Lob für Niedersächsischen Weg

Der CDU-Landtagsabgeordnete Rainer Fredermann (vorne, Mitte) tauscht sich mit Horst Wehde, Volker Hahn, Holger Hennies, Henning Wehde, Tim Mithöfer, Rainer Gode, Heinrich Bätke und Hannes Wehde über den "Niedersächsischen Weg" aus. (Foto: Landvolk Niedersachsen)

Der CDU-Landtagsabgeordnete tauscht sich auf dem Hof Wehde mit Landwirten aus

Isernhagen H.B. (r/fh). Breitere Gewässerrandstreifen, ein Aktionsprogramm Insektenvielfalt, mehr Ökolandbau und Biotope - das sind nur einige Ziele des „Niedersächsischen Weges“. In der Vereinbarung haben sich Landesregierung, Landwirtschaftskammer, Landvolk sowie Natur- und Umweltverbände verpflichtet, konkrete Maßnahmen für einen verbesserten Natur-, Arten- und Gewässerschutz umzusetzen. In den vergangenen Monaten wurden in Arbeitsgruppen Gesetze und Verordnungen erarbeitet, die demnächst vom Landtag beschlossen werden sollen.
Das war auch Thema bei einem Besuch des CDU-Landtagsabgeordneten Rainer Fredermann und des Isernhagener CDU-Vorsitzenden Tim Mithöfer auf dem Hof Wehde in Isernhagen H.B.. Dort sind sie mit den Landwirten Horst Wehde, Rainer Gode und Heinrich Bätke ins Gespräch gekommen, die als Partner in einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) zusammenarbeiten sowie mit den beiden Vorsitzenden des Landvolks Hannover Holger Hennies und Volker Hahn.
Hennies lobte den "Niedersächsischen Weg", weil er einen Dialog auf Augenhöhe zwischen allen Akteuren ermögliche. Demgegenüber kritisierte er das Volksbegehren Artenvielfalt, für das Nabu und Bündnis 90/Die Grünen Unterschriften sammeln. Es sei ein vorformuliertes Gesetz, das keine Rücksicht nehme auf unterschiedliche Strukturen in der niedersächsischen Landwirtschaft und keine Beratung der beteiligten Akteure untereinander vorsehe. Naturschutz dürfe nicht nur zu Lasten der Landwirtschaft gehen, forderte Hennies.
Deshalb begrüßten die Landwirte Horst Wehde, Rainer Gode und Heinrich Bätke insbesondere den finanziellen Ausgleich, der im „Niedersächsischen Weg“ vorgesehen ist. „Wenn wir Flächen aus der Produktion nehmen und für den Naturschutz zur Verfügung stellen, fehlt ein Teil des Einkommens", machten sie deutlich. Umso wichtiger sei, dass die Leistungen der Landwirte durch Ausgleichszahlungen honoriert würden. Außerdem sei in dem Abkommen ein flächendeckendes Beratungsnetzwerk vorgesehen, das die Landwirte unterstütze, um zum Beispiel den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren und sinnvolle Maßnahmen zum Natur- und Umweltschutz umzusetzen.
Auch der Nabu Niedersachsen hat den "Niedersächsischen Weg" unterzeichnet und saß in den vergangenen Monaten bei den Arbeitsgruppen mit am Tisch. Der Vorsitzende des Landesverbandes Holger Buschmann lobt die Einigung: „Es waren harte Verhandlungswochen. Jede Seite hat für ihre Punkte gekämpft. Doch wir haben auch gemerkt, dass jeder für den gemeinsamen Erfolg zu Kompromissen bereit ist."
Er verteidigt aber auch, dass der Nabu vorerst trotzdem an dem Volksbegehren festhält. „Ohne den Druck des Volksbegehrens wäre der Niedersächsische Weg so nie zustande gekommen,“ argumentiert er. Außerdem gebe es bisher nur eine Einigung der beteiligten Verhandlungspartner. "Erst wenn der Gesetzesentwurf durch die Regierungsfraktionen ins Parlament eingebracht wird, kann davon ausgegangen werden, dass dieses Gesetz Rechtsgültigkeit erlangen kann", so Buschmann.
Bei dem Treffen mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Rainer Fredermann betonten die Landwirte Rainer Gode, Heinrich Bätke und Horst Wehde hingegen, dass sie mit ihrer GbR bereits seit vielen Jahren Naturschutzmaßnahmen umsetzten, unter anderem Blühflächen und sechs Meter breite Schutzstreifen entlang von Gräben. „Landwirte müssen sich der Herausforderung des Klimawandels und zunehmender Trockenheit stellen. Daher beschäftigen wir uns schon lange mit dem Thema Umweltschutz“, erklärte Gode.
Der Landtagsabgeordnete Rainer Fredermann zog ein positives Fazit. „Erfolgreicher Natur- und Umweltschutz geht nur mit der Landwirtschaft und ich freue mich, dass Politik, Landwirtschaft und Naturschutz gemeinsam und konstruktiv arbeiten“, betonte er. Der "Niedersächsische Weg" sei bisher deutschlandweit einmalig und könne auch ein Vorbild für andere Bundesländer sein.