Gebührender Abschied vom Pädagogen aus Leidenschaft

Jeder Buchstabe eine passende Beschreibung: Das Kollegium der Realschule Isernhagen zollte seinem Rektor auf einfallsreiche Art und Weise Anerkennung. (Foto: Sina Balkau)
 
Gerührt nahm Jürgen Thies das Geschenk seiner Lehrerkollegen in Empfang. (Foto: Sina Balkau)

Realschulrektor Jürgen Thies hat nach den Ferien schulfrei

ALTWARMBÜCHEN (sib). Jürgen Thies, Rektor der Realschule Isernhagen, geht zum 1. August nach 37 Berufsleben in den Vorruhestand. In einer Feierstunde verabschiedeten sich Kollegen, Wegbegleiter sowie Vertreter der Gemeinde Isernhagen und der Landesschulbehörde Hannover von dem Pädagogen aus Leidenschaft.
Als Referendar an der Mittelpunktschule begann Jürgen Thies seine Laufbahn am 29. November 1973. Sieben Jahre später wurde er im Alter von 32 Jahren Rektor der Orientierungsstufe in Altwarmbüchen, später kam dann die Leitung der Grundschule hinzu. 2003 übernahm Thies das Ruder der Realschule Isernhagen, für die er formal noch bis zum 1. August zuständig ist. „Danach werde ich Hausmann“, lachte der sympathische 62-Jährige.
Doch so sang- und klanglos wollte ihn keiner seiner ehemaligen Kollegen und Wegbegleiter gehen lassen, zu viel hat er in seinen 37 Berufsjahren geleistet. „Es war eine gute Zeit mit Ihnen, Sie waren ein jederzeit verlässlicher Schulleiter für mich. Ich lasse Sie nur ungern gehen“, sagte Regierungsschuldirektor Eike Möring, der über viele Jahre eng mit Jürgen Thies zusammengearbeitet hat. So wusste Möring auch einige Geschichten über den Realschulrektor zu erzählen, zum Beispiel, dass der Schulrat ihn nach einem Unterrichtsbesuch 1974 als „Lehrer, der eine gute Art hat, mit Kindern umzugehen, und viel Ruhe ausstrahlt“ bezeichnete.
So haben ihn auch seine Kollegen kennen gelernt. „Unter deiner Leitung haben wir schon früh Reformpädagogisches durchgeführt, zum Beispiel den offenen Unterricht oder Freiarbeit“, so Helmut Vicum, Konrektor der ehemaligen Orientierungsstufe. Außerdem habe Thies dafür gesorgt, dass das Betriebsklima stets bestens gewesen sei.
Elke Wolff, Schulleiterin des benachbarten Gymnasiums, erzählte von ihren Erfahrungen mit dem Kollegen von der Realschule. „Seit 2000 bin ich Schulleiterin und habe seither mit einem gewissen Herrn Thies zu tun. Über die Zeit habe ich Sie wirklich schätzen gelernt“, so Wolff. Die Realschule habe unter seiner Leitung sehr gut gearbeitet, sehr regelmäßig habe das Gymnasium Realschüler in seine Oberstufe übernehmen können, die dann in den meisten Fällen auch das Abitur abgelegt hätten. „Ich bewundere Sie als jemand, der sich für beide Schulen ganz außerordentlich engagiert und sie im Inneren geprägt hat“, schloss die Direktorin.
Natürlich meldeten sich auch die Kollegen der Realschule zu Wort. Der Personalrat, bestehend aus Angela Drewes, Hubert Kunze und Helmut Kreutzfeldt, gaben eine Übersicht darüber, was es bedeutet, ein Schulleiter zu sein. Schnell wurde jedem klar, dass Jürgen Thies einen Großteil seiner Zeit und Kraft in seine jeweilige Schule investiert hat. „Seine ganze Laufbahn über hat er 200 Prozent gegeben“, fasste Angela Drewes zusammen. Zum Schluss spielte das Lehrerkollegium eine mehr oder weniger typische Konferenzsituation vor, in der sie in humoriger Weise über beschreibende Adjektive zu jedem Buchstaben im Namen ihres Schulleiters diskutierten.
Die letzten Worte des Tages oblagen Jürgen Thies selbst, dabei verriet er sein Erfolgsgeheimnis. „Schüler mögen ist das Allerwichtigste. Ich unterrichte gerne, bin gerne mit Kindern und Jugendlichen zusammen“, so Thies. Das werde ihm in Zukunft am meisten fehlen.