Doppelte Schlüsselübergabe

„Drei, zwei, eins...“ und die Hülle fiel vom neuen Löschgruppenfahrzeug. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Strahlende Gesichter bei der Übergabe des neuen Löschgruppenfahrzeugs LF20 (v. l.): Marc Perl, Clive von Plehn und Arpad Bogya. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Modernes Löschgruppenfahrzeug rüstet die Altwarmbüchener Wehr für die Zukunft

ALTWARMBÜCHEN (bgp). Die Schlüsselübergabe für das nagelneue Löschgruppenfahrzeug LF20 an die Freiwillige Feuerwehr Altwarmbüchen erfolgte gleich zweimal. Gemeindebürgermeister Arpad Bogya freute sich, “wieder einen schönen Anlass in Altwarmbüchen” zu haben, gerade im Hinblick auf das moderne Feuerwehrhaus, das vor drei Jahren eingeweiht wurde.
Der Fuhrpark wird nun erweitert durch das neue Fahrzeug als Ersatz für das Vorgängermodell, ein Tanklöschgruppenfahrzeug TLF 16/24 aus dem Baujahr 1991. Übergangsweise wird das 27 Jahre alte Fahrzeug an die Ortsfeuerwehr Kirchhorst übergeben, um bis zur Neuanschaffung eines TLF das dortige defekte TLF 16/24 zu ersetzen.
So standen beide Fahrzeuge in der großen Halle, das neue noch verhüllt in dunkelblauen Stoff, der am hinteren Ende nicht ganz über das große LF20 reichte. Bogya fasste sich kurz in seiner Ansprache und übergab den Schlüssel mit einem “Toi, toi, toi” und besten Wünschen für zukünftige Einsätze an Gemeindebrandmeister Clive von Plehn, der ihn feierlich an Ortsbrandmeister Marc Perl weiterreichte. Daraufhin startete eine Videopräsentation, die das Einsatzgeschehen mit dem Vorgängerfahrzeug eindrucksvoll zeigte. Dann hieß es “Drei, zwei, eins” und das Tuch wurde von dem Rotweiß glänzenden Neufahrzeug herunter gelassen. Blaulicht und Applaus begleiteten den Festakt der Enthüllung, zu dem auch die Feuerwehrführungen der übrigen Ortschaften erschienen waren.
Nach dem Ausschreibungsverfahren für das neue Fahrzeug wurde am 06.06.2017 der Auftrag für das Fahrgestell und den Fahrzeugaufbau an die Fachunternehmen vergeben. Ende November wurde das neue LF 20 von der Ortsfeuerwehr Altwarmbüchen in Ulm abgeholt und ist seit dem 25.02.2019 in Dienst gestellt. Der 2.000-Liter-Wassertank wird durch einen 150-Liter- Schaummittel-Behälter und eine integrierte Druckzumischanlage ergänzt.
Das neue, 15 Tonnen schwere Dieselfahrzeug mit Allradantrieb ließ die Herzen der Gäste höher schlagen. Ausrüstung und Aufteilung wurden eingehend begutachtet, der Innenraum bietet Sitzplätze für acht Einsatzkräfte. Die Leiter muss nicht mehr mühsam vom Dach geholt werden, sondern wird über eine Leiterentnahmehilfe für den Einsatz klar gemacht.
Eine hydraulische Rettungsschere und ein Spreizer gehören ebenso zur Ausrüstung wie der integrierte Stromgenerator. Die 360 Grad Umfeldbeleuchtung außen am Fahrzeug sorgt für gute Sichtbarkeit, ein extra Lichtmast bietet helle Ausleuchtung am Einsatzort. Im Innenraum werden außerdem Pressluftatmer mitgeführt, sodass sich vier Einsatzkräfte bereits während der Anfahrt für den Einsatz mit Atemschutzgeräten bereit machen können. Die Funkausstattung läuft noch analog, wird aber demnächst regionsweit auf Digitalfunk umgestellt.
„Das LF20 hat flexible Geräteräume“, erklärte Ortsbrandmeister Marc Perl. So sei es möglich, spätere Ersatzgeräte auch dann einzubauen, wenn sich deren Größe durch technische Neuerungen verändert habe. Die Altwarmbüchener Wehr habe nun ein Fahrzeug, das als „Erstangreifer“ sowohl für technische Hilfeleistung als auch für Brandbekämpfung genutzt werden könne, so Perl. Dazu seien die Geräte nach Einsatzbereichen geordnet und gut erreichbar.
Die zurzeit 59 Einsatzkräfte wurden teilweise schon für das Fahrzeug geschult, der Rest müsse nun noch intern eingewiesen werden. „Das machen wir intern in unseren Diensten, die Schulung nach der Umstellung auf den Digitalfunk muss allerdings über Lehrgänge erfolgen“, sagt der Ortsbrandmeister. Er habe allerdings Bedenken, ob bei dem anstehenden Schulungsbedarf in der gesamten Region Hannover überhaupt genügend Lehrgangsplätze zur Verfügung stünden. Das sei noch eine Herausforderung, so Perl.