Turbulenzen um den Isernhagenhof haben sich verschärft

Wie geht es weiter mit Isernhagens Kulturstätte, dem Isernhagenhof. (Foto: Renate Tiffe)

Dorn: „Keine Sorge um die Zukunft – Wir sind gut auf dem Weg“

ISERNHAGEN FB (ti). Nach dem spektakulären Rücktritt des ersten Vorsitzenden des Isernhagenhof Kulturvereins, Rudolf Scharff, haben sich die Turbulenzen um Isernhagens Kulturstätte verschärft. Begonnen hatten sie mit der Kündigung des langjährigen Geschäftsführers, Jürgen Hanisch, der den Isernhagenhof über die Jahre in ein nicht mehr zu verantwortendes Defizit geführt hatte. Jetzt soll alles anders werden. „Keine Sorge um die Zukunft“, sagt der kommissarische Vorsitzende des Kulturvereins, Wolfgang Dorn „wir sind gut auf dem Weg“.
Dorn, bisher einer der beiden Stellvertreter des Vorsitzenden, vertritt den geschäftsführenden Vorstand sozusagen im Alleingang, nachdem der zweite Stellvertreter schon vorher aus Gesundheitsgründen zurückgetreten war. Ein neuer Vorstand sei im Werden, sagt er. „Wir arbeiten an einer Lösung insgesamt. Gespräche mit der Gemeinde finden statt.“ Genaueres wolle er noch nicht sagen. Es sei in letzter Zeit soviel geredet worden, zum Schaden für den Isernhagenhof. Jetzt sei es Zeit für eine Phase der Ruhe und der Konsolidierung. Nur soviel: die Hauptversammlung, die laut Satzung jeweils im ersten Halbjahr stattfinden soll und zu der 30 Tage vorher eingeladen werden muss, werde im August stattfinden. Vorher werde es einen Brief an die Mitglieder geben, der auch der Presse zugänglich gemacht wird.
Unterdessen laufe die Kulturarbeit weiter, so Dorn. Das Programm für das nächste halbe Jahr stehe fest. Ein Flyer mit den Terminen gehe in diesen Tagen in Druck.
Der kommissarische Vorsitzende äußerte sich auch zu der Bestandsaufnahme, die für eine Behebung des Defizits unerlässlich ist. An der war Scharf letztlich gescheitert, weil sich zu viele Grauzonen auftaten, an welchen immer Menschen beteiligt sind. Eine Bürostruktur war nicht vorhanden. Die Klärung dieser Grauzonen werde weiter das Anliegen des Vereins bzw. des neuen Vorstands sein, erklärte Dorn. Der Isernhagenhof müsse schnell wieder zu gesicherten Strukturen kommen, auch ohne Geschäftsführer. Der Mietspiegel müsse eine klare Kosten-Nutzen-Rechnung beinhalten. Verträge würden nicht mehr auf fester Honorarbasis abgeschlossen. Auf diese Weise werde die Konsolidierung eingeleitet. Die Bemühungen in dieser Richtung seien ein Verdienst von Scharff gewesen.
Eine schonungslose Aufklärung aller Umstände, die als Ursache für das Defizit anzusehen sind, hatte Bürgermeister Arpad Bogya nach dem Rücktritt von Scharff angekündigt. Er gehört dem erweiterten Vorstand des Kulturvereins seit Beginn von Amts wegen an, ebenso wie der Ratsvorsitzende Burkhard Kinder, der allerdings erst ab 2010 den Platz einnahm. Jetzt sieht Bogya die Aufgabe des Aufräumens ausschließlich beim Vereinsvorstand. Er sei zuversichtlich, dass der Verein sich darum kümmern werde, meint er. Die Gemeinde werde dabei helfen.
Scharfe Töne brachte zuletzt Friedrich Redeke in diese Vorgänge. Er sah sich als Ortsbürgermeister von FB, dem Standort des Isernhagenhofs, und als Ratsherr der Gemeinde verpflichtet, in form eines Zwölf-Fragen Katalogs an die Gemeindeverwaltung zur Klärung der Dinge beizutragen. Redeke zählt auch zum Beirat des Kulturvereins, der allerdings nur für kulturelle Fragen zuständig ist. Der Brief geriet an die Öffentlichkeit und sorgte für Aufregung. Dorn wies ihn als unangemessene Kritik zurück. Es werde eine Antwort der Verwaltung geben, die aber nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sei, sagte Bogya dazu.
Für den steuerzahlenden Bürger stellt sich die Frage, warum sich Rat und Verwaltung nicht schon viel früher um den Isernhagenhof gekümmert haben, in den viel Geld geflossen ist. Schon der Vorgänger von Scharff hatte dessen mangelnde Verankerung in der Politik moniert. Die Kulturarbeit des Vereins werde offensichtlich unterschätzt, hatte Günter Krüger geschrieben.