Konzept zur Barrierefreiheit

Anke Kappler (von links), Jeanette Osten und Sebastian Müller auf der Baustelle des neuen Gemeindezentrums. (Foto: Andrea Hesse)

Hohe Fördersumme von der „Aktion Mensch“ für die Christophorus-Gemeinde

Altwarmbüchen (r/gg). „Wir haben ein richtig gutes Konzept zur Barrierefreiheit entwickelt“, sagt Jeanette Osten, Kirchenvorsteherin und Mitglied des Bauausschusses der evangelischen Christophorus-Kirchengemeinde. Dass diese Aussage den Tatsachen entspricht, hat die Gemeinde jetzt eindrucksvoll bestätigt bekommen: Für den Neubau ihres Gemeindezentrums kann sie mit Fördermitteln der „Aktion Mensch“ in Höhe von 895.000 Euro planen. „Die Nachricht, dass unser Förderantrag erfolgreich war, kam vor wenigen Tagen“, erzählen Pastor Sebastian Müller und Anke Kappler, Fundraiserin im Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen. „Das war eine wunderbare Nachricht, denn mit dieser Förderung sind unsere Baumaßnahmen zur Barrierefreiheit jetzt finanziell abgesichert.“ Gemeinsam mit dem beauftragten Architekten Oldrich Breuste hatten sich Sebastian Müller und Anke Kappler rund um den Jahreswechsel 2019/20 über mehrere Monate mit dem Förderantrag an die Aktion Mensch befasst. Zahlreiche Unterlagen mussten erstellt oder beschafft werden; immer eingebunden waren dabei der Bauausschuss der Christophorus-Gemeinde und Anne Rust, im Kirchenkreisamt verantwortlich für Liegenschaften und Bau. „Richtig gut begleitet wurden wir auch durch das Diakonische Werk in Niedersachsen, das uns beraten und den Antrag vor dem Absenden geprüft hat“, erzählt Anke Kappler. Mitte Oktober soll auf dem Grundstück der Kirchengemeinde an der Bernhard-Rehkopf-Straße in Isernhagen-Altwarmbüchen mit den Rohbauarbeiten für das neue Gemeindezentrum begonnen werden. Das alte Gemeindehaus, ein schlichter Bau aus den 1960er Jahren, ist bereits abgerissen worden; die
Baugrube ist vorbereitet. „Vor und im alten Gemeindehaus gab es mehrere Stufen, enge und verwinkelte Gänge und keine behindertengerechte Toilette“, erzählen Pastor Müller und Kirchenvorsteherin Osten. Hinzu kamen massive Bauschäden: Nach jedem Regen wurden die Eimer hervorgeholt, um das Tropfwasser von den Decken aufzufangen, in manchen Ecken war der Schimmel nicht mehr zu übersehen. Ende Juni hatte sich die Gemeinde mit einem wehmütigen und gleichzeitig fröhlichen Abrissgottesdienst von diesem Haus verabschiedet. Im neuen Gemeindezentrum werden auch Menschen mit Einschränkungen und Eltern mit kleinen Kindern gute Bedingungen für die Teilhabe am Gemeindeleben vorfinden: Hier entstehen barrierefreie Zugänge, kurze Wege, breite Flure und Türen, abgesenkte Türschwellen und eine behindertengerechte Toilette mit Wickeltisch. Die Gemeinde nimmt die Einschränkungen, die es während der Zeit ohne Gemeindehaus gibt, dafür gerne in Kauf: „Das Gemeindeleben geht auch in dieser Zeit weiter“, sagt Jeanette Osten. Gemeinsam mit Sebastian Müller freut sie sich jetzt auf den Reformationstag am 31. Oktober: An diesem Tag soll in einem Gottesdienst die Grundsteinlegung für das neue Haus gefeiert werden. Die Fertigstellung ist für September 2021 geplant.