Neue Trends in der Lebensmittelproduktion?

Professor Achim Spiller (links) von der Universität Göttingen sieht ein wachsendes Befürfnis nach Regionalität. Mathias Klahsen (rechts) von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen moderierte die Beraterhochschultagung. (Foto: LWK Niedersachsen/Ziegeler)

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hält Beraterhochschultagung im Hotel Hennies ab

Altwarmbüchen (r/fh). Algenzucht, essbare Insekten oder Fleisch aus dem Labor - die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen hat ihre diesjährige Beraterhochschultagung im Hotel Hennies in Altwarmbüchen abgehalten. Dabei ging es um gegenwärtige Entwicklungen, neue Trends und zukunftsweisende Geschäftsmodelle in Ackerbau und Tierhaltung. Als Referenten waren mehrere Wissenschaftler und erfolgreiche Unternehmer zu Gast.
Professor Achim Spiller von der Universität Göttingen hob eingangs hervor, dass trotz Online-Handel und Globalisierung gleichzeitig das Bedürfnis nach Regionalität, Tierwohl und Nachhaltigkeit wachse. Professor Nick Lin-Hi von der Universität schilderte in seinem Vortrag, dass Fleisch und Milch schon bald Konkurrenz von künstlich erzeugten Ersatzprodukten aus dem Labor bekommen könnten, die weniger Treibhausgase verursachten und günstiger seien.
Die Unternehmerin Cathleen Cordes stellte sich und ihren vor sechs Jahren gegründeten Betrieb Evergreen-Food mit Sitz in Vechta vor, in dessen Gewächshäusern die Mikroalgen Chlorella und Spirulina kultiviert werden. Lange seien sie vor allem aus Asien importiert worden - mit norddeutschen Algenfarmen könne eine regionale Alternative geschaffen werden.
Nils Grabowski von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover ging in seinem Vortrag auf die Insektenzucht ein. In Thailand, Südafrika, aber auch in Belgien und den Niederlanden sei sie bereits weit verbreitet, und es bestehe kein Grund, dass nicht auch in Deutschland Landwirte mit der Zucht dieser Arten begännen.
Professor Wolfgang Link, Pflanzenzüchter am Department für Nutzpflanzenwissenschaften der Universität Göttingen, stellte die Ackerbohne als traditionelle, einheimische Hülsenfrucht mit Eigentümlichkeiten und Potentialen vor. Bisher werde sie überwiegend als proteinreiches Futter in der Tierhaltung eingesetzt, doch es gebe ernstzunehmende Schritte hin zu einem höherwertigen Einsatz in der menschlichen Ernährung.