Eine Wasserski-Anlage am Kirchhorster See?

Eine Wakeboardanlage braucht gewisse Einrichtungen am und auch im Wasser, wie sie am „Blauen See“ in Garbsen zu sehen sind. (Foto: Renate Tiffe)

Neues Nutzungskonzept im Ortsrat vorgestellt

KIRCHHORST (ti). Viele Zuhörerinnen und Zuhörer hatten sich bei der vergangenen Ortsratssitzung in Kirchhorst eingefunden. Vorgestellt wurde ein neues Nutzungskonzept für den Kirchhorster See. Unter verschiedenen anderen Freizeitangeboten soll es dort möglicherweise auch eine Art Wasserskianlage geben. Die Meinungen darüber gingen weit auseinander. Ortsbürgermeisterin Dr. Renate Vogelgesang kündigte eine Bürgerversammlung zum Thema nach den Sommerferien an.
Gemeindepolitiker machen sich seit längerem Gedanken um die Zukunft des Gewässers. Die von vielen empfundene Idylle am westlichen Ortsrand von Kirchhorst trügt ein wenig. Die DLRG wollte nicht mehr die Aufsicht für den See übernehmen, sodass die Sicherheit dort nicht mehr gewährleistet ist. Die Bemühungen um ein gastronomisches Angebot sind bisher fehlgeschlagen und letztlich geht es auch um eine kontinuierliche Pflege des gesamten Areals.
Das Nutzungskonzept zur „nachhaltigen Revitalisierung“, das Philip Gutschke von der Entwicklungsgruppe „gd04“ vorstellte, weist rund um den See ein vielschichtiges Angebot der aktiven Freizeitgestaltung für die ganze Familie aus. Es soll den Kirchhorster See von den anderen Gewässern in der Umgebung abheben und - in Zusammenarbeit mit der Gemeinde – für die Weiterentwicklung sorgen.
Vorgesehen sind neben einer Gastronomie mit Shop mehrere Grillplätze in der Nähe, ein Kinderspielplatz und Multifunktionsdecks an den Uferrändern.
Den sportlichen Aktivitäten gilt das besondere Augenmerk. Flächen für Beach Volleyball und Beach Soccer sind vorgesehen, Outdoor-Fitnessgeräte sollen aufgestellt werden und ein Rundweg soll für Jogging und Walking erschlossen werden. Der Clou soll eine Wasserskianlage sein, genau genommen eine Wakeboardanlage, weil die Sportler sich anstelle von Booten mithilfe eines Seilzuges quer über den See ziehen lassen. Hindernisse in Form von Rampen oder Schanzen sind möglicherweise eingeschlossen. Am „Blauen See“ in Garbsen ist eine solche Anlage zu besichtigen, nur dass dort die Wasserfläche sehr viel größer ist.
Voraussetzung für die relativ aufwendige Sportart ist, dass eine Wasserskianlage auch von weiter her schnell zu erreichen ist. Zwar sind auch in Kirchhorst die Verkehrsanbildungen sehr gut. Immerhin würde es aber nicht weit entfernt voneinander in der Region Hannover zwei solcher Einrichtungen geben. (Die Planer vergaßen nicht mitzuteilen, das Wakeboard ab 2020 Olympische Disziplin sein wird.) Man darf gespannt sein, auf die betriebswirtschaftlichen Zahlen, die sie vielleicht bei der Bürgerversammlung vorlegen werden. Zu bedenken sein dürfte auch, dass die Sicherheitsanforderungen an eine solche Anlage hoch sein müssen und eine entsprechende Wartung verlangen.
Etwa zwei Drittel der Seefläche müsste der besonderen Art von Wassersport vorbehalten bleiben. Zum Schwimmen bliebe noch genügend Platz, versicherte Gutschke in der Ortsratssitzung. Und selbstverständlich solle der Eintritt frei bleiben.
Dass die derzeitige Idylle ihren Charakter in jedem Fall verändern wird, steht außer Zweifel. Nicht nur die Ortsbürgermeisterin dürfte gespannt sein auf die Ergebnisse der Bürgerversammlung.