Sonderkonzert mit Klezmer-Musik in Christophorus Altwarmbüchen

Vereint in der gemeinsamen Liebe zur Klezmer-Musik: Die sechs Mitglieder der multireligiösen Gruppe „Schalom“. (Foto: Gruppe Schalom)

Christen, Juden und Muslimin musizieren gemeinsam

ALTWARMBÜCHEN (r/kl). Im Rahmen seiner Reihe „Sonderkonzerte zur Förderung der Kirchenmusik“ lädt der Förderkreis der evangelisch-lutherischen Christophorus Kirche in Altwarmbüchen zu einem Abend ein, der ganz der Klezmer-Musik gewidmet ist. Am Sonntag, 9. Oktober, ab 18.00 Uhr bietet sich Gelegenheit, diese einzigartige Musik in all ihren schönsten Varianten kennen zu lernen und zu erleben.
Sechs Musiker/innen, die ihre ursprüngliche Heimat in der Ukraine, Russland, Kirgisien, Rumänien und Deutschland haben, fanden sich in Hannover zu der multireligiösen Gruppe Schalom zusammen: Drei Juden, zwei Christen und eine Muslimin, die jüdische Lieder singt. Trotz ihrer unterschiedlichen kulturellen und religiösen Herkunft gibt es mindestens eins, das sie alle vereint: die Liebe zur Klezmermusik.
Diese Musikrichtung hat ihren bis ins Mittelalter reichenden Ursprung im osteuropäischen Raum und wird von jüdischen Musikern auf Festen, besonders Hochzeiten, dargeboten. Der Einfluss rumänischer, russischer, ukrainischer bulgarischer, griechischer, türkischer und ungarischer Musik macht die Klezmermusik so vielfältig. Es ist eine Musik, die zu Herzen geht, weil sie mit eingängigen Melodien nicht nur fröhlich und temperamentvoll ist, sondern auch den Ernst des Lebens hörbar macht.
Naum Nusbaum, in der Ukraine war er Orchesterdirigent, leitet dieses Ensemble und sorgt am Piano für den richtigen Groove. Seine Frau Lilia – aus Kirgisien stammend – hat eine Gesangs- und Tanzausbildung. Sie singt Lieder auf Russisch, Kirgisisch, Hebräisch und Jiddisch.
Wenn die Geigerin Natalia Reznikowa den Csárdás spielt, kann es vorkommen, dass es das Publikum von den Sitzen reißt. Die Klarinette, ohne deren typisches Jubeln, Jauchzen und Klagen die Klezmermusik nicht vorstellbar ist, wird von Andrej Sitnov meisterhaft gespielt. Der Rumäne Julian Mardare macht am Bass die Musik zu einer runden Sache und für eine Prise Würze sorgt Regina Pingel mit ihren Rhythmusinstrumenten.
Der Eintritt für dieses besondere Konzert, der wie immer überwiegend der Förderung der Kirchenmusik zugutekommt, beträgt wie gewohnt zehn Euro.