Neuer Pastor in der St.Nikolai-Kirche in Kirchhorst

Jens Seliger (links) wurde von Superintendent Martin Bergau in sein Amt eingeführt. (Foto: Renate Tiffe)

Jens Seliger von Superintendent Bergau in sein Amt eingeführt

KIRCHHORST (ti). Die Kirchengemeinde von St. Nikolai, zuständig für die Ortsteile Kirchhorst und Neuwarmbüchen, hatte Glück. Der Übergang von Pastorin Christine Behler, die die Gemeinde 16 Jahre lang betreut hatte, und im August nach Arnum wechselte, zu ihrem Nachfolger vollzog sich fast nahtlos. Schon im September trat Jens Seliger an ihre Stelle. Im Oktober wurde er von Superintendent Martin Bergau offiziell in sein neues Amt eingeführt.
Die altehrwürdige Kirche im prächtigen herbstlichen Blumenschmuck konnte die große Zahl der Besucher an diesem Sonntagnachmittag kaum fassen. „Jauchzet dem Herrn alle Welt“, sang die Gemeinde als der Kirchenvorstand mit Jens Seliger und den begleitenden Pastoren einzog. Der Kirchenchor und die Kinder der Kita Kirchhorst mit ihrer Darstellung von der Sintflut bereicherten den Gottesdienst, was die Gemeinde zu Beifall bewog.
Viele Gemeindemitglieder aus Hankensbüttel waren mit anwesend. Dort hatte Seliger zehn Jahre lang seinen Dienst versehen, nachdem er aus Afrika zurückgekehrt war. Zehn Jahre hatte er mit seiner Familie in Durban in Südafrika zugebracht, die demokratischen Veränderungen dort mit erlebt und in drei christlichen Gemeinden gewirkt. Einige seiner Wurzeln sind da geblieben, bekannte er – was dem Festgottesdienst in St. Nikolai eine besondere Prägung verlieh. Das Lied, das so exotisch von der Orgelempore her erklang, wurde als besondere Reverenz an den neuen Pastor vom Chor „Cantamus“ dargebracht, mit der beeindruckenden Solostimme von Astrid Gutsch.
Vor der Einsegnung überreichte Bergau die Urkunde, an die Verpflichtung erinnernd, die Seliger bei seiner Ordination eingegangen war. Die Gemeinde sei offen für ihn und seine Familie. Wenn eine Erzählung ein inneres Bild ist, das weitergegeben wird, so sei er nun eingeladen, an der Erzählung von St. Nikolai mit zu weben. Alle dürften mitwirken, so Bergau, indem er sich an den Kirchenvorstand und die Gemeinde wandte.
Tatsächlich findet Seliger in St. Nikolai eine sehr aktive Kirchengemeinde vor, mit einem engagierten Kirchenvorstand, an dessen Spitze Klaus-Dietmar Gutsch steht, mit dem Förderverein für Jugendliche und Kinder (JuKi), der die halbe Stelle der Diakonin finanziert, und mit der Diakonin selbst, Hermine Jany, die eine vorbildliche Jugendarbeit leistet.
Jens Seliger, der der Gemeinde schon von mehreren Gottesdiensten bekannt war, wollte mit seiner Predigt „keine Regierungserklärung“ abgeben. Er knüpfte an das Wunder des Lazarus an, dem Evangeliumstext an diesem Tag.
Der Ausklang war so ungewöhnlich wie der Gottesdienst selbst. „Down by the riverside“ intonierte die Orgel und die Gemeinde sang fröhlich mit. Anschließend gab es einen Empfang im Gemeindehaus.