Statt Regatta gab es erst einmal Spiele gegen die Flaute

Versteckt in den Booten: Spielerische Fragen zum Segeln. (Foto: Svenja Steinseifer)

Gute Stimmung beim Optipostpokal trotz widriger Wetterbedingungen

ALTWARMBÜCHEN (svs). Segler könnten alles vertragen – Hagel, Regen, Sturm – nur keine Flaute. 50 Opti-Segler warten am vergangenen Sonnabend am Altwarmbüchener See wenigstens auf eine Windstärke. „Es ist trotzdem eine tolle Stimmung“, sagte Hans Pietsch, „trotz Flaute mault keiner!“
Vier Knoten – 7 Kilometer pro Stunde Windgeschwindigkeit braucht ein „Optimist“ wenigstens, um segeln zu können. Zum Start des Optipostpokals herrschte bestes Bade- und schlechtes Regattawetter. 50 Segler und Seglerinnen von acht bis 14 Jahren warteten auf den Startschuss. Der ehemalige Jugendwart des Wassersportvereins Altwarmbüchen, Hans Pietsch, freute sich dennoch: „Trotz der unsicheren Lage sind auch Teilnehmer aus Flensburg angereist“, sagte er. Genau wie sieben junge Segler des Partnervereins aus Rechlin an der Müritz.
„Mindestens unter die ersten 20 kommen“, das hatte sich Toni vorgenommen. Wasser sei sein Lieblingselement, so der 12-Jährige, der lieber taucht als schwimmt und am liebsten segelt. Seit „grob geschätzt“ 12 Jahren steuert er seine Jolle und an Wochenenden sei er oft unterwegs. Für den Nachwuchssegler vollkommen in Ordnung. „Wenn hohe Wellen sind, dann wird es schwierig“, weiß Toni. Für den „Optipostpokal“ stehen die Aussichten auf einen der vorderen Plätze also gut.
„Die Pole-Position muss man sich bei einer Regatta erkämpfen“, erklärt Wettkampfleiter Fabian Will. Von fünf bis null werde ein Countdown herunter gezählt. „Bei null müssen die Optimisten die Startlinie überqueren“, sagt Will. Berühren dürfen sich die Boote während des Start-Gedrängels nicht. Auch die Bojen, die den Dreiecks-Kurs markieren, müssen korrekt umfahren werden und unberührt bleiben. Insgesamt fünf Wettfahrten stehen für den „Optipostpokal“ auf dem Programm. Jeder Platz sei dabei ein Punkt. „Wer die wenigsten Punkte hat, gewinnt“, erklärt Will. Gestartet wird in zwei Gruppen. Anfänger segeln in der B-Gruppe, die Fortgeschrittenen setzen in der A-Gruppe ihre Segel. „Für die A-Gruppe ist jede Wettfahrt ein Wertungslauf“, sagt der Wettkampfleiter, „beim Optipostpokal können so wertvolle Punkte für die Meisterschaft gesammelt werden.“
Für den Wassersportverein Altwarmbüchen sei der Optipostpokal eine große Herausforderung. „Teilnehmer und Besucher müssen verköstigt werden“, sagt Organisator und Spartenleiter Segeln des Vereins Michael Teichert. „Die Zusammenarbeit der Vereine ist große Klasse“, lobt Hans Pietsch und bedankt sich an dieser Stelle bei allen Beteiligten und beim TUS Altwarmbüchen.
Lennart würde die Wartezeit am liebsten mit Schwimmen überbrücken. Bei viel Wind werde es für den 9-Jährigen schwierig. „Da muss man aufpassen, dass man nicht umkippt!“ Daher gehören „Kenterübungen“ zum Pflichtprogramm bei der Ausbildung der Nachwuchssegler. „So nach zwei Jahren kommt bei den meisten der Knackpunkt“, weiß der Übungsleiter des Müritz-Segelvereins Rechlin, „die Angst vor dem Kentern.“ Dann müsse jeder „einmal über diese Brücke springen“. Lennart ist gesprungen – seit vier Jahren segelt er seinen „Optimisten“.
Kritisch für die Opti-Segler werde es generell bei sechs Windstärken. Davon sind die 50 Optipostpokal-Teilnehmer in Altwarmbüchen weit entfernt. Der diesjährige Optipostpokal startete zunächst einmal an Land – mit einem Wettkampfspiel.