Löschübung: Freiwillige Feuerwehr Isernhagen NB machte Werbung in eigener Sache

Gruseliges Szenario: Dichter Rauch dringt aus der Garage, in der ein Mensch vermutet wird. Die Kameraden der Ortswehr Isernhagen NB absolvierten diese Übung professionell. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Die Mitglieder der Jugendwehr zeigten auch einen Löschangriff auf ein imaginäres Feuer. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Gemeinsame Vorführung von Jugendfeuerwehr und den Aktiven

ISERNHAGEN NB (hhs). Am vergangenen Samstag stand für den Nachwuchs und die aktiven Kameraden der Ortswehr Isernhagen NB eine publikumswirksame Löschübung auf dem Dienstplan: Auf dem Gelände der Firma Holzbau Könnecke wollten beide Abteilungen ihr Können zeigen in zwei Löschübungen. Ortsbrandmeister Tankmar Eisfeld, sein Stellvertreter Ralf Henke und die Kameraden hatten einige hundert Flyer mit einer Einladung zu dieser Veranstaltung in der Ortschaft verteilt. Man wollte gewissermaßen Werbung in eigener Sache machen. Feuerwehren brauchen auch private Unterstützung. Ausrüstung und Gerät wird von den Kommunen bezahlt, für alles andere müssen die Kameraden selbst sorgen, über die Beiträge ihrer Mitglieder und Spenden. „Das geht heute nicht mehr so einfach“, erläuterte Eisfeld das Problem im Gespräch mit den Burgwedeler Nachrichten. „Wenn die Aktiven zum Beispiel neue Pullover benötigen, dann müssen wir dafür selbst sorgen und die Kleidung finanzieren“.
So war mit dem Kennenlernen der Isernhagener Mitbürgerinnen und Mitbürger die Hoffnung verbunden, den ein oder anderen von ihnen für die Unterstützung der Ortsfeuerwehr zu begeistern oder sogar Mitglied zu werden. „Wir freuen uns über jeden, der in die Feuerwehr eintritt, entweder mit dem Ziel, selbst in der Wehr am aktiven Dienst teilzunehmen oder aber uns als förderndes Mitglied mit seinen Beiträgen zu helfen“, brachte es Eisfeld auf den Punkt. Am vergangenen Samstag ist das nur zum Teil gelungen. Es waren nur etwa 60 große und kleine Gäste der Einladung der Wehr gefolgt, aber die erlebten eine sehenswerte Demonstration des Könnens der beiden beteiligten Abteilungen.
Zunächst war die Jugendwehr an der Reihe: Die Jungen und Mädchen im Alter zwischen zehn und 14 Jahren mussten einen so genannten Löschangriff durchführen auf ein imaginäres Feuer in einem Gebäude der Firma Könnecke. Das läuft nach den gleichen Spielregeln ab, wie bei den aktiven Kameraden. Wer die Kinder dabei beobachtet hat, staunte nicht schlecht über ihre Konzentration und Professionalität. Das war alles ganz häufig geübt, jeder Handgriff saß. Sie mussten Schlauchverbindungen herstellen, schließlich vom Verteiler drei Schläuche ans Feuer bringen, die Tragkraftspritze in Gang setzen und Löschen. Schnell kam das Kommando „Wasser marsch“ von den drei Strahlrohren vorne am Brand, Übung erfolgreich beendet. Und Aufräumen mussten die Kleinen anschließend auch. Viel Applaus gab es dafür von den Anwesenden, und insbesondere die Kinder unter den Besuchern waren vollauf begeistert.
Dann waren die Aktiven an der Reihe. Hier war eine Einsatzübung unter realen Bedingungen geplant: Brand in einer Garage der Firma Könnecke mit Menschengefährdung. Der stellvertretende Ortsbrandmeister Ralf Henke moderierte die Übung zum besseren Verständnis für die Besucher: Der Brand wurde bemerkt, es qualmte aus der Garage, dann Alarm und schon fuhren die beiden ersten Löschfahrzeuge mit Blaulicht und Sirene auf den Hof. Ein wenig später folgte der Rettungswagen und bereitete sich auf die Versorgung eines oder mehrerer Verletzten vor. Unterdessen hatten die Feuerwehrkameraden schon mit dem Löschen der brennenden Garage von außen begonnen. Schnell waren zwei Atemschutzgeräteträger in der Garage verschwunden und sie meldeten über Funk einen Verletzten. Zwei weitere Kameraden drangen gegen den Qualm vor und dann wurde das Opfer herausgetragen und vom DRK versorgt. Richtig geschminkt war der junge Mann, als hätte er tatsächlich schwere Brandverletzungen im Gesicht erlitten. Das begeisterte die anwesenden Kinder sehr. Immer dichter drangen sie an die Trage vor und mussten von Ralf Henke zurückgeschickt werden, damit die Sanitäter und Ärzte arbeiten konnten.
Die Besucher waren beeindruckt. „Ich habe noch nie eine Feuerwehr im Einsatz beobachtet, weder bei einer Übung und Gott sei Dank auch nicht bei einem echten Einsatz“, entgegnete Heike Brandstätter, eine junge Frau aus Hessen, die gerade mit ihren Kindern zu Besuch in Isernhagen weilt. „Ich bin beeindruckt und kann mir jetzt auch vorstellen, dass jeder einzelne der Feuerwehrmänner eine langjährigen Ausbildung braucht, um in der Gruppe diese hohe Professionalität zu erlangen“. Sie werde zu Hause nun nach Möglichkeiten suchen, „ihre Ortswehr“ zu unterstützen. Derweil hatten ihre beiden Jungs schon Kontakte geknüpft zu den Gleichaltrigen der Isernhagener Jugendwehr. Da kann man schon ahnen, wo die Reise hingeht.
Unterdessen drang schon der klassische Geruch von Bratwürstchen zu den Besuchern herüber. Gleich nebenan hatten die Kameraden einen Tisch mit Informationsmaterial und Eintrittsformularen für die Freiwillige Feuerwehr Isernhagen NB ausgelegt. Einige der Besucher äußerten ihr Interesse an der Mitgliedschaft, man muss abwarten, ob es in dieser Beziehung einen positiven Rücklauf geben wird. Immerhin, ein Gutes hatte alles für die Jugendwehr. Tankmar Eisfeld erhielt eine Spende über 1.000 Euro für seinen Nachwuchs.