Spannende Diskussionsrunde mit Projektteam zu Kinderrechten

Das Projektteam der Realschule Isernhagen hatte sich sehr gut vorbereitet auf die Diskussion mit dem Bundestagsabgeordneten Dr. Hendrik Hoppenstedt. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Dr. Hendrik Hoppenstedt besuchte die Realschule Isernhagen

ALTWARMBÜCHEN (bgp). In einer anderthalbstündigen Diskussionsrunde zur UNICEF-Kinderrechtskonvention nahm der Bundestagsabgeordnete Dr. Hendrik Hoppenstedt am Donnerstagmorgen Stellung zu den Fragen von Schülerinnen und Schülern der Realschule Isernhagen. Aus den Klassen 5 bis 10 hatte sich eine 20-köpfige Projektgruppe zusammengeschlossen und unter der Leitung von Lehrerin Annegret Jendritzka eingehend auf das Thema vorbereitet. Ingeborg Klämbt-Neuwirth und Antje Wolter nahmen als Vertreterinnen von UNICEF ebenfalls an der Runde teil.
Gespannte Erwartung herrschte unter den Beteiligten, als sie auf das Eintreffen des Bundestagsabgeordneten warteten. Dr. Hendrik Hoppenstedt erwies sich als entspannter Diskussionspartner, dem nach einer kurzen Vorstellung mutig und kompetent Fragen gestellt wurden. Diese betrafen in erster Linie Rassismus, Kindersoldaten, Kinderarbeit und die Wahrung der Privatsphäre von Kindern. Dabei bewegte die Schüler vor allem, warum so mit Kindern umgegangen wird und was sie selbst zur Verbesserung der Situation beitragen können.
Hoppenstedt wurde auch um Stellungnahme gebeten, welchen Handlungsspielraum die Bundesregierung in diesen Problembereichen habe. Dabei machte der Abgeordnete am Beispiel Kindersoldaten deutlich, dass für die Bundesregierung in vielen Bereichen auch nur eingeschränkter Handlungsspielraum möglich ist. Länder, die kein Gesetz gegen den Einsatz von Kindersoldaten unterschrieben haben, ließen sich auch durch die Ächtung und Verurteilung anderer Nationen nicht davon abhalten, Kinder als Soldaten einzusetzen. Entsprechendes Handeln könne oft nur mit Gewalt erzwungen werden, es sei jedoch nicht möglich, bei jedem Bürgerkrieg zu intervenieren.
Der Politiker ließ die Schülerinnen und Schüler mit der Aussage "Wir werden das Elend dieser Welt nicht komplett lösen können“, jedoch nicht allein. Er gab vor allem Anregungen, wie man mit eigenen Mitteln Möglichkeiten zum Handeln habe. Die Übernahme einer Patenschaft sei ein Weg, um ein Kind zu unterstützen, das in einem armen Land lebt und über die Patenschaft Chancen auf Bildung und gesunde Ernährung bekomme.
Hier in Deutschland könne man den Flüchtlingen aus Syrien schon mit einfachen Mitteln helfen, die jedem zur Verfügung stünden. Für die Betroffenen sei es leichter sich zu integrieren, wenn man sie in die Familien einlade und ihnen zeige, wie das Leben hier in Deutschland funktioniert. Die Schülerin Marie hatte dazu einen besonders konstruktiven Beitrag, der alle mit Schmunzeln erfüllte: „Wir sollten nicht nur zeigen, wie es bei uns funktioniert, sondern uns auch zeigen lassen, wie es bei ihnen läuft".
Jeder Mensch könne mit seinem Konsumverhalten könne etwas bewirken, so Hoppenstedt. Man habe mit der Auswahl von Kleidung, die unter menschenwürdigen Bedingungen und ohne Kinderarbeit hergestellt werde, ein Mittel in der Hand, um Einfluss zu nehmen. Außerdem solle man sich immer fragen stellen: „Ist das wirklich notwendig?" - und auf das ein oder andere verzichten. Auch die Entscheidung für Secondhand-Kleidung sei dazu ein bedenkenswerter Ansatz.
Deutlich wurde im Zuge der Diskussion auch, dass die materielle und bildungspolitische Situation für die meisten Kinder in Deutschland weitaus besser ist, als in anderen Ländern. Im Gegensatz dazu steht die Tatsache, dass Rassismus und Diskriminierung in Deutschland, ihrem Heimatland, immer noch verbreitet sind.
In der Veranstaltung zeigte sich, dass die jungen Menschen ein Bewusstsein für die Probleme anderer entwickelt und damit auch die eigene Situation konstruktiv reflektiert haben. Hoppenstedt diskutierte mit ihnen auf Augenhöhe und sparte dabei nicht mit eigenen Erfahrungen, um seine Gesprächspartner authentisch und beherzt zu mitmenschlichem Handeln zu ermuntern.