Realverband pflanzt Eichen

Unterstützung erhielten die Mitglieder des Realverbandes von der Freiwilligen Feuerwehr Stelle. (Foto: Klaus Gutsch/Realverband Stelle)

Landwirte ersetzen sterbende Kastanien in Kirchhorst

Stelle/Kirchhorst (r/bs). Realverband, was ist das eigentlich? Nicht nur Großstädter wissen mit diesem Begriff oftmals wenig anzufangen.
Realverbände sind Selbstverwaltungskörperschaften des öffentlichen Rechts. In ihnen sind Landwirte organisiert, die in Feld und Flur als Gemeinschaftseigentum z. B. Wege und Gräben unterhalten. Im ehemals eigenständigen Dorf Stelle, seit 1929 Ortsteil von Kirchhorst, erstreckt sich das Verbandsgebiet des Realverbands Stelle auf knapp 300 Hektar. Der Anteil der auf Kosten der Mitglieder zu pflegenden Wege und Gräben beträgt rund 18 Hektar.
Wo immer möglich und notwendig bemühen sich die Landwirte, den Seitenbereich ihrer Wege durch Pflege und Neuanpflanzung von Büschen und Bäumen aufzuwerten. Ob Niederwild oder Vogelwelt, alle sollen sich artgerecht heimisch fühlen.
Ebenso Spaziergänger und Radfahrer (nicht Autofahrer), die die Wege zwischen den Feldern gern nutzen dürfen. Sie sollten sich aber bewusst sein, dass der landwirtschaftliche Verkehr der Grundeigentümer mit seinen oftmals mächtigen Treckern und Gespannen in übertragenem Sinne „Vorfahrt“ hat.
Die vom Realverbandsvorsitzenden Ulrich von Rautenkranz um die Jahrtausendwende am Rothkamp, Abzweig vom Bolzplatz im hinteren Bereich der Moorstraße, gepflanzten Kastanien sind leider abgängig. Durch die Miniermotte und in deren Gefolge einer seit einigen Jahren leider auch in Norddeutschland vermehrt auftretenden bakteriellen Rindenkrankheit gehen immer mehr Kastanien ein. Die Rinde reißt auf und im fortgeschrittenen Stadium sterben Teile der Krone ab, da der Stamm sie nicht mehr mit Nährstoffen und Wasser versorgt. Etliche Kastanien mussten bereits aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden.
Auf Beschluss der Mitgliederversammlung des Realverbands Stelle soll es an besagtem Ort aber eine Baumallee geben. Darum wurden aus eigenen Mitteln in einem ersten Schritt zwölf für Region typische Eichen gepflanzt. Unterstützung erhielten die Realverbandsmitglieder bei ihrem ehrenamtlichen Einsatz auch von der Freiwilligen Feuerwehr Stelle, die einen im Löschfahrzeug ohnehin anstehenden Wasseraustausch nutzte, um die Bäume kräftig zu wässern.