Drachen flogen auch auf dem Neuwarmbüchener Festplatz prima

Die Startphase ist das Schwierigste am Drachenfliegen, wie viele Teilnehmer erfuhren, und mit Laufen verbunden. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Kurzfristige Verlegung des Veranstaltungsortes verlief reibungslos

NEUWARMBÜCHEN (hhs). Als Neuwarmbüchens Ortsbrandmeister Frank Wittky am Samstagmorgen die Wiese am Verbindungsweg nach Lohne in Augenschein nahm, konnte er es kaum glauben. Der erste Schritt ins grüne Gras brachte dann Gewissheit: Sein Stiefel zeigte sich „Wasser umspült“ und als der Ortsbrandmeister seinen Fuß wieder anheben wollte, saß dieser schon ein wenig fest im Matsch der Grasnabe. Er löste sich mit dem dafür charakteristischen Geräusch.
Das war eine ärgerliche Lage, denn am Nachmittag sollte genau dort wie seit langen Jahren schon das Drachenfest stattfinden, dass die Ortswehr ausrichtet. Und das nicht grundlos, denn weit und breit gibt es keine größere Wiese, von der aus Drachen bei jeder Windrichtung so schön fliegen können wie auf der am Verbindungsweg.
Schnell fassten Frank Wittky und seine Kameraden den Entschluss, die Veranstaltung auf den Festplatz zu verlegen. Hier wurden die Feuerwehrfahrzeuge aufgebaut, dann die Pavillons und der Grill, die Bierzeltgarnituren und Bänke und ein paar Stehtische. Ein anderer Teil der Kameraden hatte Aufkleber gedruckt mit dem neuen Veranstaltungsort und beklebte mit diesen die Plakate im Ort. die dort seit Tagen auf das Drachenfest hinwiesen. Auch wurden die „Dorftrommeln“, die innerörtlichen Informationsstrukturen in Gang gesetzt, über die jede Ortschaft verfügt, um Neuigkeiten schnell zu verbreiten. Und das gelang perfekt: Schon kurz nach Beginn des Festes trafen die Familien auf dem Festplatz ein, schnell waren es wohl gut 50, die Kaffee und Kuchen genossen, um ihren doch eher kleineren Familienmitgliedern beim Drachen steigen lassen zuschauten.
Der große bunte Sechseckdrachen der Feuerwehr stand als erster am Himmel. Den sollen die Kameraden selbst gebaut haben, und sie haben dabei offenbar alles richtig gemacht: Dieser Flugkörper steigt auch bei nur leichter Brise schnell und prächtig nach oben. „Die können den dann anbinden und weggehen“, sagte ein Vater, der schon einige misslungene Versuche hinter sich hatte, ein gekauftes Prachtexemplar gemeinsam mit seinem Sohn steigen zu lassen. Dabei hatten die beiden eine Menge guter Ratschläge von den Zuschauern erhalten: „Ihr müsst gegen den Wind laufen, wenn der fliegen soll“, oder auch der Vorschlag, einfach schneller und länger zu laufen.
Dennoch, irgendwann stieg jeder Drachen in die Lüfte, und es war bemerkenswert, mit wieviel Teamwork die Drachenflieger dabei vorgingen: Väter, Mütter und Söhne und Töchter wechselten sich beim Anlaufen ab. Mütter flickten kleinere Beschädigungen direkt vor Ort, wenn das Fluggerät zu hart aufgeschlagen war, oder sie brachten die verhedderten Schnüre wieder in Ordnung. Es war ein buntes Treiben auf dem Festplatz, bei dem in den Familien vieles an Gemeinsamkeiten wieder entdeckt wurde, was offenbar lange auf der Strecke geblieben war, die Freude an gemeinsamen Spiel an frischer Luft, bei Kaffee und Kuchen und Bier, Brause, Bratwurst und einem beinahe gutem Drachenwind.