Programm zur Friedensdekade

Theatergastspiel im Antikriegshaus am 11. November

SIEVERSHAUSEN (r/gg). Im Rahmen der diesjährigen Ökumenischen Friedensdekade zeigt das Antikriegshaus, Kirchweg 4A, am Sonntag, 11. November, um 16 Uhr das Stück „Das Boot ist voll“ in einem Gastspiel des Theaters in der List aus Hannover.
zur handlung: Vor der italienischen Insel Lampedusa versinkt am 3. Oktober 2013 ein mit 545 Flüchtlingen völlig überladener Kutter. 366 von ihnen ertrinken: Menschen, die vor Krieg und Armut flohen, voller Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa. Ganz normale Menschen werden plötzlich mit der Rettung und dem Tod von Flüchtlingen konfrontiert. Diese unfreiwillig übernommene Rolle verändert ihr Leben und, zumindest teilweise, ihre Ansichten. Nichts wird mehr so sein, wie es vorher war.
Am Beispiel von Vito, der eine kleine Eisdiele auf Lampedusa betreibt, erlebt das Publikum die Auseinandersetzung mit der Katastrophe und ihre noch nach Jahren spürbaren Folgen. Mitleid und Empathie, Zorn und Ohnmacht, aber auch Hoffnung und Menschlichkeit prägen das Stück. Es ist die Geschichte einer Auseinandersetzung mit unserer sozialen Verantwortung, unseren Werten und Widersprüchen und damit Teil einer hochaktuellen Debatte. Nur der Zufall hat Vito und seine Freunde vor diese Aufgabe gestellt. Sie waren einfach da, wo auch wir hätten sein können. Sie haben nur das getan, was man tun musste - und wahrscheinlich die meisten Menschen auch tun würden. Das Stück lehnt sich thematisch und inhaltlich an die erfolgreiche szenische Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“ an, die der Autor mit einer ehrenamtlichen Arbeitsgruppe aus Hannover seit 2014 bundesweit präsentiert hat, geht jedoch über die Grenzen einer eher dokumentarischen Beschreibung hinaus und ermöglicht einen neuen Blick auf die gesellschaftlichen Folgen der Flüchtlingsbewegung.
Der Eintritt zu der Theateraufführung ist frei.
Eröffnet wird die Friedensdekade in Sievershausen traditionell vor der Veranstaltung um 14.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der St. Martinskirche, der wieder vom Team des Nagelkreuzzentrums unter der Leitung von Gisela Fähndrich, Präsidentin des Antikriegshauses gestaltet wird. Das Motto der diesjährigen Dekade lautet „Krieg 3.0“
Zwischen Gottesdienst und Beginn der Theaterveranstaltung besteht im Antikriegshaus Gelegenheit zu einer Tasse Kaffee und Kuchen.