Nachtflüge über Kirchhorst erreichen neuen Rekord

DFLD-Messstation Kirchhorst legt Jahresbericht für 2019 vor

KIRCHHORST (r/bs). In dem Jahresbericht 2019 verzeichnet die Kirchhorster Messstation, die im Deutschen Fluglärmmessdienst (DFLD) arbeitet, mit 878 nächtlichen Überflügen im Monat Juli 2019 einen neuen Höchststand, informierte Siegfried Lemke.
Bemerkenswert sei, dass im Juli und August Nachtflüge nahezu die Tageswerte erreicht und im September und Oktober diese bis über ein Drittel überstiegen worden seien. Die Auswertung der verkehrsreichsten sechs Monate nach dem Fluglärmgesetz bestätige den Trend, dass immer mehr Flüge in die Nacht verlagert worden seien.
Während es noch vor vier Jahren auch Monate mit weniger als 400 nächtliche Ruhestörungen in diesem Zeitraum gab, wurden 2019 bereits im Mai 639 und im Oktober 597 verzeichnet. Was das im Extremfall für die Anwohner, die in den warmen Monaten gern bei offenem Fenster schlafen möchten, bedeutet zeigt eine Auswertung der Nacht vom 4. auf den 5. Juli 2019: Die „Nachtruhe“ beschränkt sich auf zwei unterbrochene Phasen (je eine Stunde) zwischen 3.16 und 5.56 Uhr.
Da dies leider die Verantwortlichen nicht zum Handeln drängt, so Lemke, bleibe allein die Hoffnung, dass die Betroffenen sich dagegen organisieren. Die Initiative für Nachtruhe auch am Flughafen Hannover (https://bon-ha.de/) sammelt weiter Geld für die rechtliche Auseinandersetzung um ein Nachtflugverbot und hat sich dafür umfangreiche rechtliche und gutachterliche Unterstützung gesichert. Weitere Unterstützung aus der betroffenen Bevölkerung wird erwartet.