Piraten eroberten Insel im Kirchhorster See

Die Insel ist erobert. Siegerpose der Piraten und Beifall von den Zuschauern auf dem Steg. (Foto: Renate Tiffe)

Traditionelles Anschwimmen der Kirchhorster CDU

KIRCHHORST (ti). Nach Tagen schien am Sonntagmorgen wieder einmal die Sonne. Aber es wehte ein scharfer Wind und das Thermometer zeigte lausige 11 Grad zu Lande und zu Wasser. Die übliche Schar von Unentwegten, etwa 40 bis 50 Leute, hatte sich trotzdem am Kirchhorster See eingefunden. Anschwimmen war angesagt.
Seit mehr als zehn Jahren ist der CDU-Ortsverband Veranstalter der Aktion. Und lange schon gibt es ein Motto, unter dem die Schwimmer  sich ins kalte Nass stürzen. Seeräuber-Romantik sollte es diesmal sein. Einige verwegene Piraten waren schon unter dem Publikum zu sichten und im See schwamm neben dem eigens hergerichteten Steg eine kleine Insel mit Totenkopf- Flagge. „Nicht dass wir etwas mit der Piratenpartei zu tun haben wollen“, stellte der Partei-Vorsitzende Thomas Mazur noch klar, ehe er den Dreispitz und die wärmende Jacke ablegte. Drei weitere tapfere Mannen präparierten sich ebenso und ab ging`s – so als machte die Kälte  gar nichts. Die Kinder Sarah und Timo waren dabei und wie immer „unser Taucherkapitän“ Vorstandsmitglied Wolfgang Seibt. Er watete allerdings im wasserdichten Neopren-Anzug durch die seichte Tiefe. Zum Antrinken des gefundenen Schatzes, einer Flasche Sekt, war er aber noch rechtzeitig an der Insel.
Zu ihrem Bedauern nicht dabei sein konnte diesmal die Ortsbürgermeisterin Dr. Renate Vogelgesang. Sie hatte sich kurz vorher einer Kieferoperation unterziehen müssen – bot sich aber als „Mannschaftsärztin“ an. Ein Dienst, der nicht gebraucht wurde, denn nach kurzer Zeit war  das Spektakel vorbei. Die Schwimmer enterten den Steg, ließen sich die Handtücher reichen und das übrige Publikum begab sich an den Stand im Grünen, wo es wärmende Getränke und Kuchen gab.
Einen Vorteil hatte das Anschwimmen noch. Vorher mussten See und Umgebung von Unrat befreit werden. Drei Säcke leerer Flaschen haben wir weggeschleppt, Überbleibsel der vergangenen, und nicht mehr zugelassenen, sommerlichen Beach-Herrlichkeit im vergangenen Jahr, berichtete Ratsmitglied Heinz Holsten.