Gabelstabler-Sparte von Toyota wird nach Isernhagen verlegt

Millionen-Investition in Isernhagen durch Toyota – das konnte es nur zufriedene Gesichter geben: v.l. Wirtschaftsförderer Michael Frerking, Bürgermeister Arpad Bogya, Geschäftsführer Normann Memminger und Projektleiter Stephan Schmitz. (Foto: Renate Tiffe)

Bogya: „Ein positiver Schritt für unsere Zukunftsentwicklung.“

ALTWARMBÜCHEN (ti). Ein Weltkonzern verlegt die Deutschlandzentrale einer seiner wesentlichen Geschäftsbereiche nach Isernhagen. Nach den Autos nimmt bei Toyota die Sparte der sogenannten Flurförderzeuge, zu denen die Gabelstapler gehören, den zweitwichtigsten Rang ein. Bisher hatte die deutsche Vertriebsgesellschaft ihren Sitz in Langenhagen. Er soll 2013 nach Isernhagen verlegt werden. Das wurde am Freitag in einer gemeinsamen Pressekonferenz der Gemeinde Isernhagen sowie Vertretern von Toyota bekannt gegeben.
Strahlende Gesichter bei Isernhagens Bürgermeister Arpad Bogya und dem Wirtschaftförderer der Gemeinde, Michael Frerking. Bogya sprach von einem positiven Schritt für Isernhagens Zukunftsentwicklung.
In aller Eile hatte der Rat in nichtöffentlicher Sitzung am Montag dem Projekt zugestimmt. Damit sind die Voraussetzungen für die Ansiedlung der Vertriebsgesellschaft von Toyota auf dem Grundstück am Ortseingang von Altwarmbüchen, südlich der Hannoverschen Straße, geschaffen worden. „An der Chaussee“ wird Isernhagens jüngstes Gewerbegebiet künftig genannt, eine bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche, die neben dem dort ansässigen Gartenbaubetrieb liegt. Das Land hatte die Gemeinde bereits 2008 vorsorglich erworben, ohne das Einkaufszentrum auf der gegenüberliegenden Seite dorthin ausweiten zu wollen. Anfragen dazu habe es massenweise gegeben, erläuterte Bogya. Es ist also ein Filetstück, das Isernhagen zu vergeben hatte, in unmittelbarer Nähe der Autobahnen 2, 7 und 37 gelegen, mit schnell zu erreichendem Flughafen und dem Stadtbahnanschluss vor der Tür.
Das insgesamt 3,7-Hektar große Erschließungsgebiet grenzt im Süden an das Erholungsgebiet Altwarmbüchener See. Mit mehr als 20.000 Quadratmetern bebauter Fläche will Toyota Ausstellungs- und Lagerräume für den Großhandel von Gabelstaplern (Neu- und Gebrauchtgeräte) und die dazugehörige Werkstatt sowie den benötigten Verwaltungstrakt einrichten. Bis auf die dreigeschossigen Gebäudewürfel vorn („kein Elfenbeinturm für die Verwaltung“) soll der zusammenhängende Baukomplex insgesamt möglichst flach gehalten werden, mit heller, glasgegliederter Fassade. Die Verkehrserschließung ist von der Hannoverschen Straße aus gesichert. Etwa in der Mitte des Grundstücks wird die Zufahrt zum Kunden- und Besucherparkplatz – mit 45 Stellplätzen – liegen. Die zweite Zufahrt an der nordöstlichen Grundstücksgrenze soll vor allem für die Mitarbeiter und die Warenanlieferung da sein. Für LKWs sind extra Parkplätze vorgesehen. Die Gemeinde legt Wert auf ein ansprechendes Entree für ihren Zentralort.
Bei den Repräsentanten von Toyota gab es Gesichter, die Aufbruchstimmung widerspiegelten. Einen besseren Standort für ihre künftige neue Vertriebszentrale hätten sie schwerlich finden können. Die Investition sei ein wichtiges Signal für die Zukunft, in der Toyota weiter wachsen wolle, sagte Norman Memminger, der Interims-Geschäftsführer. Deutschland sei mit Abstand der stärkste Markt für Gabelstapler. Prinzipiell produziere das Unternehmen in den Märkten für die Märkte (wobei die Produktion an sich in Frankreich, Schweden und Italien liegt). „Wir brauchten ein attraktives Grundstück, auch um unseren Mitarbeitern ein modernes, offenes und transparentes Arbeitsumfeld zu bieten, mit kurzen Kommunikations- und Entscheidungswegen.“ Ausdrücklich erwähnte Memminger den Altwarmbüchener See für Erholungspausen. Eine neue, auch auf das Wohl der Mitarbeiter ausgerichtete Firmenphilosophie? Memminger nannte den Standort „spektakulär“. Stephan Schmitz, der die Projektleitung innehat, sprach von einer Investition im zweistelligen Millionenbereich.
Im November dieses Jahres soll mit dem Bau begonnen werden. Für Ende 2013 ist der Umzug geplant. Die 160 Mitarbeiter in Langenhagen wurden unmittelbar nach dem Isernhagener Ratsbeschluss informiert. „Wir versuchen Kompromisse zu finden“, so Schmitz.