„Endlich wieder Osterfeuer“

Großelternbesuch mit Osterfeuer: Laura (von links), Gustav und Lars sind aus der Schweiz angereist. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Beliebter Brauch im Frühling lebt nach Corona wieder auf - Traumwetter und viele Gäste

Isernhagen/Burgwedel (bgp). In zahlreichen Isernhagener und Burgwedeler Ortschaften lebte der gute alte Brauch des Osterfeuers nach langer Corona-Pause wieder auf. Die Erleichterung war Organisatoren und Gästen deutlich anzumerken: „Endlich wieder Osterfeuer“, freute sich die Bürgermeisterin des Altdorfes Isernhagen FB, Angela Leifers. Unter den Besuchern herrschte vorsichtige Freude darüber, endlich wieder halbwegs unbekümmert mit Nachbarn und Freunden einen Plausch am Feuer zu halten. Die Freiwillige Feuerwehr hatte mit Fackeln zuvor den großen Haufen aus Holz und Gestrüpp entzündet, der in Höhe und Ausmaß wieder so wie vor der Pandemie war.
Windstilles Wetter mit klarem Himmel sorgte für gerade aufsteigende Flammen, sodass sich die großen und kleinen Gäste gerne um das wärmende Feuer scharten, ohne Rauch einatmen zu müssen. Für durstige Besucher hielt die Feuerwehr Erfrischungsgetränke bereit, gegen den Hunger gab es leckere Bratwürstchen vom Grill mit Pommes dazu.
Die Kleinen jubelten angesichts süßer Brause und dem großen Spielplatz: Mit Feuereifer sausten sie mit der Seilbahn hin und her, schaukelten und kraxelten auf die Klettergerüste. Darüber freuten sich auch Laura (9), Gustav (8) und Lars (5). Die drei Geschwister waren aus der Schweiz angereist, um ihre Großeltern über die Osterfeiertage zu besuchen. Neben einem Zoobesuch stand das Osterfeuer auf dem Programm, das sie besonders begeistert: „So ein großes Feuer, das ist toll.“ „Ein Osterfeuer gibt es in unserer Heimatgemeinde zwar nicht, aber zum Nationalfeiertag am 1. August werden ein Höhenfeuer auf dem Berg und ein Feuerwerk entfacht“, sagt ihre Mutter. Sie freut sich darüber, mit ihrer Familie in diesem Jahr gleich zwei Mal in den Genuss eines geselligen Beisammenseins am Feuer zu kommen.
Ursprünglich geht das Entfachen eines großen Feuers zum Frühlingsbeginn in Deutschland auf eine heidnische Tradition zurück, um die Wiederkehr der Natur zu begrüßen. Auch Fruchtbarkeit, Wachstum und Ernte wurden damit in Verbindung gebracht. Später wurde der Brauch von den Christen übernommen, um an den Osterfeiertagen an das Leben und die Auferstehung Christi zu erinnern.