Eine Integrierte Gesamtschule für die Gemeinde Isernhagen

Antrag an das Land Niedersachsen einstimmig vom Rat beschlossen

ALTWARMBÜCHEN (ti). In der Ratssitzung am Montag hat der Rat der Gemeinde Isernhagen den Grundsatzbeschluss zur Einführung einer Integrierten Gesamtschule gefasst. Einstimmig wurde beschlossen, den Antrag an das Land Niedersachsen zu stellen. Letzter Abgabe-Termin für einen Beginn im Schuljahr 2015/ 2016 ist der 31. Oktober.
Erst im Jahr 2010 war die Schullandschaft in Isernhagen mit Hauptschule, Realschule und Gymnasium neu gestaltet worden. Der finanzielle Aufwand war erheblich. Jetzt haben die Eltern anders entschieden. Bei der Befragung von 1227 Familien im März dieses Jahres hatte die Variante IGS plus Gymnasium 66 Prozent der Stimmen erhalten. Damit war der Auftrag an Rat und Verwaltung klar.
Inzwischen haben intensive Beratungen stattgefunden. Der Schul-, der Finanz- und der Verwaltungsausschuss haben ihre Beschlussempfehlungen abgegeben und in einer Ratsklausur wurde eingehend über die weitere Schulentwicklung gesprochen. Sie sieht eine Umorientierung zum Schulzentrum in Altwarmbüchen vor mit Schließung der Haupt-und der Realschule.
Von der Verwaltung empfohlen wurde eine IGS im Ganztagsbetrieb, um das Ziel dieser Schulform, den ganzheitlichen Ansatz, zu unterstützen. Auch dafür gab der Rat seine Zustimmung.
Mit dem Beschluss habe der Rat „einen der größten kommunalpolitischen Töpfe“ aufgemacht, resümierte der Bürgermeister. Als finanzielle Auswirkungen bei den Folgekosten hatte die Verwaltung nach Schätzungen - soweit sie jetzt schon möglich sind - einen Betrag in Höhe von 600.000 Euro pro Jahr errechnet, ohne die bereits geplante Fassadensanierung. Für die Umsetzung der Gesamtplanung wird eine Summe von 2,5 Mio. Euro angegeben. Ein Zusammenschluss mit Burgwedel ist wegen der Standortfrage nicht mehr im Gespräch.
Arpad Bogya machte darauf aufmerksam, dass nach dem derzeitigen niedersächsischen Schulgesetz die Voraussetzungen für Isernhagen „grenzwertig“ seien. Bei der geforderten Vierzügigkeit müssten es mindestens 96 Schüler über einen längeren Zeitraum sein, die eine IGS besuchen wollen. Abzuwarten sei das neue Schulgesetz, in dem die Gesamtschulen als ersetzende Schulform und nicht mehr als ergänzende rangieren. Eine Dreizügigkeit soll zugelassen werden.
Alle Fraktionen des Rates sprachen sich dafür aus, jetzt den Grundsatzbeschluss für eine IGS zu fassen. In der CDU gebe es keinen Zweifel, die Entwicklung zu unterstützen, sagte der Fraktionsvorsitzende Helmut Lübeck. Das Standortthema sei kein Problem. Er warnte jedoch vor zu viel Euphorie. Die praktischen Auswirkungen werden den Rat und die Verwaltung ebenso belasten, wie die Schulen, Eltern und Schüler. Im Schul-Ausschuss sei alles lang und breit diskutiert worden, warf FDP-Ratsfrau Christiane Hinze ein. Der erste Schritt solle jetzt getan werden. Die Entscheidung der Eltern sei nicht von heute auf morgen gekommen. Die Einstellungen von Eltern und Schülern verändern sich eben.