Übungen für den Ernstfall

Rettung gelungen: Die Einsatzkräfte transportieren den rund 75 Kilo schweren Dummy auf einer Trage vom Flachdach des Gebäuderiegels der Grundschule Isernhagen NB. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Isernhagener Feuerwehr-Alarmgruppen lösten komplexe Szenarien auf unbekanntem Terrain

ISERNHAGEN (bgp). Hitze, wenig Schlaf und viel Körpereinsatz: Das erste Juniwochenende gestaltete sich für die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehren in Isernhagen sehr arbeitsreich. Auf Gemeindeebene übten die Alarmgruppen aus insgesamt acht Ortswehren zeitlich versetzt vier Szenarien für den Ernstfall. Die beteiligten Einsatzkräfte hatten sich für das Übungswochenende auf dem Baubetriebshof Altwarmbüchen in Zelten einquartiert, wo sie vom DRK Isernhagen verpflegt wurden.
Auf dem Plan standen Erkundung und Lageerfassung auf unbekanntem Terrain, umsichtige Einsatzleitung ebenso wie Personensuche und Menschenrettung unter Einsatz von Atemschutz in Gebäuden mit starker Rauchentwicklung. Eine besondere Herausforderung, die selten im alltäglichen Einsatzgeschehen vorkommt, war die Übung einer Menschenrettung nach einem Stromunfall mit Folgebrand in der HB´er Bahnhofstraße. Umsichtiges Handeln und Eigenschutz waren vor dem Hintergrund einer abgerissenen stromführenden Oberleitung gefordert, um einen verletzten Baggerfahrer und seinem Kollegen sicher helfen zu können.
In Isernhagen NB musste ein verunfallter Handwerker vom Flachdach eines Gebäuderiegels der Grundschule gerettet werden. Als trickreiches Hindernis erwies sich eine stromführende Photovoltaikanlage, die spannungsfrei geschaltet werden musste. „Personenrettung plus Brandbekämpfung, um den Übergriff der Flammen auf das Nachbargebäude zu verhindern, dann noch die Stromspannung, das lief alles richtig gut“, kommentierte der Isernhagener Gemeindebrandmeister Clive von Plehn den Verlauf der ersten Übung an der Grundschule. Er beobachtete das Geschehen und stand für Fragen zur Verfügung. Zur neutralen Bewertung und „Manöverkritik“ der Übungen wurden Jens Heindorf, Ortsbrandmeister von Langenhagen, und der Burgwedeler Stadtbrandmeister Ingo Motl als externe Beobachter herangezogen. Sie besprachen die Ergebnisse mit den Einsatzleitungen der Alarmgruppen.
Erschwerend kamen für die Feuerwehrkräfte an diesem Wochenende pralle Sonne und Temperaturen bis 30 Grad hinzu, die sie unter der Einsatzkleidung kräftig schwitzen ließen. Da war es ein Segen, sich zwischendurch mit gut gekühlten Getränken im Hauptquartier auf dem Bauhof zu erfrischen.