Gäste aus Sri Lanka

Fototermin auf der Dachterrasse des Rathauses Isernhagen: Die Schüler der Sri Lanka AG und ihre Gäste aus Colombo freuen sich auf schöne Tage mit vielen Aktivitäten. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Fünf Schüler vom St. Thomas´ College in Colombo lernen Deutschland kennen

Bettina Garms-Polatschek

ISERNHAGEN. Fünf Gastschüler aus Sri Lanka wurden am Montag feierlich von Gemeindebürgermeister Arpad Bogya im Rathaus empfangen. Die Jungen im Alter von 15 bis 16 Jahren sind seit Samstag zu Gast bei ihren Partnerschülern der Sri Lanka AG am Gymnasium Isernhagen (SLAGI). Neben dem Schulunterricht und einem umfangreichen Programm bleibt den Besuchern noch genügend Zeit mit ihren Gastfamilien.
Die Schülergruppe hatte einen Gruß aus ihrer tropischen Heimat mitgebracht. Sie überreichten dem erfreuten Bürgermeister einen schmucken Holzelefant, der in seinem Büro nun die Fensterbank ziert, auf der Bogya bereits eine stattliche Reihe von Elefantenfiguren gesammelt hat.
Er bedankte sich herzlich dafür und fragte interessiert nach: „Worauf freuen Sie sich am meisten?“ Die deutsche Kultur interessiere sie sehr, so die Jungen, und natürlich das Essen. „Das ist nicht so scharf wie in Sri Lanka“, warf Betreuer Florian Pini auf Englisch ein und hatte die Lacher auf seiner Seite. Der Gymnasiallehrer kümmert sich um die Aktivitäten der Gruppe seitens der Schule.
Die Schüler aus Colombo hatten sich für den Empfang im Rathaus extra fein gemacht und kamen in der offiziellen Uniform des St. Thomas´ College Mount Lavinia mit schwarz-blauer Krawatte zum dunklem Blazer. „In der Schule tragen wir allerdings keine Krawatte und nur ein kurzärmliges weißes Hemd“ erklärten die Gäste den Unterschied zur Isernhagener Schule, in der sie wie ihre Gastgeber auch gerne in Jeans und Sweatshirts erscheinen dürfen.
3.000 Schülerinnen und Schüler besuchen St. Thomas, öffentliche Schulen in Sri Lankas Großstädten hätten sogar 5.000 oder mehr, erklärte einer der Gastschüler. Sie kämen um 5.30 Uhr in die Schule und blieben bis in den späten Nachmittag dort. Ihre Sport- und Freizeitaktivitäten finden ebenfalls in der Schule statt, da es Vereine wie in Deutschland dort nicht gibt.
Weit gereist sind die Jugendlichen aus dem südostasiatischen Land schon alle. Ein Schüler war bereits in Japan, Indien oder Singapur, auch Australien oder die USA wurden von anderen genannt. Bis auf den Schweiz-Aufenthalt eines einzelnen Schülers hatte noch niemand von ihnen Europa besucht. Den rund vierwöchigen Aufenthalt in Deutschland mussten sich die Collegeschüler in einem Bewerbungsverfahren hart erkämpfen und freuten sich sehr, dass sie ausgewählt wurden.
Die etwa gleichaltrigen Schüler am anderen Ende des Globus´ genießen es, einen Freund aus Sri Lanka in Isernhagen als Gast zu haben, mit dem sie viel unternehmen können. Gemeinsame Hobbies und Interessen fördern die Kontakte und es ist kein Problem, wenn hie und da englische Vokabeln fehlen. Der sechzehnjährige Nikhil Daulagala spielt in seiner Heimat Sri Lanka gerne Klavier. Vor allem gefalle ihm aber Sport, erklärt der Schüler, der auch gerne fotografiert.
Dazu wird er noch reichlich Gelegenheit haben, wenn er mit der Gruppe und seinem Isernhagener Gastgeber Joop le Roux in den nächsten Tagen Hannover besucht. Sogar eine Reise nach Berlin mit einer Einladung des deutschen Botschafters steht auf dem Programm. Kart fahren oder Laser Tag sind ebenfalls geplant. „Wenn die Zeit reicht, wollen wir auch noch nach Hamburg oder Bremen fahren“, so Florian Pini.
Sein Lehrerkollege Stefan Wocken ist bereits emsig dabei, den nächsten Aufenthalt von Gästen aus Sri Lanka zu organisieren, denn dann sind die Mädchen am Zuge. Zehn Collegeschülerinnen von St. Thomas werden im Sommer in Isernhagen bei den deutschen Mädchen zu Gast sein. Die Schülerinnen und Schüler der SLAGI werden dann auch Gegenbesuche in Sri Lanka unternehmen.