Heinrich-Heller-Hauptschule als „Leuchtturm“

„Erinnerungsfoto“ zum Schluss: (v.l.) Marco Brunotte, Schulsprecherinnen Lisa-Marie Diederichs und Leyla Sankavi, Caren Marks und Schulleiter Dr. Martin Bruns. (Foto: Renate Tiffe)

SPD-Politiker fordern Sozialarbeiter für alle Schulformen

ALTWARMBÜCHEN (ti). Soeben hat die Heinrich-Heller-Hauptschule in Isernhagen die Genehmigung erhalten, eine Ganztagsschule zu sein. Zwar ist organisatorisch mit der Umsetzung nicht vor dem neuen Schuljahr zu rechnen. Der Blick auf die Schule, die gegen den Widerstand der SPD-Fraktion im Gemeinderat bei der Neugestaltung der Schullandschaft als eigenständige Einheit aus dem Schulzentrum ausgegliedert wurde, scheint sich jedoch zu wandeln. Die SPD-Politiker Caren Marks und Marco Brunotte, die kürzlich der Schule einen Besuch abstatteten, sparten nicht mit Lob.
Dem Rundgang hatte sich eine Diskussion mit der Schulleitung angeschlossen, an der auch  Bürgermeister Arpad Bogya, die Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD und „Grünen“ im Rat sowie Mitglieder des Altwarmbüchener Ortsrates und der Verwaltung teilnahmen. Als „eine Schule, so wie sie sein sollte“, sah der Landtagsabgeordnete Marco Brunotte die Einrichtung und bezeichnete sie als einen „Leuchtturm“ unter den Hauptschulen Niedersachsens. Die Ausstattung sei auf der Höhe der Zeit. Der Erfolg einer Schule dürfe nicht von der Finanzkraft einer Kommune abhängen, meinte dagegen Caren Marks. Die Bundestagsabgeordnete, die auch jugendpolitische Sprecherin ihrer Fraktion ist, sprach die Sozialarbeit an, die ihrer Auffassung nach heute an Schulen unverzichtbar ist. Es sei finanziell zu kurz gesprungen, wenn versäumt werde, die Jugendlichen stark zu machen, auch  gegen Drogenprobleme und spätere Arbeitslosigkeit. 10 Prozent jedes Jahrgangs seien Schulabbrecher, bei weiteren knapp 10 Prozent sei die Eingliederung ins Berufsleben schwierig. Später kosteten die „Reparaturbetriebe“ viel Geld.
An der Heinrich-Heller-Schule ist seit Jahren Simone Mehlhorn mit einer halben Stelle tätig - Zeit, die kaum ausreicht, um den Auftrag des Projekts zu erfüllen, nach dem sie angestellt ist, nämlich die Schülerinnen und Schüler auf den Beruf vorzubereiten. Präventionsarbeit kann meist nur in Überstunden geleistet werden, Querverbindungen beispielsweise zur Realschule, wo ihrer Beobachtung auch der Bedarf da ist, sind nicht möglich. Die Stelle ist befristet und muss von Jahr zu Jahr neu beantragt werden. Hilfe in Form von Prävention brauchen viele Schüler, weil „wir es mit Eltern zu tun haben, die es nicht mehr können“, unterstrich SPD-Ratsfrau Susanne Schauwenz-Köhne. Sozialarbeit nur in der Hauptschule werde leicht als diskriminierend dargestellt, warf Arpad Bogya ein. Aber wo funktioniert noch alles bei den Klassenfrequenzen in Realschule und Gymnasium, fragte er. Die Diskussion drehe sich meist um die Schulformen, dabei könne man sich da treffen, wo noch alle Ressourcen genutzt werden können. Die Arbeit an der Heinrich-Heller-Schule sei erfolgreich, weil sie klein und überschaubar ist. „Hier werden die Schüler aufgefangen, was Ziel jeder Schule sein sollte“, fügte Fabian Peters hinzu. Was die Zukunft der Heinrich-Heller-Schule betrifft, sagte der „Grüne“ voraus, dass sie auch Schüler aus den Nachbarkommunen aufnehmen werde, wenn dort die Hauptschulen nach und nach geschlossen werden.
Gefragt, ob die Schule an ihrem neuen Standort nicht zu sehr isoliert ist, antwortete Schülersprecherin Lisa-Marie Diederichs, dass anfangs die Situation neu gewesen sei, jetzt aber alle froh seien, weil sie „Ruhe“ vor den Realschülern und Gymnasiasten hätten. Schulleiter Dr. Martin Bruns wünschte sich mehr Kontakte zu den anderen Schulen wie bei einem gemeinsamen Sportfest. Bei den alljährlichen Neujahrsempfängen vermisse er das Interesse der Grundschullehrer, sagte er.