Nachtflohmarkt hielt für jeden Geschmack etwas bereit

Wer sich für Hausrat interessierte, war hier an der richtigen Adresse. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Nützliches, Tand und Trödel neben Kunsthandwerk und Bekleidung

ISERNHAGEN FB (bgp). Auf dem Nachtflohmarkt, der mehrmals im Jahr im Isernhagenhof veranstaltet wird, hatten Schnäppchenjäger und Trödelexperten die Gelegenheit, auf ihre Kosten zu kommen. Nahezu alles wurde angeboten, der Norddeutsche würde sagen: „Plünnen, Pött´un Pannen“.
Um 16.00 Uhr öffnete der Nachtflohmarkt seine Pforten, doch schon vorher tummelten sich die ersten Stöberer rund um die Stände. Anbieter in verschiedenen Altersstufen hatten ein Spektrum an Waren, das alle Generationen ansprach. Spielzeug, Computerspiele, gebrauchte und neue Schuhe, Vasen, Bilder und Bücher, Nippes und alles, was das Sammlerherz begehrt, gab es an den Tischen der Verkäufer.
An einem Stand war ein Pelzmantel zu haben, der die Großmutter einer Ausstellerin auf dem großen Treck von Westpreußen nach Norddeutschland begleitet hatte. Sie wolle den Mantel nun verkaufen und den Erlös für einen gemeinnützigen Zweck spenden, so die Verkäuferin.
Viele der angebotenen Stücke könnten Geschichten erzählen, man sieht ihnen an, dass sie schon einiges mitgemacht haben. Auf einem Tisch sind Haushaltgegenstände ausgebreitet, die manchen Besuchern noch aus der Nachkriegszeit vertraut sind: Spitzendeckchen, dünne chinesische Teetassen mit einer Blüte am Boden, der massive Aschenbecher aus Bleikristall. Besonders beliebt waren derzeit Ensembles aus 6 Schnapsgläsern, die auf einem Tablettchen mit Henkel arrangiert waren.
Der Besitzer erzählt von den vielen lustigen Runden, die er mit seinen Freunden rund um den höhenverstellbaren Tisch im heimischen Wohnzimmer verlebt hatte. Damals sei es noch gemütlicher und geselliger gewesen, fügt er wehmütig hinzu. Nun habe sich der Geschmack aber auch geändert und die Gläser sollten bei anderen Menschen für eine lustige Runde sorgen, sagt er und schmunzelt.
Ob diese Geschichten wahr sind oder Verkaufsstrategie mochten die Käufer selbst entscheiden, unterhaltsam und berührend waren sie allemal. Die Gespräche sollten vor allem den Handel beleben und dazu führen, bereits benutzte Dinge zu kaufen, von denen die Kunden vorher gar nicht wussten, dass sie diese brauchen ...