Gelungenes Drachenfest der Neuwarmbüchener Wehr

Ein Prachtstück, der Drachen der Freiwilligen Feuerwehr Neuwarmbüchen. (Foto: Hans Hermann Schröder)
NEUWARMBÜCHEN (hhs). Jedes Jahr zum Herbstbeginn lädt die Freiwillige Feuerwehr Neuwarmbüchen zum Drachenfest. Diese inzwischen traditionelle Veranstaltung findet zwischen den beiden Ortsteilen Neuwarmbüchen und Lohne statt, direkt auf der Wiese an der Zufahrt zur Gartenstadt.
Wenn es im Vorfeld des Drachenfests ausdauernd geregnet hat, dann drohen auf der Wiese feuchte Füße. Für diesen Fall hat Ortsbrandmeister Frank Wittky dann ein Ausweichgelände: den Festplatz in Neuwarmbüchen. Nur eines haben Wittky und seine Kameraden nicht im Griff: den Wind.
Doch der spielte mit am vergangenen Samstag und so standen schon am frühen Nachmittag die ersten Drachen stolz im Wind. Das größte Fluggerät hatten die Kameraden der Ortsfeuerwehr in den Wind gestellt, ein riesiger sechseckiger Drachen, bald drei Meter im Durchmesser, mit entsprechender Aufschrift und einem witzigen symbolischen Drachen mit Feuerwehrhelm und Löschwasserschlauch in den Armen.
Kaum hatten die Kameraden ihren Drachen in die Höhe gebracht, sauste ein Rettungshubschrauber über die Wiese. „Es sah so aus, als würde Christoph direkt hinter unserem Drachen entlang fliegen“, erzählte Frank Wittky. „Aber er war doch ein ganzes Stück weiter weg und auch darüber“, schmunzelte er.
Unterdessen hatten die Feuerwehrkameraden auch für die notwendige Infrastruktur des Drachenfests gesorgt: Ein großer Pavillon schützte das Kuchenbüfett, Bierzeltgarnituren wurden aufgestellt und der Grill angefeuert.
Natürlich hatten die Kameraden auch ihre Einsatzfahrzeuge mitgebracht. „Wir wollen hier auch Werbung in eigener Sache machen“, erläuterte Wittky. Die Jugendfeuerwehr bestehe derzeit aus neun Mitgliedern, was gar nicht schlecht sei, aber seine Kameraden und er selbst würden jede Gelegenheit wahrnehmen, Kinder und Jugendliche für den Eintritt in die Jugendwehr zu begeistern. Und vielleicht auch den ein oder anderen Quereinsteiger bei den aktiven Kameraden.
Und dann standen immer so gut zehn Drachen am Neuwarmbüchener Himmel, in unterschiedlichen Farben und Formen. Selbst gebaute Exemplare gehörten in Neuwarmbüchen wie auch bei anderen Drachenfesten allerdings wohl zu einer aussterbenden Spezies. Ganz offenbar ist das Wissen um die Kunst, einen Drachen selbst zu bauen, weitgehend verloren gegangen.
Aber die modernen Drachen haben einen ganz großen Vorteil durch die Verwendung von Hightech Material. Früher baute man Drachen auf einem Kreuz aus leichten Tapetenleisten, eine Bruchlandung war häufig gleichbedeutend mit einem Totalschaden. Heute ist Fiberglas Trumpf und eine Bruchlandung heißt nicht, dass gleich der Heimweg angetreten werden muss.
Der Prachtdrachen der Ortsfeuerwehr Neuwarmbüchen stand stabil am Wind und leuchtete als Wahrzeichen über der Drachenwiese.