Mit einem „Kirchenkuss“ urgemütlich mittendrin …

Wieder rege Beteiligung fand der Kartoffelmarkt Altwarmbüchen, Besonderen Spaß bereiteten der eine oder andere „rollende Rubel“. (Foto: Svenja Steinseifer)
 
Kräftig drehen, bitte. Bei der Obdachlosenzeitung „Asphalt“ gibt es mit dem richtigen Dreh etwas zu gewinnen. (Foto: Svenja Steinseifer)

Ein Beitrag von Svenja Steinseifer – Kartoffelmarkt in Altwarmbüchen zum Stöbern, Reden und Genießen

ISERNHAGEN/ALRWARMBÜCHEN (svs). Das ganz kleine Runde soll in das andere Ovale. Die Glasmurmel muss wandern, von einem Kelch in den nächsten. Der Haken dabei: Die Mini-Kelche sind an langen Drähten befestigt. Das kleine Geschicklichkeitsspiel mit großem Spaßfaktor ist eine der zahlreichen Attraktionen auf dem Altwarmbüchener Kartoffelmarkt, der allen Generationen Spaß macht. Und schmeckt.
„Es ist toll weil für Erwachsene und für Kinder etwas geboten wird“, Matthias Plate hat sein Lager auf der Wiese vor der St. Christophorus-Kirche aufgeschlagen und verkauft Kinderbücher. Eigentlich sei sein Sohn dafür zuständig. Gewachsen sei der Kinderflohmarkt in den letzten Jahren und mittlerweile zu einer festen Größe auf dem Kartoffelmarkt der Christophorusgemeinde geworden. „Hier kann man stöbern und genießen“, sagt der Hobby-Verkäufer. Insgesamt etwa acht Institutionen präsentieren sich am vergangenen Sonnabend auf dem gut besuchten Gelände der Christophorusgemeinde.
Froh über die rege Beteiligung und das Engagement zeigt sich Diakon Lars Arneke. „So können wir zeigen, was die Kirche neben dem Normalen noch alles zu bieten hat“, sagt er. Ihm und auch Pastor Paul-Martin Gundert ginge es vor allem darum, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen und zu erleben. „Es ist wirklich für alle Generationen etwas dabei“, findet Christa Thomann von der Diakonie Burgwedel. Kirche könne eine Hemmschwelle sein. Die Diakonie sei ein Bereich, der den Lebensweg kreuzt. Darüber zu sprechen, sei jedoch oft schwierig. „Auf so einem Markt einmal stehen zu bleiben und nach Beratung zu fragen, ist viel unverbindlicher“, weiß Thomann.
Nadine Rhode schätzt den Kartoffelmarkt wegen seiner kulinarischen Attraktionen und als Treffpunkt. „Es ist toll, es sind viele Leute hier“, sagt mittlerweile erfahrene Kartoffelmarkt-Besucherin. Um das Miteinander geht es auch Sabine Wagner, die mit einem Glücksrad Spenden sammelt für das nächste Projekt des Fördervereins „Arche“. „Wir möchten auf dem Außengelände gern ein Klettergerüst bauen“, erzählt Wagner. Kräftig am Rad gedreht wird auch bei der Obdachlosenzeitung „Asphalt“. „Für uns sind solche Veranstaltungen wichtig, um bekannt zu werden“, sagt Helga Schufft, eine der insgesamt 30 ehrenamtlichen Mitarbeiter. Verkauft wird „Asphalt“ von Obdachlosen.
Auch Matthias Plate sei inzwischen einiges losgeworden. „In den ersten Jahren habe ich ein oder zwei ausgebreitete Decken gesehen“, erinnert sich der Altwarmbüchener. „Mittlerweile merkt man schon, dass die Leute interessiert sind und gezielt suchen“. Und Helga Thomann erinnere sich noch an einen großen Wagen voller Kartoffeln. Heute gibt es sie in Pufferform oder als Folienkartoffel. Beliebt sei auch der „Kirchenkuss“, ein Cocktail. Und im Innenhof der Kirche gibt es etwas auf die Ohren: Geistliche und poppige Lieder von der Kantorei Altwarmbüchen.
Wichtig für Paul-Martin Gundert ist vor allem eins: „Es soll Spaß machen“, betont der Pastor und schreitet zum „Kirchenkuss“. Christa Thomann ist sich sicher: „Die Altwarmbüchener lieben ihren Kartoffelmarkt!“ Und urgemütlich sei es sowieso.