Geldabheben am Automaten – gewusst wie

Über die Tricks von Straftätern, die auf das Geld - oder den Zugang zum Konto der Kunden - aus sind, informierte Kriminaloberkommissarin Susanne Bochenek vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Burgdorf. (Foto: Renate Tiffe)
 
Es gehe darum, den älteren Mitbürgern die Scheu vor dem Umgang mit den Geldautomaten zu nehmen, sagte Oliver Mengershausen (2.v.l.), Sprecher des Präventionsrates. (Foto: Renate Tiffe)

Lehrstunde für Senioren vom Isernhagener Präventionsrat

ALTWARMBÜCHEN (ti). Einmal im Jahr führt der Isernhagener Präventionsrat eine Veranstaltung zur Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger durch. War es im vergangenen Jahr der „Enkeltrick“, vor dem gewarnt wurde, so ging es diesmal um das problemlose Geldabheben am Automaten. Die Nachfrage der Senioren war so groß, dass es im November eine Folgeveranstaltung geben wird.
Die Altwarmbüchener Ortsbürgermeisterin Monika Dehmel hatte das Thema als brandaktuell empfohlen. In Zusammenarbeit mit Ralf Henneberg von der Stelle für Seniorenangelegenheiten und Ortrud Schneider vom Deutschen Roten Kreuz, das für den gemütlichen Teil mit Kaffee und Kuchen zuständig war, fand im Rathaus eine Veranstaltung statt, von der alle profitierten. Es gehe darum, den älteren Mitbürgern die Scheu vor dem Umgang mit den Geldautomaten zu nehmen, sagte Oliver Mengershausen, Sprecher des Präventionsrates. Er sehe das Treffen auch so, dass die anwesenden Senioren ihre frisch erworbenen Kenntnisse weitergeben könnten an andere ältere Mitbürger, die vielleicht nicht selbst kommen konnten.
Mit Hilfe der Automaten können Geldgeschäfte vor allem zeitlich flexibler gehandhabt werden. „Kommen Sie auf uns zu. Verschaffen Sie sich einen kurzen Einblick, lassen Sie sich die Räumlichkeiten zeigen“, legte Andra Feyerherd-Gottsleben, Filialleiterin der Sparkasse in HB, den Zuhörern nahe. Sie und ihr Kollege Eike Christophers erklärten dann wie der Panzerschrank funktioniert, für den die EC-Karte der Schlüssel zum eigenen Konto ist. Geldautomaten gibt es schon seit 1960. Mit ihrer fortgeschrittenen Technik sind sie kaum noch aus dem Alltag wegzudenken. Meist ist der Umgang mit ihnen problemlos. Was ist aber, wenn die Karte weg ist und kein Geld rauskommt? Wenn kein Mitarbeiter da ist, der helfen kann, riet Christophers die Karte sperren zu lassen über die Telefon-Nummer 0049 116 116. Sperren ist kostenfrei. Hat man vergessen, das Geld zu entnehmen, wird es nach 30 Sekunden eingezogen - wenn es nicht ein anderer Kunde genommen hat. Die Räume sind allerdings Video-überwacht. Besondere Vorsicht ist geboten beim Umgang mit der Geheimzahl. „Sagen Sie die nie weiter“ und „decken Sie beim Eingeben immer die Tastatur mit der Hand oder mit dem Portemonnaie ab“, warnte der Bankfachmann, auch innerhalb des Raumes. Niemals sollte die Nummer auf die Karte geschrieben werden.
Bei Kartenverlust ist es auch nicht falsch, sofort die Polizei zu informieren, meinte Bernd Steguweit Polizeioberkommissar von der Altwarmbüchener Polizeidienststelle. Aus Versehen dreimal die falsche Geheimzahl einzugeben, könne schon zur Kartensperrung führen. Über die Tricks von Straftätern, die auf das Geld - oder den Zugang zum Konto der Kunden - aus sind, informierte Kriminaloberkommissarin Susanne Bochenek vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Burgdorf. „Versuchen sie aufmerksamer zu sein. Gucken Sie, ob keine zusätzlichen Geräte am Automaten zu sehen sind, rütteln Sie an der Tastatur, ob keine falschen Module aufgesetzt sind“, empfahl sie, bemerkte aber im nachhinein, dass solche Straftaten in Altwarmbüchen in diesem Jahr noch nicht vorgekommen sind. Keine Eile sollten die Kunden am Automaten haben: stehen bleiben und erst das Geld in Ruhe verstauen, ehe man sich evtl. anderen Leuten zuwendet. Und erst recht keine Panik entwickeln, wenn das Geld im Ausgabeschacht stecken bleibt. Auch hier der Rat: stehen bleiben und mit dem Handy nachfragen oder jemand mit Handy in der Nähe um Hilfe bitten. Größere Geldsummen – die Rede war von 600 Euro – sollten sowieso nicht in bar mit sich getragen werden.
Viele Fragen kamen von den Zuhörern. Die meisten von ihnen ließen sich im Nachhinein noch einmal in der Sparkassenfiliale die Vorgänge im einzeln erklären.