„Wann bibeln wir wieder?“

Abschied mit Blumen nach mehr als 40 Jahren in der evangelischen Kita Kirchhorst: Ulrike Ahrens mit Superintendent Holger Grünjes (rechts) und der pädagogischen Leitung Lars Arneke. (Foto: Andrea Hesse)

Ulrike Ahrens verabschiedet sich aus der Kita Kirchhorst

Kirchhorst (r/bs). „Wann bibeln wir wieder?“ Diese Frage hörte Ulrike Ahrens in den vergangenen Jahren häufig.
„Bibeln“, ein Verb, das der Duden nicht kennt, ist in der evangelischen Kindertagesstätte Kirchhorst durchaus gebräuchlich: Es beschreibt all das, was während der regelmäßigen Kinderbibelwochen in der Einrichtung so passiert.
Genau 40 Jahre und neun Monate hat Ulrike Ahrens in der Kita Kirchhorst gearbeitet; in dieser Zeit machte sie die Kinderbibelwochen zu einer festen Einrichtung im Jahresablauf. Als Praktikantin hatte die gelernte Erzieherin vor mehr als vier Jahrzehnten in der Kita der Kirchengemeinde St. Nikolai begonnen; als Leiterin verabschiedete sie sich jetzt in den Ruhestand. „Ich mache es wie mein Vater – der hat auch 45 Jahre lang in ein und derselben Firma gearbeitet“, stellte sie an ihrem letzten Arbeitstag fest.
Viele Veränderungen und Entwicklungen, fröhliche und traurige Erlebnisse aus ihrer Zeit in der evangelischen Kita in Kirchhorst wird Ulrike Ahrens in Erinnerung behalten: den Umzug aus der Alten Schule in den Kita-Neubau gleich hinter der Kirche, insgesamt 19 sorgfältig ausgearbeitete Bibelwochen, viele herzliche Begegnungen mit Eltern und Mitarbeitenden, die Freude an der Arbeit mit Kindern – aber auch den Tod eines Jungen aus ihrer Einrichtung, der an Leukämie starb. Dass sie später die Patentante eines weiteren Kindes der betroffenen Familie werden durfte, hat sie damals sehr berührt.
„Heute kommen viele unserer früheren Kinder als Eltern wieder in unsere Einrichtung und mehrere unserer Ehemaligen sind selbst Erzieherin geworden“, erzählt Ulrike Ahrens an ihrem letzten Arbeitstag in Kirchhorst.
Der pädagogische Leiter Lars Arneke und Superintendent Holger Grünjes sind mit Blumen zur Verabschiedung gekommen und danken der langjährigen Kita-Leiterin im Namen des Trägers, des Kirchenkreises Burgwedel-Langenhagen, für ihren Einsatz mit viel Herzblut.
„Jetzt erst einmal Urlaub im eigenen Garten“ – darauf freut sich die scheidende Kita-Leiterin. Natürlich ist diese Freude auch mit Wehmut gemischt, und auch bei ihren Mitarbeiterinnen fließen zum Abschied die Tränen.
Nach dem Urlaub warten dann schon wieder ein paar Vorhaben auf Umsetzung: Ulrike Ahrens möchte ihren Erfahrungsschatz nutzen und sich weiterhin im Ehrenamt in Kitas und Schulen religionspädagogisch engagieren. „Ich habe eine enge Beziehung zur Thomasgemeinde in Leipzig“, erzählt sie; dort wird sicher ein Großteil ihres Engagements seinen Ort finden.
Und dann ist da noch das Backbuch, das Ulrike Ahrens gerne schreiben möchte – es soll natürlich einen religionspädagogischen Hintergrund haben.