Eine Gemeinde des Miteinanders

Blick in die Kirche während des Festgottesdienstes. Am Altar Pastor Sebastian Müller und Pastorin Jessica Jähnert-Müller. (Foto: Fabian Gartmann)
 
Landessuperintendentin Dr. Petra Bahr predigte zum Text „Suchet der Stadt Bestes“ aus Jeremia. (Foto: Andrea Hesse)

Christophorus-Kirchengemeinde feiert ihr 50-jähriges Jubiläum

ALTWARMBÜCHEN (r/bs). Kurz vor dem Neujahrstag 1969 machte sich Pastor Klaus Looft aus Altwarmbüchen gemeinsam mit Bauer Lothar Winterhoff auf den Weg in den Nachbarort: Mit Traktor und Anhänger wollten sie bei eisiger Kälte den „Mann am Kreuz“ aus der St.-Nikolai-Kirche in Kirchhorst abholen.
Behutsam auf Stroh gebettet, fuhren die beiden schließlich das große sogenannte Triumphkreuz aus gotischer Zeit über die Bundesstraße 3 in die Altwarmbüchener Kirche, wo es an der Wand hinter dem Altar seinen Platz finden sollte. „Aber er hat ja leider kein Gesicht mehr“, begrüßte ein Kirchenvorsteher damals den Heiland am Kreuz – und sprach damit aus, was Looft, heute längst im Ruhestand, für den eigentlichen Beginn der Evangelisch-lutherischen Christophorus-Kirchengemeinde Altwarmbüchen hält.
„Ein nicht nachlassendes Bemühen um ein glaubwürdiges Profil einer Gemeinde in der Nachfolge Jesu“ – das sei sein Antrieb als erster Pastor der am 1. Januar 1969 gegründeten Christophorus- Kirchengemeinde gewesen, schreibt Looft in einem Beitrag für die aktuelle Jubiläums-Chronik der Gemeinde.
Am Sonntag wurde nun der Festgottesdienst zum 50-jährigen Gemeindejubiläum gefeiert, und der erste Pastor, der bis 1975 hier Dienst tat, war dabei. Und noch heute prägt auch der gesichtslose Gekreuzigte die Altwarmbüchener Kirche an zentraler Stelle neben dem Altar.
Bei hochsommerlicher Wärme feierte die Gemeinde gemeinsam mit vielen Gästen ihren Jubiläums- Festgottesdienst mit Landessuperintendentin Dr. Petra Bahr. Die Regionalbischöfin predigte zu Jeremias 29,7: „Suchet der Stadt Bestes ... und betet für sie zum Herrn; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s euch auch wohl.“
Menschen, die Gott suchten, müssten auch suchen nach dem, was gut für ihre Stadt, ihre Nachbarn und Freundinnen ist, so Bahr. Es gehe darum, auszubrechen aus der Bequemlichkeit des vertrauten Stuhlkreises um Gärten zu bauen, Freundschaften zu pflegen, zu beten. Dass diese Aufforderung der
Christophorus-Gemeinde bereits Ansporn ist, wurde in den wenigen, angenehm knapp gehaltenen Grußworten deutlich.
Dr. Ulrich Hafke aus der katholischen Nachbargemeinde Heilig Geist betonte die langjährige herzliche Freundschaft, die zwischen den beiden Gemeinden besteht, und erntete großen Applaus für eine Frage, die offensichtlich viele Menschen in den beiden Gemeinden bewegt: „Warum haben wir eigentlich nicht gleich eine gemeinsame ökumenische Kirche gebaut?“
Sabine Müller, stellvertretende Isernhagener Bürgermeisterin, betonte, dass die Christophorus-Gemeinde für viele Menschen zur Heimat geworden sei: „Hier steht das Miteinander im Mittelpunkt.“ Pastorin Susanne Jürgens und Pastor Karsten Henkmann aus St. Marien Isernhagen dankten für die freundschaftliche Zusammenarbeit in der Region.
„Uns ist vor der Zukunft nicht bange“, stellte Harald Burghof, Vorsitzender des Altwarmbüchener Kirchenvorstandes, fest. Mit Sebastian Müller habe die Gemeinde einen engagierten jungen Pastor, der zudem aktiv von seiner Frau, Pastorin Jessica Jähnert-Müller, unterstützt werde.
Gemeinsam mit allen haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden bilde der Kirchenvorstand ein gutes Team, das auch den geplanten Neubau des Gemeindehauses erfolgreich stemmen werde. Der zeitweise Unterschlupf während der Bauzeit bei den katholischen Freundinnen und Freunden sei bereits zugesagt, ergänzte Pastor Sebastian Müller.