„Uns fehlen die Möglichkeiten, auf stetig wachsende Aufgaben zu reagieren“

Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft (v.l.n.r.): Heinz Rinne, Jürgen Heger, Frank Schmidtke, Walter Rinne (40 Jahre) und Philipp Suppan (25 Jahre). (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Ortsbrandmeister Marc Perl beförderte Sandy Mahnkopf-Schirrer (l.) und Claudia van Veen zu Feuerwehrfrauen, Michael Meinhard zum Feuerwehrmann. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Feuerwehr Altwarmbüchen muss sich auf erhöhte Anforderungen einstellen

ISERNHAGEN (bgp). Der Beginn der Jahreshauptversammlung verzögerte sich etwas, da einige aktive Mitglieder der Feuerwehr Altwarmbüchen noch bei einem Einsatz waren.
Ein Baum war durch den Sturm auf den Alten Postweg in Altwarmbüchen gestürzt, ein weiterer drohte ebenfalls zu stürzen. Beide wurden durch den Einsatz von Motorsäge und Seilwinde von der Straße entfernt.
Die Freiwillige Feuerwehr Altwarmbüchen verzeichnete 97 Einsätze in 2013 und somit einen Anstieg um 8 im Vergleich zum Vorjahr. Im Zuge des Jahresrückblickes von Ortsbrandmeister Marc Perl wurde deutlich, dass die Ortswehr nicht nur im Hinblick auf die Einsätze vermehrt gefordert, sondern auch in Planungsaufgaben eingebunden war. Im Verbund mit der Gemeindeverwaltung und den übrigen Ortswehren aus Isernhagen musste der Feuerwehrbedarfsplan mit externer fachlicher Beratung konzipiert werden.
Wichtigste Aufgabe war es jedoch, einen Standort für den Neubau des Altwarmbüchener Feuerwehrhauses zu finden. In der Vergangenheit gab es diesbezüglich Meinungsverschiedenheiten zwischen Feuerwehr und Verwaltung, im April 2013 hatten sich die Akteure auf den Abriss des alten Feuerwehrhauses geeinigt, um am alten Standort später den Neubau errichten zu können.
Während der Bauphase wird es eine Herausforderung sein, Fahrzeuge und Ausrüstung vorübergehend in anderen Gebäuden unterzubringen. Eine abschließende Lösung ist bisher noch nicht gefunden worden, man sei jedoch auf einem guten Weg.
Kritik äußerte Marc Perl an der Verwaltung bezüglich der langwierigen Bewilligung von Mitteln zur Neu- und Ersatzbeschaffung von Material. Hier sei es notwendig, dringend erforderliche Materialanschaffungen schneller realisieren zu können. Die Feuerwehr Altwarmbüchen müsse sich in Zukunft auf erhöhte Anforderungen einstellen.
Der Neubau von Möbel Höffner mit einer lichten Höhe von 35 m umfasst zusammen mit dem neuen A2-Center eine mehrgeschossige Verkaufsfläche von etwa 37.500 m², außerdem ist ein fünfgeschossiges Parkhaus an den Gebäudekomplex angegliedert. Einen Vorgeschmack konnte die Wehr bereits im Oktober 2013 bei der Eröffnung des A2-Centers bekommen, die sie mit einer 10-stündigen Brandwache vor Ort begleitete.
Lobend erwähnte Marc Perl, dass die Feuerwehr Altwarmbüchen bei der Gebäudeplanung und zur Vorbereitung der Eröffnung konstruktiv eingebunden worden sei. Weitere größere Schwerpunkte werden das neue Hauptwerk von Toyota mit eigener Lackiererei und Produktion für Flurfahrzeuge sowie die neue große Siedlung Wietzeaue am Stadtbahnendpunkt in Altwarmbüchen sein.
Dem entsprechend muss in die technische Ausrüstung investiert werden, um den zukünftigen Anforderungen gerecht werden zu können. Dies wirft auch die Frage auf, ob die notwendige Tagesverfügbarkeit personell ausschließlich auf ehrenamtlicher Basis gewährleistet werden kann.
Als größte Ortswehr in Isernhagen ist Altwarmbüchen mit 65 aktiven Mitgliedern zwar gut ausgestattet, dennoch ist nicht sicher, ob die personelle Ausstattung auf Dauer für die wachsenden Aufgaben genügen wird. Aktionen zur Mitgliedergewinnung insbesondere im aktiven Bereich brachten bisher keinen Erfolg.
Im Nachwuchsbereich braucht sich die Altwarmbüchener Wehr bisher noch keine Sorgen zu machen. Jugendfeuerwehrwart Patrick Schmuhl konnte sich im vergangenen Jahr über 4 Neuzugänge freuen, die Jugendfeuerwehr umfasst aktuell 24 Mitglieder. Diesen Trend konnte Kinderfeuerwehrwartin Claudia van Veen durchaus bestätigen und äußerte, dass es richtig gewesen sei, eine Kinderabteilung zu gründen.
Zwar verließen auch Kinder wieder die Wehr, einige aus mangelndem Interesse, aber auch viele aufgrund von erhöhtem Schulstress. Neue Anfragen kämen jedoch regelmäßig und man könne derzeit mit 25 Kindern in der Gruppe gute Nachwuchsarbeit leisten.