Fantasievolle Mut-mach-Geschichte mit Mitmachliedern

Ambrosius der Große, der größte unter den Zwergen“, geführt von Bernd Linde, entführte den kleinen Tim in einen Traumwelt, wo er sich seinem eigenen Drachen stellen musste. (Foto: Anna Kentrath)

Figurentheater „Die roten Finger“ lockte 480 Zuschauer in die Thiessche Scheune

ISERNHAGEN (ak). Kleine weiße Wölkchen stießen die Kühe aus den Nüstern bei der frostigen Kälte in der Thiesschen Scheune vergangenen Samstag in Isernhagen NB, doch auch die niedrigen Temperaturen hielten die großen und kleinen Besucher der alljährlichen Kindertheaterveranstaltung nicht auf. An die 480 Zuschauer verteilt auf drei Vorstellungen strömten den Nachmittag über auf den Hof der Familie Thies, um sich vom Figurentheater „Die roten Finger“ mit dem Stück „Im Land der Drachen und Elfen“ verzaubern zu lassen.
Auf würzig duftenden Strohbänken sitzend warteten Kinder wie Erwachsene gespannt auf die Geschichte, die mit einem typischen Abend in irgendeinem Kinderzimmer begann. Der Vater, gespielt vom Autor der Erzählung, Puppenspieler Bernd Linde, sitzt am Bett seines Sohnes Tim und liest ihm die Gute-Nacht-Geschichte „Im Land der Drachen und Elfen“ vor. Bevor der kleine Junge die Augen schließt gesteht er, dass die Kinder in der Schule in hänseln, weil er der Kleinste ist. Im Traum erscheinen Tim schließlich Figuren des vorgelesenen Buches wie ein Zwerg, „Ambrosius der Große, der größte unter den Zwergen“, eine Elfe und ein Zauberer die als Helfer in seinem Abenteuer fungieren.
Der Drache, der im Traum bezwungen werden muss, steht für die Angst, die Tim empfindet, weil er sich für klein und schwach hält. Im Schlaf wird dem Jungen klar, dass er aus „seinem Inneren Kraft und Stärke holen kann“, so Bernd Linde vom Figurentheater „Die roten Finger“ gegenüber den Burgwedeler Nachrichten. „Im Land der Drachen und Elfen“ sei eine „Mut-Mach-Geschichte mit Mitmachliedern“, die Ängste anspreche, erklärte der Autor weiter, die jeder kennt. Mit aufmunternden Tipps wie von Ambrosius, „auch das Unmögliche wird möglich, wenn man nur stark genug daran glaubt“ oder der Fee, die rät „atme tief und nichts geht schief“ vermittelte das Figurentheaterstück eine positive Einstellung zur Problembewältigung.
„Ein heilsamer Traum“, wie Bernd Linde das nächtliche Erlebnis von Tim beschrieb, der dem ein oder anderen mit Sicherheit Anregungen für den Alltag bot, auch wenn es sich um eine Fantasy-Geschichte handelte. Stimmungsvolle, eingängige Lieder luden zum Mitsingen ein und entführten in eine unwirkliche Welt aus Zwergen, Drachen, Elfen und Zauberer in der alles möglich schien, wenn man nur fest an sich glaubt. Nicht den „eigenen Schweinehund“ überwinden hieß es in der Thiesschen Scheune, sondern den eigenen Drachen bekämpfen, sich seinen persönlichen Ungeheuern stellen.
Ein farbenfrohes, fantasievolles Figurentheater bot sich den Zuschauern auch in diesem Jahr wieder als Einstimmung auf die Adventszeit im stimmungsvollen Ambiente der Thiesschen Scheune zwischen Kühen, Heu und Stroh.