Eine kleine Sensation krönte das Fest zum 75. Geburtstag des FBer Schützenvereins

Die drei „Schatzsucher“ Heinz Saupe, Werner Neuhaus und Gerhard Fox mit ihrem Sensationsfund, der Schützenscheibe aus dem Gründungsjahr.
 
Jede Menge Lob, Urkunde und Medaillen überbrachte Werner Bösche, Vorsitzender des Kreisschützenverbandes Burgdorf, dem FBer Schützenchef Hans-Heinrich Redeke.

Eine originale Königsscheibe aus dem Gründungsjahr ziert nun den Giebel des Schützenhauses

ISERNHAGEN FB (bs). Ein kleines Fest in bescheidenem Rahmen hatte sich der Schützenverein Isernhagen FB im Vorfeld seines 75-jährigen Bestehens vorgenommen: ein einstündiger Festakt straff durchorganisiert und abends „Dans op de Deel“ im Gasthaus Dehne. Gekrönt wurden die Feierlichkeiten mit einer großen Überraschung: dem Auffinden der ersten Königsscheibe aus dem Gründungsjahr des Vereins 1938.
Klein aber fein präsentiert sich der FBer Schützenverein im Jahr seines 75-jährigen Bestehens. Neben einem kurzen historischen Rückblick wies Schützenchef Hans-Heinrich Redeke insbesondere auf die vielen sportlichen Erfolge der Mitglieder in den vergangenen Jahren hin. Sei es beim traditionellen Isernhagener Hahnenschießen wie auch beim jährlichen Kreiskönigsschießen des Kreisschützenverbandes Burgdorf, bei dem Maria Saupe 1981, Herbert Bauer 1995 und Ursula Baumann 2010 Königswürden errungen haben.
Besonders stolz sei man aber auf die Leistungen der Jugendsparte, die in diesem Jahr sogar die Landesmeisterschaft im Lichtpunktschießen in Hannover für sich entscheiden konnte. In der Mannschaftswertung der Jahrgänge 2002/2003 siegte die Mannschaft des SV Isernhagen FB bestehend aus Robin Anders, Henry Redeke und Gianluca Maetz mit 580,3 Ringen. Darüber hinaus wurde Henry Redeke in der Einzelwertung des Jahrganges 2003 mit 198,5 Ringen Niedersächsischer Vizelandesmeister.
Hochmoderne Schießanlage
Basis dieser Erfolge ist jedoch nicht nur die herausragende Jugendbetreuung durch den Verein, sondern auch die hochmoderne Schießanlage, die den FBer Schützen zur Verfügung steht. Im November 2002 begannen die Schützenmitglieder mit dem Ausbau des ehemaligen Asylantenheimes, das ihnen die Gemeinde Isernhagen für einen Euro überlassen hatte.
Mit Hilfe von Sponsoren, einem Zuschuss der Gemeinde und jede Menge Eigenarbeit entstand ein schmuckes Schützenhaus, ausgestattet mit elf Schießbahnen, Auswerteraum und einem großzügig gestalteten Aufenthaltsbereich, das im Oktober 2003 eingeweiht wurde. 2012 wurden neun Schießbahnen mit einer elektronischen Identifizierung versehen. Damit verfügen die Schützinnen und Schützen in Isernhagen FB über eine der modernsten Schießanlagen in der Region Hannover.
„Um Ihre Zukunft ist uns nicht bange“, betonten alle Gastredner einmütig. „Mit der topp-modernen Schießanlage habt Ihr das 100-jährige Jubiläum schon gesichert“, erklärte Werner Bösche, Vorsitzender des Kreisschützenverbandes Burgdorf, und fügte mit Blick auf den jüngsten Erfolg der FBer Jugend schmunzelnd hinzu, „unsere Olympiahoffnung ist Eure Lichtpunktgewehrmannschaft“.
„Ein toller Verein mit ausgezeichneter Nachwuchsarbeit“, lobte auch Joachim Schluckebier-Risse, in seiner Funktion als Vorsitzender des Unterkreises Burgwedel. „Ich arbeite daran, in diesen Verein einzutreten“, verkündete Schluckebier-Risse, fügte jedoch einschränkend hinzu, „aber nur, wenn sie mich in Wettmar rausschmeißen“.
Schützenscheiben zum Jubiläum
Anlässlich ihres 75-jährigen Bestehens hatten die Farster Schützen zwei Jubiläumsscheiben ausgeschossen: Bei den Erwachsenen sicherte sich Ulla Baumann diese ganz besondere Trophäe, bei der Jugend hatte Maximilian Tietz die Nase vorn. „Ihr wundert Euch sicher alle, dass diese beiden Jubiläumsscheiben nun links und rechts am Schützenhausgiebel angebracht sind und in der Mitte nun einer freier Platz ist“, leitete Schützenchef Redecker über zu der eigentlichen Überraschung des Tages.
Dann traten Heinz Saupe, Werner Neuhaus und Gerhard Fox vor ihre versammelten Schützenkameraden und präsentierten ihren ganz besonderen Coup: die erste FBer Königsscheibe aus dem Gründungsjahr 1938.
Ende vergangenen Jahres hatte das Restaurant Grapenkieker Jahres seine Tore geschlossen. Heinz Saupe, Werner Neuhaus und Gerhard Fox hatten beim Inhaber Karl-Heinz Wolf angefragt, ob sie für das Schützenhaus eine Eckbank ausbauen dürften, und hatten diese nach Zustimmung des Eigentümers unter der Remise zwischengelagert. Dabei entdeckten die sie eine alte, völlig verwitterte Schützenscheibe, auf der kaum noch etwas zu erkennen war.
„Die haben wir dann ganz vorsichtig mit einem weichen Pinsel entstaubt und nach und nach ließen sich dann Inschrift und Motiv der Scheibe entziffern“, berichtete Werner Neuhaus. „Als wir das Datum 1938 entdeckten, das war fast wie ein Sechser im Lotto“, strahlten die drei „Schatzfinder“. Der Hof gehörte damals Robert Felies, also gehe man davon aus, dass Felies der erste Schützenkönig des gerade gegründeten Schützenvereins Isernhagen FB gewesen ist.
So kurz vor der Feier des 75-jährigen Jubiläums habe man beschlossen, den Fund geheim zu halten und zur Feier als Überraschung zu präsentieren. Die Scheibenmalerin Reni Frischmuth habe mit ganz großer Vorsicht die Farben wieder aufgefrischt, ansonsten sei die Scheibe inklusiver der Einschüsse im Originalzustand.
Unter donnerndem Applaus wurde die historische Scheibe am Giebel des Schützenhauses am Wienkamp angebracht.