifer)
 
Die festlich geschmückte „Jule“ und Michelle Muratz begeisterten mit besonders schwierigen Lektionen der S-Dressurkür. (Foto: Svenja Steinseifer)

Gelungenes Weihnachtsreiten des Reitvereins Kirchhorst

KIRCHHORST (svs). Sie sind tief entspannt, kommen ohne Futter aus und befolgen brav jeden Befehl ihrer Reiter: Dreißig Schulpferdereiter präsentierten sich beim traditionellen Weihnachtsreiten des Reitvereins Kirchhorst auf besonders originelle Art: „Damit möglichst viele mitmachen konnten, bin ich auf die Idee mit den Steckenpferden gekommen“, begründet Reitlehrerin Andrea Hintz ihre Entscheidung.
Zwei Dinge fallen Dr. Renate Vogelgesang jedes Jahr beim traditionellen Weihnachtsreiten auf dem Stadtgut Stelle auf. „Zum einen wie schnell doch so ein Jahr vergeht und die Vorfreude, dass wirklich alle Lust haben, etwas zusammen zu machen“, sagt die Vorsitzende des Reitvereins Kirchhorst. Und darauf komme es an. Eine gute Stunde präsentierten große und kleine Reiter sowie Voltigierer ihr Können in einem abwechslungsreich gestalteten bunten Programm.
„Immer wieder eine Überraschung“ würden die vier- und zweibeinigen Protagonisten bieten. Ganz in weiß gekleidet und mit weißen Sternendecken dekoriert präsentiert Nicole Schüller zum Auftakt ihre Dressur-Quadrille. „Schwierig ist vor allen Dingen die Koordination, das perfekte Ausrichten bei dem Gekringele“, weiß Reitlehrerin Andrea Hintz, die mit ihrer Idee, Steckenpferde für ihre Vorführung zu nutzen, tatsächlich überraschte. „Wir haben insgesamt etwa 75 Schulpferdereiter“, sagt Hintz, „das wäre eng geworden.“ So habe sie zwar ordentlich Muskelkater, aber vor allem Spaß an dieser ganz besonderen Quadrille.
Nicht auf ihr Pony, aber auf Sattel und Trense kann Jaqueline Lücking bei ihrer Springquadrille gut und gerne verzichten. Ohne Zügel lenkt sie „Bombenpony“ Monty souverän über kleine Sprünge. „Ich finde das Weihnachtsreiten immer so toll“, sagt ein ehemaliges Vereinsmitglied, eigens dafür sei sie gekommen. Immer wieder „spannend und schön“ seien die Vorführungen. Besonders spannend gestalteten Holger Hermann, Nicole Schüller, Melanie Koman und Wiebke Vogelgesang ihre Springquadrille. Leise, mit Pistolen bewaffnet und zur Melodie des Western-Klassikers „Spiel mir das Lied vom Tod“ reiten sie in die stockfinstere Halle ein.
„Das Weihnachtsreiten ist vor allem auch dafür da, um den Angehörigen zu zeigen, was man das Jahr über so gemacht hat“, sagt Dr. Renate Vogelgesang. Der „Vereinsgedanke“ werde mit dem Weihnachtsreiten gepflegt. „Bei dieser Quadrille sind zum Beispiel auch zwei Schulpferde dabei“, weiß die Vorsitzende, „es ist wichtig, dass Schul- und Privatreiter etwas zusammen machen – schließlich sind wir ein Verein“, betont sie. Und beim Weihnachtsreiten zeigen alle, was sie im Sattel drauf haben. Von fünf bis 40 reiche die Altersspanne der Akteure.
Ganz still wird es in der vollen Halle, als Michelle Muratz mit „Jule“ einreitet. Festlich geschmückt mit Lichterketten und Glitzergirlanden präsentiert die junge Reiterin Lektionen einer S-Dressurkür, der Königsdisziplin. Dass „Jule“ dabei selbst wie ein vierbeiniger Weihnachtsbaum glitzert, juckt die Stute nicht. „Michelle ist für die Reitschüler ein Beispiel dafür, wie es aussehen könnte“, sagt Andrea Hintz und freut sich genau wie Dr. Renate Vogelgesang über die rege Beteiligung am Weihnachtsreiten. Sogar das traditionelle Entenessen im Anschluss musste „ausgelagert“ werden. Denn für 68 hungrige Reiter sei das vereinseigene Casino nicht ausgelegt. „Toll, wirklich schön“, resümiert Andrea Hintz – trotz Muskelkater.