Die Selbständigkeit der Grundschule ist in Gefahr

Der Grundschule in Neuwarmbüchen gehen die Schüler aus. Der Standort soll aber erhalten bleiben. (Foto: Renate Tiffe)

Immer weniger Kinder werden in Neuwarmbüchen eingeschult

NEUWARMBÜCHEN (ti). Ausgelegt ist die Grundschule in Neuwarmbüchen für 100 Kinder. 80 müssten es sein, um die Stelle der Schulleiterin zu erhalten. Derzeit werden 69 Mädchen und Jungen in dem mehr als 100 Jahre alten Gebäude an der Farster Straße unterrichtet. Und die Zahl wird weiter abnehmen. Grund genug für die SPD-Fraktion im Ortsrat, das Thema auf die Tagesordnung des Ortsrates zu bringen.
Nach der Prognose – die Kinder gehen bereits in den Kindergarten – wird es im Jahr 2012 noch 26 Einschulungen , 2013 werden es nur 14 sein, 2014 und 2015 steigt die Zahl wieder auf 21 bzw. 20 an. Unsicher ist, wie viele er Kinder tatsächlich angemeldet werden. Wie die Schulleiterin in der vergangenen Sitzung des Ortsrates klar machte, entscheiden sich oft mehrere Eltern, ihre Kinder in Kirchhorst einzuschulen. Dort ist eine Hortbetreuung bis 17.00Uhr möglich. „Wenn wir nicht das Gleiche anbieten, muss dem Antrag der Eltern stattgegeben werden“, erläuterte Christa Winkelvoß. Für 2012 sei bereits mit sechs Abgängen zu rechnen. Als sie vor vier Jahren die Stelle Rektorin antrat, gab es 90 Schülerinnen und Schüler. Gerät die Zahl unter 80, hebt die Schulbehörde die Stelle des Schulleiters auf. Die Grundschule Neuwarmbüchen verliert dann ihre Selbständigkeit und wird Kirchhorst angeschlossen.
Es geht also nicht um die Aufhebung des Standortes Neuwarmbüchen. Die Gemeinde habe ein großes Interesse, die Schule zu erhalten, betonte Claudia Halfen, die in der Verwaltung für den Ortsrat Neuwarmbüchen zuständig ist. Erst vor kurzem habe der Erste Gemeinderat Frank Niemeier erklärt, dass an allen Grundschulstandorten festgehalten werde. Notwendig seien strukturelle Veränderungen. Die Gemeinde beobachte die Entwicklung in Neuwarmbüchen laufend.
Veränderungen hatte Andreas Schütte im SPD-Antrag bereits vorgeschlagen. Einerseits sollte die Betreuungszeit im Hort auf 17.00 Uhr ausgedehnt werden. Andererseits müsse über einen Neuzuschnitt der Schulbezirke nachgedacht werden. Kinder aus dem Gewerbegebiet FB könnten in Neuwarmbüchen mit aufgenommen werden. Eine Vielzahl der dort lebenden Kinder besuche bereits die Kindertagesstätte in Neuwarmbüchen. Die entstandenen sozialen Kontakte
könnten in der Schule weiter bestehen bleiben.
Voraussetzung für eine Erweiterung der Hortzeiten ist, dass mindestens fünf Kinder länger betreut werden sollen.
Der Ortsrat beschloss einstimmig, den Antrag mit den entsprechenden Vorgaben an die Gemeinde weiterzuleiten.
Die Schule in Neuwarmbüchen sozusagen als Zweigstelle von Kirchhorst weiterzuführen, sei keine glückliche Lösung meinte Ortsbürgermeisterin Christiane Hinze im Nachhinein. Schon 2010 sollte die Schulleiterin versetzt werden. Gut wäre es, die Kinder aus dem Gebiet hinter der Autobahn mit einzuschulen. Dafür sei aber Fingerspitzengefühl notwendig. Die Neuwarmbüchener Grundschule sei einzügig und dürfe nicht überlastet werden.