„Drachenfliegen ist Entspannung und Meditation“

Klar zum Start: Andre Janoske mit seinem „OKD“. (Foto: Svenja Steinseifer)

Leider große Flaute beim Drachenfest in Neuwarmbüchen

NEUWARMBÜCHEN (svs). Er ist groß, er ist bunt und er soll in die Luft. Gar nicht so einfach bei strahlendem Sonnenschein – und Windstille. Aufgeben kommt für die Freiwillige Feuerwehr Neuwarmbüchen nicht in Frage. Ein kurzer Sprint – und er fliegt! Dafür spendeten die Besucher des Drachenfestes einen herzlichen Applaus.
Mit seinem „OKD“ räumt sich Andre Janoske gute Chancen für einen langen Flug ein. „Der Drache ist besonders gut geeignet für wenig Wind“, weiß der Drachen-Fan. Möglichst kein Drachenfest lässt er aus. Sein „OKD“ sei eine besonders leichte Konstruktion. „Ich habe raus geguckt und den Drachen auf dem Dachboden gelassen“, erzählt Helena Höner. Sonne gibt es auf dem Drachenfest der Freiwilligen Feuerwehr Neuwarmbüchen am vergangenen Sonnabend satt – aber keinen Wind. Wer seinen Drachen in die Luft bekommen möchte, muss rennen.
„Die Väter können heute garantiert gut schlafen“, vermutet Christiane Hinze. Genau wie viele andere nutzt sie das Drachenfest als „zwanglosen Treffpunkt“. In erster Linie für die ganze Familie. „Manche machen komische Gesichter, wenn sie hören, dass wir hier keinen Alkohol verkaufen“, erzählt Ortsbrandmeister Frank Wittky. Sinn sei schließlich, dass die Väter mit ihren Kindern spielen. Oder Opa. Oder der Rest der Familie.
Matthias Behne hat sich einige Gedanken gemacht, bevor er seinen selbstgebastelten Tetraeder-Drachen steigen lässt. „Ich wollte auf jeden Fall selbst einen basteln“, erzählt der Hobby-Drachenflieger. Also habe er das Internet durchforstet und sei auf die Konstruktion aus Strohhalmen und extra reißfestem Papier für Drachen gestoßen. Auch die fünfjährige Lena habe vier Tage lang gebastelt und gemalt. Damit sichern sich Lena und Matthias Behne einen Gutschein und den ersten Preis in der Kategorie „schönster selbstgebastelter Drachen“.
Andre Janoske erinnert sich an einen besonderen Drachen auf einem anderen Drachenfest. 130 Drachen hintereinander gehängt. In der Szene ein „Eyecatcher“. „Da bleibt man stehen, da guckt man hin!“ Gespanndrachen, Lenkdrachen – insgesamt 15 Exemplare besitzt der Drachen-Fan. Nur der „Nullwinddrachen“ fehle noch in seiner Drachentasche. Für das Drachenfest Neuwarmbüchen wäre er genau richtig gewesen.
„Wir werden vom guten Wetter verfolgt“, sagt Wittky, der sich über 75 Euro von der Sparkasse Hannover freuen darf. Agnieszka Walczak überreichte als neue Filialleiterin der Sparkasse Neuwarmbüchen das Begrüßungsgeschenk in Form eines Schecks. „Das Geld bekommt die Jugendabteilung“, verrät der Ortsbrandmeister. An eine Alternative für die Flaute hat er gedacht: Mit einem Feuerwehrschlauch zielen die Kinder auf eine kleine Öffnung in einem Holzbrett – Wasser und Spaß marsch.
„Für die Kinder ist es schade“, findet Helena Höner, der es selbst „in den Fingern juckt“. „Ich würde so gern“, sagt sie. Drachenexperte Andre Janoski ist der Leichtigkeit und Eleganz seiner Drachen seit 20 Jahren verfallen. „Stundenlang könnte ich dabei zuschauen“, sagt er, „das ist für mich Entspannung, Meditation.“ Andere gingen eben stundenlang Angeln.